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McLaren freut sich über 7 Punkte

Perez protestiert mit Platz 7

Sergio Perez - GP USA 2013 Foto: xpb 70 Bilder

McLaren hat sich daran gewöhnt kleine Brötchen zu backen. Sergio Perez beendete den GP USA als Siebter und protestierte damit still gegen seine Entlassung. Jenson Button kämpfte sich trotz eines beschädigten Frontflügels in der vorletzten Runde auf einen Punkterang.

19.11.2013 Michael Schmidt

Die Wortwahl macht den Ton. Sergio Perez kam zum dritten Mal in Folge vor Jenson Button ins Ziel. Zum dritten Mal in den Punkterängen. Und er hat im Trainingsduell auf 9:9 ausgeglichen. Trotzdem erntete der Mexikaner bei Teamchef Martin Whitmarsh nur ein moderates Lob. "Checo fuhr ein sauberes und kontrolliertes Rennen. Er ging als Siebter ins Rennen und kam als Siebter ins Ziel, was verdeutlicht, wie schwer es heute war, andere Autos zu überholen."

Bei Button hörte sich das Urteil aus dem Mund des Chefs etwas euphorischer an: "Jenson musste nach Problemen im Training vom 15. Platz starten und bot danach ein exzellentes Rennen, in dem er das Auto trotz eines Frontflügelschadens mit kontrollierter Aggressivität über die Distanz trug und nach einem spektakulären Überholmanöver gegen Ricciardo auf den zehnten Platz nach vorne fuhr." Dazu muss man wissen: Perez geht, Button bleibt.

Perez muss Resultate sprechen lassen

Sergio Perez protestierte mit einer erstaunlich guten Leistung gegen seine Entlassung bei McLaren. Der Mexikaner weiß, dass er jetzt Resultate sprechen lassen muss. So spät sein Cockpit zu verlieren ist eine Sache. Die andere, dass so eine Kündigung immer auch ein schlechtes Zeugnis ist, vor allem wenn ein Rookie wie Kevin Magnussen den Platz einnimmt. Einen Tausch gegen Fernando Alonso hätte jeder verstanden.

Irgendwie wurde man in Austin das Gefühl nicht los, dass McLaren jetzt das schlechte Gewissen plagt. Alle lobten plötzlich die gute Arbeit, die der frühere Sauber-Fahrer geleistet habe. Whitmarsh bot Perez in Austin wie Sauerbier bei Lotus und Force India an. Und erntete dort die Gegenfrage: "Warum habt ihr Perez rausgeworfen, wenn er so gut ist?"
 
Das Team betrachtet 2014 nur als Übergangsjahr. Honda kommt erst 2015. Also sind Experimente erlaubt. Teamarzt Aki Hintsa traut Magnussen alles zu: "Er hat das Sieger-Gen, ist schnell, intelligent, zielorientiert. Eine Mischung aus Vettel und Hamilton." Whitmarsh glaubt: "Die Hamilton-Story könnte sich wiederholen."

Ingenieure urteilen nicht nach dem Resultat

Es sind versteckte Vergleichsdaten mit Button, die Perez das Genick gebrochen haben. Zum Beispiel, dass er im Rennen von Abu Dhabi ab der zweiten Runde netto 35 Sekunden auf Button verloren hat. Der Engländer hatte wie in Indien und jetzt in Austin eine Kollision in der ersten Runde und musste den Frontflügel tauschen lassen. Diesmal blieb Button auf der Strecke, obwohl er sich bei einem Kontakt mit Nico Rosberg die linke Frontflügel-Endplatte abrasiert hatte.

"Zuerst hatte ich Untersteuern. Beim Boxenstopp haben wir mehr Frontflügel gegeben, was aber wiederum Auswirkungen auf das Heck hatte. Dann fehlte hinten der Abtrieb." Der Weltmeister von 2009 steckte zudem dauernd im Verkehr. Zuerst hinter Felipe Massa, dann hinter Paul di Resta, schließlich hinter Daniel Ricciardo, den er in der vorletzten Runde von Platz 10 verdrängte. Trotzdem hielt Button seine Reifen besser in Schuss als Perez. Danach urteilen Ingenieure. Nicht nach dem Endresultat.

Mexikos Sponsor-Pool reicht nur für einen Fahrer

Für Perez könnte es trotz des Formanstiegs in den letzten Rennen eng werden. Er fühlte sich vor einem Jahr ein bisschen zu sehr als Superstar, hatte die falschen Berater und überwarf sich mit seinem langjährigen Sponsor Telmex. Perez hätte wissen sollen, dass man sich im Mikrokosmos Formel 1 immer zwei Mal trifft. Jetzt könnte er Unterstützung aus Mexiko gut gebrauchen. Drei Teams haben noch Cockpits im Angebot. Lotus, Force India und Sauber suchen schnelle Fahrer mit Geld.

Doch da konkurriert Perez einerseits mit Pastor Maldonado, der 40 Millionen Euro schwer ist und andererseits mit Esteban Gutierrez, der ihm das mexikanische Sponsorgeld streitig macht. Für zwei Fahrer aus dem Land der Maya und Azteken ist der Firmenpool von Carlos Slim nicht groß genug. Wie man am Beispiel Sauber sieht, reicht es ja kaum für einen. Man hört, dass von den ursprünglich versprochenen 40 Millionen pro Jahr immer nur 25 Millionen gekommen sind.

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