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McLaren beim GP Indien

Sieger der zweiten Rennhälfte

Button & Hamilton - McLaren - GP Indien 2012 Foto: McLaren 34 Bilder

Für die McLaren-Fahrer begann der GP Indien erst in der zweiten Halbzeit. Lewis Hamilton und Jenson Button trumpften auf, sobald ihre Autos mit den harten Reifen besohlt waren. Jetzt rätseln Fahrer und Ingenieure, warum der Knoten erst so spät aufging.

30.10.2012

Wäre das Rennen erst in Runde 30 losgegangen, die McLaren-Fahrer hätten einen Doppelsieg gelandet. Doch als alle Favoriten von den weichen auf die harten Reifen gewechselt hatten, da lag Lewis Hamilton bereits 20,6 Sekunden hinter Spitzenreiter Sebastian Vettel. Bei Jenson Button betrug der Rückstand sogar 30,1 Sekunden. Das können nicht einmal die schnellsten Autos im Feld aufholen.

Hamilton machte in der zweiten Rennhälfte 6,7 Sekunden auf Vettel gut. Bei Button waren es 3,8 Sekunden. Am Ende blieben nur die Plätze vier und fünf. Mark Webber konnte Rang drei trotz KERS-Problemen verteidigen. Und Fernando Alonso ist auf den harten Gummis ebenfalls geflogen. Auch der Ferrari-Pilot machte Boden auf Vettel gut.

Probleme auf weichen Reifen schon im Qualifying

Wie so oft in dieser Saison blieben die Beteiligten eine Erklärung schuldig. "Wir hatten schon am Freitag und Samstag Probleme mit den weichen Reifen", machte McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh den Versuch einer Analyse. "Die Strecke ist seltsam. Es hat so wenig Grip wie auf einem Stadtkurs. Deshalb ist das Aufwärmen der Reifen ein Geduldsspiel. Komischerweise sind wir mit den harten Reifen leichter in das Arbeitsfenster gekommen als mit den weichen. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir das in diesem Ausmaß schon einmal so erlebt haben."

Jenson Button fuhr in der Qualifikation einen Siebenrunden-Turn, bis er endlich auf eine vernünftige Rundenzeit kam. "Kein anderer Fahrer hatte beim Start so alte Reifen wie ich. Die ersten zehn Runden waren ein einziger Kampf. Das Auto ist an der Vorderachse richtig gesprungen. Ich hatte furchtbares Untersteuern und konnte mich gegen Fernando und Lewis nicht wehren." Beim Reifenwechsel wussten die McLaren-Techniker warum. "Der linke Vorderreifen hat Blasen gezogen. Der Zustand war schockierend", rapportierte Whitmarsh.
 
Auch Hamiltons erster Reifensatz hatte beim Start bereits vier Runden auf der Lauffläche. Der künftige Mercedes-Pilot kam in der Startrunde unter die Räder, fiel vom dritten auf den fünften Platz zurück. Nach vier Runden lag Hamilton vor seinem Teamkollegen. Doch auf die Red Bull und Fernando Alonso musste der WM-Fünfte abreißen lassen. Auch er beklagte Balanceprobleme mit den weichen Reifen.

Button fährt schnellste Rennrunde

Das änderte sich mit dem zweiten Reifensatz. Sofort nach seinem Wechsel fuhr Hamilton die schnellsten Runden und holte auf die Spitze auf. Buttons starke Stunde schlug ganz zum Schluss. Das war umso erstaunlicher, da Button als erster von den Spitzenpiloten auf die harten Reifen gewechselt hatte. Als Button im letzten Umlauf die schnellste Runde fuhr, hatte der Reifensatz bereits 35 Runden abgespult.

Und was für eine Rundenzeit legte der Weltmeister von 2009 da auf die Bahn. Mit 1.28,203 Minuten war er vier Zehntel schneller als Alonso und eine halbe Sekunde als Vettel. "Dabei haben wir ihm gesagt, er soll Sprit sparen", grinste Whitmarsh etwas gequält.
 
Button selbst schwärmte über seinen McLaren: "Die zweite Rennhälfte hat echt Spaß gemacht. Ich konnte voll angreifen, die Balance des Autos war traumhaft, und ich hatte das Gefühl, dass die Reifen ewig halten."

Fünf Räder in 3,1 Sekunden

Es gab noch einen Rekord für McLaren. Lewis Hamilton gelang trotz Lenkradwechsel der viertschnellste Boxenstopp. Auf Vettels Bestwert fehlten nur 0,145 Sekunden. "Das war eine Meisterleistung", applaudierte Teamchef Whitmarsh. "Aber ich möchte diese Übung nicht jedes Rennen durchexerzieren. Es ist nicht nur damit getan, das Lenkrad zu tauschen. Das ganze muss mit dem Reifenwechsel genau abgestimmt sein. Lewis musste den Leerlauf einlegen, das Lenkrad rauswerfen, ein neues kam rein, dann musste er die Einstellungen für das Verlassen der Boxengasse drücken, den ersten Gang einlegen und losfahren."

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