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McLaren-Honda ab 2015

Comeback der Power-Allianz

McLaren Honda Collage 2013 Foto: Grüner 30 Bilder

Honda kehrt zurück in die Formel 1. Wie erwartet werden die Japaner 2015 als Motorenhersteller einsteigen. Als erstes Partnerteam wird McLaren mit den neuen V6-Turbo-Aggregaten von Honda ausgerüstet. Die McLaren-Mercedes-Allianz findet damit nach 20 gemeinsamen Jahren ein Ende.

16.05.2013 Tobias Grüner

Erinnern Sie sich noch an 2011? Kurz nach dem GP Japan hatte auto motor und sport erstmals Wind davon bekommen, dass Honda mit McLaren zurück in die Formel 1 will. Von vielen Experten wurde unsere Comeback-Nachricht kurz nach der Wirtschaftskrise belächelt. McLaren selbst dementierte die Meldung sogar. Doch anderthalb Jahre später ist die neue Allianz offiziell. Ab 2015 wird McLaren wieder mit Honda-Motoren fahren.

Bei einer live im Internet übertragenen Pressekonferenz wurde der Einstieg des japanischen Autobauers am Donnerstag (16.5.2013) erstmals offiziell bestätigt. Honda Geschäftsführer Takanobu Ito verkündete gemeinsam mit McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh, was zuletzt bereits ein offenes Geheimnis war: Nach 21 Jahren Pause wird 2015 wieder ein Auto unter dem Namen McLaren-Honda an den Start gehen.

Comeback von McLaren-Honda 2015

"Wir wollen ein neues Kapitel in dieser Partnerschaft beginnen", kündigte Whitmarsh an. Zwischen 1988 und 1992 war der Rennstall bereits mit Triebwerken von Honda unterwegs. Ayrton Senna, Alain Prost und Gerhard Berger sammelten damals vier Fahrer- und vier Konstrukteurstitel. Allein mit dem McLaren MP4/4 siegte man in der Saison 1988 bei 15 von 16 Rennen.

"Das war eine einmalig erfolgreiche Partnerschaft", blickt Whitmarsh zurück. "Gemeinsam haben wir für einige der besten und legendärsten Momente der Formel 1-Geschichte gesorgt. Im Namen von McLaren und jedem, der Formel 1 liebt, freue ich mich deshalb, Honda wieder willkommen zu heißen."

Für Jenson Button ist die neue Partnerschaft mit Honda ebenfalls eine Reise in die  Vergangenheit. Der Brite war zwischen 2003 und 2008 sechs Jahre mit Motoren der Japaner unterwegs – nicht immer erfolgreich. Obwohl er nach dem Honda-Ausstieg 2008 beinahe arbeitslos geworden wäre, freut sich der Routinier auf das Comeback seines ehemaligen Arbeitgebers. "Ich habe 2006 mit Honda meinen ersten Grand Prix-Sieg gefeiert und ich weiß genau, wie groß die Formel 1-Leidenschaft bei Honda ist."

Teamkollege Sergio Perez kennt Honda nur aus dem Fernsehen. "Ich bin 1990 geboren, in dem Jahr, als Ayrton Senna mit McLaren-Honda den zweiten von drei Titel holte. Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, in der diese Ära in den Herzen der Fans weiterlebte. Natürlich ist Ayrton einer meiner Helden, wie für viele Millionen Menschen in Zentral- und Südamerika. Die Ankündigung heute bringt nicht nur schöne Erinnerungen zurück sondern startet auch ein neues Zeitalter - was sehr aufregend ist."

Todt und Ecclestone begeistert von Honda-Rückkehr

Auch die Formel 1-Bosse freuten sich über die Nachricht der Honda-Rückkehr: Es ist eine große Freude für uns, dass Honda in die Formel 1 zurückkehrt“, sagte Chefvermarkter Bernie Ecclestone. "Ihre Motorentechnologie und ihre Leidenschaft für den Motorsport machen Honda zum idealen Formel 1-Teilnehmer."

FIA-Präsident Jean Todt fügte hinzu: "Ich bin sehr froh über die wichtige Entscheidung Hondas, ab 2015 gemeinsam mit McLaren in die Formal 1 zurückzukehren. Die Einführung des neuen Antriebs in Form des 1,6-Liter-V6-Motors mit Direkteinspritzung und Energierückgewinnungssystemen ist eine spannende Herausforderung und zeigt, in welche Richtung sich der Sport in Zukunft entwickeln wird. Ich bin sicher, dass Honda in den kommenden Jahren zu den starken Teilnehmern zählt."

Teamchef Whitmarsh weiß, dass die Erfolge der Vergangenheit auch große Erwartungen für 2015 wecken. Einfach wird es allerdings nicht für die neue Koalition. Während die anderen Motorenbauer schon 2014 erste Erfahrung mit den neuen Triebwerken sammeln können, müssen die Japaner noch ein Jahr länger warten, bevor sie auf der Rennstrecke Kinderkrankheiten ausmerzen können.

Honda V6 schon auf dem Prüfstand

Das Reglement sieht eine schleichende Einfrierung der Weiterentwicklung vor. Das heißt, dass zu Beginn der V6-Einführung in der Saison 2014 noch deutlich mehr Änderungen am Motor erlaubt sind als ein Jahr später, wenn Honda kommt. Das könnte sich zu einem Nachteil für den Späteinsteiger entwickeln. Whitmarsh glaubt jedoch an den Erfolg: "Honda hat einen einzigartig guten Ruf als Hersteller von Turbo-Motoren. Deshalb ist es der perfekte Motoren-Partner für uns."

Gebaut werden die neuen 1,6 Liter Turbo-Aggregate im Honda-Motorenzentrum in Tochigi. Die Entwicklung hat dort längst begonnen. Erste Versuchsträger laufen dort schon auf den Prüfständen. Angeblich sollen Honda-Ingenieure auch schon seit einiger Zeit in der McLaren-Zentrale in Woking untergebracht sein. Im Honda-Entwicklungsteam mit dabei ist übrigens auch der ehemalige Ferrari-Motorenchef Gilles Simon.

Honda-Einstieg mit Mercedes-Hilfe?

Problematisch wird der Wechsel des Motorenlieferanten jetzt vor allem für Mercedes. Seit 1995 versorgte der Stuttgarter Autobauer den Rennstall aus Woking mit Antriebseinheiten. Nun müssen die Mercedes-Ingenieure aufpassen, dass sie mit den Motoren für 2014 nicht gleichzeitig auch Know-How an McLaren und somit auch an Honda liefern.

Wie sich die neue Partnerschaft sportlich entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Finanziell dürfte sich der Deal auf für McLaren aber auf jeden Fall lohnen. Während der Rest der Formel 1 mindestens 15 Millionen Euro pro Saison für die neuen Aggregate auf den Tisch legen muss, wird McLaren als erster Partner offenbar gratis versorgt. Neben McLaren soll mindestens noch ein weiterer Kunde dazukommen. Angeblich sollen sich Sauber und Lotus bereits nach Preisen erkundigt haben.

In unserer Bildergalerie haben wir noch einmal die besten Fotos der Allianz zwischen McLaren und Honda. Die gesamte F1-Story von Honda mit vielen historischen Bildern finden Sie in drei Teilen unter folgenden Links:

Teil 1: Honda F1 - Der Einstieg in die Königsklasse
Teil 2: Honda F1 - Die Meistermacher aus Japan
Teil 3: Honda F1 - WM-Titel unter fremden Namen

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