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Das McLaren-Geheimnis

Besseres Gefühl trotz reduziertem Abtrieb

Lewis Hamilton - McLaren - GP Australien - Melbourne - 17. März 2012 Foto: dpa 69 Bilder

McLaren feierte nach dem Qualifying von Melbourne. Zum ersten Mal seit Valencia 2009 stehen wieder zwei Autos aus Woking in der ersten Startreihe. Da zeigten sich selbst Lewis Hamilton und Jenson Button überrascht. Doch was macht den MP4-27 so schnell?

17.03.2012 Michael Schmidt

Lewis Hamilton strahlte: "Was für ein Saisonbeginn! Das war besser als erwartet. Wir hatten die Red Bull schneller auf der Rechnung." Dem Weltmeister von 2008 ist eine fast perfekte Runde geglückt. Beim Versuch, die Zeit zu unterbieten, rodelte Hamilton in der ersten Kurve durchs Gras. "Ich war zehn Meter später auf der Bremse als in der Runde zuvor. Es hat nicht mehr gereicht." Am Ende wurde es noch richtig eng für den letztjährigen Crashkönig. Jenson Button kam bis auf 0,152 Sekunden heran. Und wunderte sich: "Ich hätte nicht geglaubt, dass der Abstand zur Konkurrenz so groß ist."

Im Rennen beginnt allerdings wieder alles bei null. Das erste Rennen des Jahres birgt immer die meisten Fragezeichen. Der Regen am Freitag hat noch einige hinzugefügt, da die Teams nicht wie gewohnt ihre Dauerläufe absolvieren konnten. "Keiner ist hier mehr als acht Runden am Stück gefahren. Es sind also noch viele Fragen offen", blickte Button auf den Renntag. "Wir müssen uns auf die Daten der Testfahrten verlassen, aber die könnten trügerisch sein. Im letzten Jahr kam in Melbourne auch alles anders." Teamchef Martin Whitmarsh räumte ein: "Wir werden im Rennen flexibel sein müssen, weil keiner genau weiß, wie sich die Reifen verhalten werden. Es gibt bei uns einen Plan A, B, C und D."

Konkurrenz beeindruckt von McLaren-Tempo

Der McLaren war bei allen Hochrechnungen vorne dabei, allerdings nicht mit der im Training gezeigten Überlegenheit. "Wir konnten erkennen, dass sich McLaren mit Einführung der neuen Aerodynamikspezifikation in der letzten Barcelona-Woche deutlich verbessert hatte", verrät Mercedes-Teamchef Ross Brawn. Besagtes Paket verzichtet auf den Splitter unterhalb der Nase. Das brachte mehr Abtrieb hinten, dafür weniger vorne. Genau, was sich die Fahrer wünschten.

Durch den Wegfall des angeblasenen Diffusors hatte sich die Balance zu sehr Richtung Frontflügel verschoben. Also musste vorne Anpressdruck abgebaut werden. Jenson Button lobt sein neues Dienstfahrzeug: "Wir haben zwar im Vergleich zu 2011 viel Abtrieb verloren, aber das Gefühl für das Auto ist deutlich besser geworden. Es reagiert direkt auf jede Setupänderung."

Die McLaren-Show brachte die Diskussion wieder in Gang, ob der Weg von McLaren mit der tiefen Nase vielleicht doch der bessere sei. "Die Qualität eines Autos lässt sich nicht an einem Detail festmachen", winkt Martin Whitmarsh ab. McLaren hat ganz einfach ein besseres Auto gebaut, das im Gegensatz zum Vorgänger nicht von einer Stellgröße abhängig ist.

"Wenn wir letztes Jahr den angeblasenen Diffusor abgeschaltet haben, waren wir drei Sekunden langsamer", blickt Whitmarsh zurück. "Diesmal ist die Basis besser", sagen die Fahrer. "In den schnellen Kurven spüre ich keinen Unterschied zum letzten Jahr", lässt Button durchblicken. "In den langsamen rutschen wir zwar mehr herum, aber die Balance ist besser. Das Auto lässt sich einfacher kontrollieren."

Button mit Vorteil im Rennen?

Genau das kann im Rennen für alle zum entscheidenden Faktor werden. "Es ist heute viel einfacher, sich die Hinterreifen zu ruinieren. Wer es übertreibt, hat sofort zu viel Schlupf. Du brauchst mehr Gefühl beim Beschleunigen." Ein Trumpf für Button?

Whitmarsh deutet an, worauf es im Rennen ankommen wird: "Die Fahrer dürfen es in den ersten Runden nicht übertreiben. Und sie brauchen ein gutes Gefühl dafür, wann der Reifen einbricht, um rechtzeitig einen Boxenstopp einzulegen. Je früher sie es merken, umso weniger Zeit bleibt liegen."

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