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McLaren gibt auf

Halbes Jahr Rückstand auf die Spitze

Button & Perez - McLaren - GP Deutschland 2013 Foto: McLaren 51 Bilder

Bei McLaren hat man den Kampf um Siege und Titel in diesem Jahr aufgegeben. Die Konzentration gilt nun ganz dem 2014er Auto. Am Nürburgring hatte das Team Pech. In der letzten Runde verloren Jenson Button und Sergio Perez Plätze.

08.07.2013 Tobias Grüner

Leichtes Aufatmen bei McLaren. Am Nürburgring war beim Team aus Woking wieder eine kleine Verbesserung zu erkennen. Nach zwei punktlosen Rennen in Kanada und England landeten endlich wieder beide Piloten in den Top Ten. Die Strategie Jenson Button auf den harten und Sergio Perez auf den weichen Reifen starten zu lassen und dann ein Zweistopp-Rennen zu fahren, ging allerdings nicht ganz wie geplant auf.

"Wir hatten etwas Pech. Ich hatte vor dem Rennen fälschlicherweise vorhergesagt, dass ab Platz 7 alle Fahrer auf der harten Mischung starten. Aber dann waren plötzlich fast alle mit den weichen Reifen bestückt", gab Teamchef Martin Whitmarsh anschließend zu. "Das war ein Geschenk für die vorderen Piloten, die auf Soft starten mussten. Sie wären sonst nach dem ersten Stopp in deutlich schlimmeren Verkehr zurückgefallen."

Safety-Car kostet McLaren Plätze

Auch mit dem Safety-Car haderte man im McLaren-Lager. Die Neutralisation kam kurz nach dem ersten Boxenstopp von Jenson Button zum falschen Zeitpunkt. Auch die Dauer der Safety-Car-Phase schmeckte Whitmarsh nicht. "Webber hatte extremes Glück. Ich habe noch nie gesehen, dass ein zurückrundendes Auto vor dem Restart wieder derart am Ende des Feldes aufschließen darf." Besonders ärgerlich: Im allerletzten Umlauf wurde Perez noch vom Australier überholt.

Auch Button verlor in der Schlussrunde noch eine Position. "Die Caterhams haben ihn beim Überrunden ein paar Sekunden gekostet", beklagte Whitmarsh. "Das hat Lewis (Hamilton) direkt an sein Heck gebracht. Ausgerechnet in der letzten Runde ging er vorbei."

Mit seinen Piloten war der Brite dennoch zufrieden. "Beide Fahrer haben einen guten Job erledigt und viel Disziplin bewiesen. Sie waren die einzigen, die mit nur 2 Stopps in die Punkte fahren konnten. Das Reifenschonen war im Cockpit sicher nicht besonders aufregend, aber manchmal ist das der schnellere Weg."

McLaren muss ein halbes Jahr aufholen

Es hätte Platz also Platz 5 und 7 sein können, es wurden die Plätze 6 und 8. Nach dem verkorksten Qualifying immer noch ein anständiges Ergebnis. "Wir machen keinen Handstand vor Freude, weil wir immer noch nicht da sind, wo wir sein wollen. Wir müssen weiter hart arbeiten. Aber es war ein Schritt in die richtige Richtung", gab sich Whitmarsh versöhnlich.

Nach dem schwachen Saisonstart, hat McLaren das Auto nun endlich verstanden. Allerdings hat die Fehlersuche viel Zeit gekostet. "Unser Auto ist jetzt schneller als letztes Jahr. Es ist nichts fundamental verkehrt damit. Aber im Vergleich zu den anderen liegen wir rund ein halbes Jahr Entwicklungszeit zurück. Das ist schwer wieder aufzuholen."

Die Ingenieure wissen, wo sie ansetzen müssen. "Im Vergleich zur Konkurrenz sind wir bei der Traktion aus langsamen Passagen hintendran. Da fehlt uns Abtrieb. Beim Reinbremsen in Kurven und am Ausgang können wir uns auch verbessern. Das sind die größten Baustellen", so Whitmarsh. Allerdings arbeitet man in Woking nicht mehr mit ganzer Kraft an der Behebung der Probleme.

McLaren rechnet nicht mehr mit Siegen

"Wir haben nicht mehr so viele Ressourcen zur Verfügung, weil wir uns schon ziemlich auf 2014 konzentrieren", erklärt der Teamchef. Damit haben sich die Chrompfeile offiziell vom Kampf um den Titel verabschiedet. "Wir sind es gewohnt, um Siege zu kämpfen. Das ist nicht leicht sich davon im Kopf frei zu machen."

Eine letzter kleiner Strohhalm kommt von Pirelli. In Ungarn werden wieder modifizierte Reifen eingesetzt. McLaren war eines der Teams, dass zu Beginn der Saison unter der Aerodynamik und den Walkeigenschaftend er 2013er Reifen am meisten gelitten haben. Es könnte sein, dass die Rückkehr zu den 2012er Konstruktionen dem Auto mehr hilft als anderen.

"Darauf hoffe ich natürlich schon ein bisschen", verrät Whitmarsh. "Aber in der Zwischenzeit haben wir uns, wie andere auch, an den neuen Reifen angepasst. Die Hoffnung ist da, aber der Glaube daran fehlt mir."

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