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McLaren glaubt weiter an Fortschritt

"Halbe Sekunde hinter Mercedes"

Fernando Alonso - McLaren - GP England - Silverstone - Freitag - 3.7.2015 Foto: McLaren 92 Bilder

Am ersten Trainingstag in Silverstone rangierte McLaren-Honda am hinteren Ende des Feldes. Das zweiterfolgreichste Formel 1-Team stritt mit Sauber um den drittletzten Platz. McLaren beharrt, dass ihr Auto weiter Fortschritte macht und entschuldigt sich mit Uralt-Motoren.

04.07.2015 Michael Schmidt

Fernando Alonso fehlten 2,576 Sekunden auf die Bestzeit. Bei Jenson Button waren es 3,041 Sekunden. Die McLaren-Piloten landeten am ersten Trainingstag zum GP England auf den Plätzen 15 und 17. Umzingelt von Sauber und Manor. Der schnellste Manor-Pilot lag nur 1,093 Sekunden hinter Button. Der Abstand zum Ende des Feldes ist kleiner als zur Spitze.

Da bekommt ein Interview von Ron Dennis in der englischen Tageszeitung Independant fast humoristische Züge. Der McLaren-Chef sprach von einem der besten McLaren-Teams aller Zeiten, und davon, dass man ständig Fortschritte mache und damit auf dem vorgezeichneten Weg zu dem erklärten Ziel sei: Also wieder Rennen und Weltmeisterschaften zu gewinnen.

Honda fährt mit Uralt-Motoren

Blickt man auf die Ergebnisse, scheint McLaren seit zwei Rennen rückwärts zu laufen. Teamleitung und Fahrer schoben es auf die Streckencharakteristik. Montreal und Spielberg sind Power-Strecken. In Siverstone sollte sich demnach der unterbrochene Aufwärtstrend wieder fortsetzen. Doch der erste Trainingstag schien eher das Bild aus Kanada und Österreich zu bestätigen. Obwohl in Silverstone beide Fahrer mit dem neuen Aerodynamikpaket mit der Kurznase unterwegs waren.

Honda nahm alle Schuld auf sich. In den beiden Autos waren Uralt-Motoren eingebaut. "Vintage Racing", witzelte einer der Honda-Ingenieure. Eines der Triebwerke war Stand Bahrain, das andere Stand Spanien. Also 100 PS hinter der Marschroute. Die letzten im Kontingent, die überhaupt noch laufen. Die zwei in Österreich verwendeten Antriebsquellen mussten aussortiert werden. Bei Alonsos Crash mit Kimi Räikkönen ging der Ventildeckel zu Bruch. Das Sensorproblem in Buttons Antriebsquelle hat den brandneuen Motor in die ewigen Jagdgründe geschickt.

Neue Motoren wollte McLaren nicht ausfassen. Um beim Heimspiel Strafen zu vermeiden. Und weil Honda möglicherweise schon beim GP Ungarn ein Upgrade mit Einsatz von Token bringt. Diesmal haben die Japaner den Verbrennungsmotor revidiert. Auch die Turbolader werden erneut modifiziert. Die größeren Lader, die in Kanada ihr Debüt gaben, haben zwar mehr Leistung gebracht, aber nur in bescheidenem Rahmen.

Nur Button bekommt Upgrade vom Upgrade

Der Zeitpunkt der Rennpremiere des neuen Honda-Motors hängt davon ab, ob die Formel 1-Kommission und der FIA-Weltrat den Vorschlag der Strategiegruppe absegnet, wonach Honda in diesem Jahr straffrei fünf Motoren einsetzen darf. Da die Japaner ihren fünften Motor bereits verwendet und dafür auch eine Strafe kassiert hatten, wäre der sechste Motror frei. Könnte Honda den Joker sofort ziehen, wird es in Ungarn gemacht. Wird der Vorschlag abgelehnt, kommt Hondas Motorrevision erst in Spa. Weil sich McLaren dort weniger Chancen ausrechnet als in Budapest.

Mittlerweile will McLaren seinen MP4-30 auf Vordermann bringen. Die Ingenieure zeigten sich mit den Chassis-Fortschritten zufrieden. Sie haben ausgerechnet, dass das Power-Defizit in Silverstone zwei Sekunden kostet. Dazu kommen noch einmal ein paar Zehntel, weil die Reifentemperaturen wegen der bescheidenen Geschwindigkeiten im Keller bleiben. "Wir glauben, dass wir beim Chassis eine halbe Sekunde auf Mercedes verlieren", beteuert Teamchef Eric Boullier.

Die McLaren-Pilotren mussten am Freitag wegen der betagten Motoren im Heck mit Kilometern knausern. Alonso fuhr 31, Button 26 Runden. Deshalb verschob McLaren den Test der zweiten Stufe des Österreich-Upgrades auf Samstag. Nur Button bekam die neuen Teile: Das Leichtgewichtchassis, die Weiterentwicklung des Frontflügels, die neuen Spiel und Seitenkasten-Flügel.

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