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McLaren feiert Auferstehung

Schrauber mit neuem Boxen-Rekord

Lewis Hamilton Boxenstopp GP USA 2012 Foto: xpb 66 Bilder

Es kündigte sich schon in Abu Dhabi an. McLaren ist wieder da und wird für Sebastian Vettel zu einem ernsten Gegner. In Abu Dhabi verlor Lewis Hamilton das Rennen wegen einer defekten Benzinpumpe. In Austin entschädigte er sich mit einem Sieg. Und McLaren feierte einen neuen Boxenstopp-Rekord.

19.11.2012 Michael Schmidt

Lewis Hamilton gewann den letzten Grand Prix der USA in Indianapolis, und er siegte im ersten der neuen Ära in Austin. Es war ein perfektes Rennen für den WM-Vierten. Die 56 Runden auf dem Circuit of the Americas spielten dem McLaren-Piloten eine einzige Chance zu Sebastian Vettel zu überholen, und er nutzte sie eiskalt aus. Dank DRS, dank KERS, dank maximaler Motordrehzahl.

McLaren steht sich selbst im Weg

"Vettel und ich waren ungefähr gleich schnell, aber ich kam etwas schneller durch den Verkehr", zog der erste Austin-Sieger Bilanz. McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh analysierte: "Vettel ist perfekt, wenn er von der Spitze weg ein Rennen kontrollieren soll. Aber im direkten Zweikampf ist Lewis besser."

McLaren knüpft seit Abu Dhabi wieder an der Form an, die sie zwischen Hockenheim und Singapur zu WM-Favoriten stempelte. Doch dann verlor die Truppe aus Woking den Faden. Aus Japan, Korea und Indien brachte man nur 45 Punkte mit. Zum Vergleich: Red Bull sammelte im vergleichbaren Zeitraum 110 Punkte, Ferrari 71 Zähler. Defekte kosteten Hamilton die Titelchance. Ein Getriebeschaden klaute ihm den Sieg in Singapur, eine falsch abgestimmte Hinterachse in Suzuka, ein gebrochener Stabilisator in Yeongam und Probleme mit den weichen Reifen auf dem Buddh International Circuit zumindest Podiumsplatzierungen.

Ein McLaren-Mitarbeiter gibt zu: "Wir hätten dieses Jahr locker Weltmeister werden müssen, aber wir standen uns selbst im Weg." Whitmarsh seufzt: "In Singapur und Abu Dhabi haben wir leichtfertig Siege verschenkt."

Rekord-Boxenstopp mit Frontflügel-Verstellung

In Austin packte McLaren einen neuen Frontflügel aus. Er unterschied sich im Hauptblatt, den Endplatten und der oberen Ebene deutlich von seinen Vorgängern. Der Flügel brachte einen spürbaren Gewinn an Abtrieb an der Vorderachse, und er garantiert eine bessere Anströmung des Unterbodens, was auch dem Anpressdruck im Heck zugute kommt. Hamilton lobte: "So kann ich wieder gegen die Red Bull kämpfen." Ferrari ist im Augenblick kein Gegner für McLaren.

Das Duell zwischen Vettel und Hamilton endete praktisch unentschieden. Auf den Medium-Reifen hatte der Red Bull leichte Vorteile, auf der harten Mischung der McLaren. "Wir haben Lewis etwas früher zum Boxenstopp reingeholt, weil wir uns Sorgen um seine Reifen gemacht haben", erklärt Whitmarsh. Der Stopp in der 20. Runde war ein neuer Rekord: 2,39 Sekunden für vier Reifen und eine Frontflügelverstellung.

Whitmarsh verrät: "Wir sind bei Lewis vorne um ein halbes Loch runter." Damit konterte McLaren auf eine leichte Tendenz zum Übersteuern. Der Heckflügel wurde durch den flacher gestellten Flap besser angeströmt. Der Sieger hatte nur ein Problem. "Der Bremsverschleiß war höher als gedacht. Lewis musste deswegen nicht Tempo rausnehmen, aber es war knapp", räumt Sportdirektor Sam Michael ein.

Button wird Überholkönig von Austin

Bei Jenson Button verfuhr man umgekehrt. "Bei ihm sind wir mit dem Frontflügel um ein Loch höher gegangen, und das war wahrscheinlich etwas zu viel", übt Whitmarsh Selbstkritik. Die gegenteilige Maßnahme hatte ihren Grund in der Reifenwahl. Hamilton startete auf medium und beendete das Rennen auf hart. Bei Button war es genau umgekehrt. Sein Stopp dauerte 2,90 Sekunden. Drei Zehntel schenkte Button durch eine langsame Reaktionszeit her.

Trotzdem erntete der Weltmeister von 2009 viel Lob von der Teamleitung: "Keiner hat besser überholt als Jenson. Er hat sich fast alle in der ersten Kurve geschnappt. Wir hätten ihn mit seinem ersten Reifensatz noch zwei Runden länger draußenlassen können, aber wir mussten ihn vor Grosjean wieder rausbringen."

Button war mit neun echten Positionswechseln der Überholkönig von Austin. "Eine große Leistung von Jenson", applaudiert auch Whitmarsh. "Er fuhr den Großteil des ersten Stints mit einem Bremsplatten, den er sich in der ersten Kurve eingehandelt hatte."

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