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McLaren-Honda im Aufwind

Ein Auto fürs Q3 und Punkte

Jenson Button - McLaren - Formel 1 - GP Australien - Melbourne - 19. März 2016 Foto: sutton-images.com 23 Bilder

Honda hat Fortschritte in Sachen Zuverlässigkeit gemacht. Trotzdem reisten Fernando Alonso und Jenson Button mit leeren Händen aus Melbourne ab. Bei einem normalen Rennen wären aber Punkte drin gewesen.

26.03.2016 Michael Schmidt

Die größte Überraschung neben Toro Rosso ist McLaren-Honda. Der zweitälteste Rennstall der Formel 1 sendet Signale, dass man sich auf dem Weg zurück zu alter Größe befindet. Fernando Alonso war im Q2 unter vergleichbaren Bedingungen nur noch 1,2 Sekunden langsamer als die Mercedes. Damit hat McLaren den Rückstand halbiert. Der Ex-Champion sagt aber auch: "Die nächsten 1,2 Sekunden sind die schwierigeren."

Beide McLaren fuhren bis zu der unheilvollen 17. Runde mit Alonsos Unfall auf Punktekurs. Teamchef Eric Boullier rechnete vor: "Fernando hätte Achter, Jenson Zehnter werden können." Die Rennunterbrechung kam Jenson Button wegen seines Boxenstopps in der 15. Runde zwar ungelegen, doch selbst da wären WM-Punkte noch möglich gewesen. Hätte McLaren nicht auf Supersoft-Reifen umgesattelt.

Die weichste Mischung begann schnell zu körnen und war nach nur 10 Runden unbrauchbar. Boullier verrät: "Im letzten Jahr hatten wir ein reifenschonendes Auto. Unser neuer MP4-31 fordert die Reifen mehr." Button rügte: "Wir wären besser gleich auf Medium-Reifen gegangen."

Auch Honda mit dem Mercedes-Trick

Der MP4-31 muss ein exzellentes Auto sein, denn der Honda-Motor hat über den Winter kaum Power gewonnen. Nur Standfestigkeit. Und die Fahrer können die 163 PS aus der Batterie jetzt verlässlich über die gesamte Runde abrufen. "Wir können jetzt wenigstens fahren und auf diesem Weg das Chassis entwickeln", atmet Alonso auf.

Der Spanier ist davon überzeugt, dass McLaren auf einem guten Weg ist, bald schon das beste Chassis im Feld zu stellen. Boullier glaubt: "Mit diesem Auto können wir regelmäßig ins Q3 fahren. Wir hätten es schon in Melbourne geschafft, hätten wir im Q2 noch einen zweiten Reifensatz übrig gehabt."

Honda stand nach der ersten Saison vor einem Berg, so hoch wie der Mount Everest. Die Japaner wollen ihn in zwei Etappen besteigen. Der erste Teil des Aufstiegs scheint geschafft. "Wir haben über den Winter hauptsächlich an der Zuverlässigkeit gearbeitet", bestätigte der neue Honda-Rennleiter Yusuke Hasegawa.

Im nächsten Schritt sucht Honda mehr Power. Wie auch Renault stellt Honda auf Vorkammerzündung um. Ein Trick, mit dem Mercedes der Konkurrenz von Anfang an einen Schritt voraus war. Und immer noch ist.

Das Verfahren, bei dem rund um die Zündkerze eine kleine Wolke fetten Gemischs so gezündet wird, dass der Rest des Kraftstoffs im Zylinder möglichst effizient verbrennt, wurde noch einmal verfeinert. Ferrari hatte diesen Trick im letzten Jahr kopiert und damit einen großen Sprung nach vorn geschafft.

Wann Honda die Ausbaustufe einsatzbereit hat, bleibt vorerst das Geheimnis der Forschungsabteilung in Sakura. Auch McLaren hat noch kein Datum bekommen. Honda hat sich mit 14 Rest-Token genügend Entwicklungs-Spielraum offengelassen.

Allein im Bereich des Brennraums müsste man rund 7 Token investieren. "Doch damit ist es nicht getan", lächelt Mercedes-Teamchef Toto Wolff. "Da hängen auch der Turbolader und die MGU-H mit dran. Die Abstimmung des ganzen Systems auf diese Technologie ist das Geheimnis."

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