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Ferrari & McLaren

Vettel-Konkurrenz schlägt sich selbst

GP Singapur 2011 Lewis Hamilton Foto: McLaren 75 Bilder

Die erste Startreihe gehört Red Bull. Sebastian Vettel machte seine elfte Pole Position perfekt, und Mark Webber schockte McLaren und Ferrari mit einer Superrunde in letzter Sekunde. Red Bulls Verfolger sind frustriert. Den Autos fehlt nicht nur der Speed. Die Teams machen auch noch Fehler.

24.09.2011 Michael Schmidt

Sebastian Vettel konnte es sich leisten, seinen letzten Qualifikationsversuch abzubrechen. Er war im zweiten Streckensektor zu hoch auf einen Randstein gefahren. Vettel war trotzdem mit 0,351 Sekunden Vorsprung komfortabel der Schnellste. An seiner Pole Position gab es im Abschlusstraining nie den geringsten Zweifel.

Mark Webber hatte keiner auf der Rechnung für die erste Startreihe. Der lange Australier lag fast das ganze Wochenende zwischen sieben Zehntel und einer Sekunde hinter seinem Teamkollegen. Und meistens auch hinter Ferrari und McLaren. Erst in allerletzter Minute packte Webber den Hammer aus. "Weil er intensiv Sebastians Daten studiert hat", warf Teamberater Helmut Marko ein. Und sparte dann nicht mit Lob: "Es war Marks beste Runde seit er in Singapur fährt." Webber gab zu: "Singapur ist nicht meine Lieblingsstrecke."

Red Bull holt die Zeit in der Zielkurve

Eitel Freude im Red Bull-Camp, zerknirschte Gesichter bei der Konkurrenz. Jenson Button hätte sich nach seinem Ausrutscher im Freitagstraining nicht erwartet 24 Stunden später auf Platz drei zu stehen. "Ich bin am Samstag morgen zum ersten Mal mit den superweichen Reifen gefahren." Bei der Analyse der Trainingszeiten kamen Red Bulls Gegner ins Grübeln. In den ersten zwei Sektoren konnte Button mit Vettel noch mithalten. Im letzten Streckenabschnitt verlor er drei Zehntel.

"Das liegt an der schnellen Zielkurve. Wir wissen, das ist das Revier der Red Bull. Außerdem haben meine Reifen nicht eine ganze Runde gehalten. War ich zu aggressiv im ersten Sektor, habe ich im letzten bezahlt. Die Hinterreifen wurden zu heiß. Bin ich die Runde zu vorsichtig angegangen, war ich im ersten Sektor zu langsam."

Pleiten, Pech & Pannen bei Hamilton

Im Vergleich zu Lewis Hamilton konnte Button noch froh sein. Bei dem Engländer setzte sich eine Saison voller Pannen fort. Erst verlor er einen Reifensatz, weil er sich in den Trümmern von Kamui Kobayashis Sauber rechts hinten den Reifen aufschlitzte. McLaren versucht zwar die FIA davon zu überzeugen, Hamilton einen Ersatzreifen zu erlauben, wird damit aber kaum Erfolg haben. Und wenn, müsste es einer sein, der älter ist als der geplatzte Reifen.

Dann lieferte sich Hamilton beim Aufwärmen der Reifen für den ersten Versuch in Q3 auch noch ein sinnloses Duell mit Felipe Massa. Der Brasilianer fluchte: "Ich weiß nicht, was sich Lewis dabei gedacht hat. Es waren drei langsame Autos hintereinander. Er hat nichts dabei gewonnen, mich zu überholen. Am Ende hat es mir und ihm für die anschließende fliegende Runde geschadet."

Es kam noch schlimmer. Als Hamilton in der Box auf den letzten Versuch wartete, streikte auch noch die Tankanlage. Sie saugte statt zu pumpen. Bis genügend Sprit im Tank war, war die Uhr zum Rausfahren abgelaufen. McLaren-Testfahrer Pedro de la Rosa applaudierte: "Das unheimliche an Vettel und Red Bull ist: Die machen praktisch keine Fehler."

Alonsos Superrunde ohne Wert

Fernando Alonso fuhr abseits der TV-Kameras auf Startplatz fünf. Der Spanier war wieder einmal schneller als sein Ferrari. "Meine bestes Q3-Rennen in diesem Jahr. Ich musste 120 Prozent geben und einige Risiken eingehen. Mit einer normalen Runde wäre ich zwar auch Fünfter geworden, aber eine halbe Sekunde hinter den McLaren."

Jetzt hofft Alonso auf das Rennen. "Der Reifenabbau ist riesig. Das kommt uns normalerweise entgegen. Ich bin mir sicher, dass ich aufs Podest fahren kann." Die McLaren-Piloten erwarten dagegen ein hartes Rennen. Hamiltons Dauerläufe lassen ahnen, dass sich die Reifen zu stark aufheizen werden. Button geht völlig unvorbelastet ins Rennen: "Ich bin wegen meines Problems am Freitag nicht eine Runde mit viel Sprit an Bord gefahren." Gut für Ferrari. Vom Sieg spricht Alonso nicht. Er weiß, dass der für Vettel reserviert ist.

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