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McLaren und Honda rüsten auf

Honda will alle Token einlösen

McLaren - Formel 1 - GP Spanien 2016 Foto: McLaren 11 Bilder

Für McLaren-Honda ist der GP Monaco ein wichtiges Datum. Optimisten glauben an ein Podium. Das Auto zeigte in Sektor 3 von Barcelona Ansätze dazu. Aber auch Honda ist nicht untätig. Die Japaner wollen ihren Motor in Kanada und Belgien in 2 Schritten aufrüsten.

21.05.2016 Michael Schmidt 4 Kommentare

Barcelona ist traditionell das Schaulaufen der Aerodynamiker. Mercedes, McLaren, Force India, HaasF1, Manor und Renault brachten mehr oder weniger große Ausbaustufen nach Spanien. Bei McLaren und Force India könnte man fast von einer B-Version sprechen. Das Konstruktionsbüro von McLaren produziert neue Teile als gäbe es kein Morgen. Flügel vorne und hinten, Unterboden, Bremsbelüftungen.

Den neuen Frontflügel gab es nur in einer Ausfertigung. Er wurde Jenson Button zugelost. Beim nächsten Streitfall ist Fernando Alonso dran. Teamchef Eric Boullier erklärte: "Es war noch nicht die endgültige Version des Flügels. Die kommt erst in Monaco." Genauso wie ein Honda-Motor mit verbesserter Fahrbarkeit.

Podium zum McLaren-Jubiläum

Alonso lobt: "Das Auto wird immer besser." Die McLaren-Honda bewegen sich in kleinen Schritten in die Top Ten. In den Kurven zählen die MP4-31 bereits zu den schnellsten. McLaren war in Barcelona mit 4 Zehnteln Rückstand in Sektor 3 die dritte Kraft. Woraus Fernando Alonso schließt: "Wir haben das drittbeste Chassis im Feld. Vor Ferrari, Williams und Force India. Uns fehlt noch mechanischer Grip und Motorleistung für die Geraden."

Deshalb ist Monte Carlo für den zweitältesten Rennstall der Formel 1 das erste Highlight der Saison. Auf der Rennstrecke, auf der Bruce McLaren vor 50 Jahren mit dem Typ McLaren M2B und einem modifizierten Indy-Achtzylinder von Ford debütierte, soll das erste Podium seit dem GP Australien 2014 bringen. Bei nur 260 Kilometer Renndistanz ist auch der Spritverbrauch im Rennen keine Bremse für den immer noch zu durstigen Honda V6-Turbo.

McLaren - Formel 1 - GP Spanien 2016Foto: McLaren

Lange Geraden gibt es auch nicht, über die sich McLaren bei Honda beschweren könnte: "Wir sind nur auf dem ersten Drittel der Gerade stark. Dann geht uns die Luft aus", ärgern sich die Ingenieure. Honda sieht in diese Punkt auch McLaren in der Pflicht. Die Japaner glauben, dass der McLaren sich seinen Abtrieb mit zu viel Luftwiderstand erkauft.

Das wäre keine Überraschung. Der McLaren ist wie der Red Bull um 1,9 Grad angestellt. Auch der Red Bull lässt auf den Geraden Federn. McLaren-Designer Peter Prodromou war früher ein Schüler von Red Bull-Starkonstrukteur Adrian Newey, der schon seit 20 Jahren seine Autos vorne tief und hinten hoch fährt.

Erst Elektro-Power, dann Motorleistung

Honda hat noch 14 Entwicklungs-Token in der Hinterhand. Nach Aussage eines Ingenieurs sollen alle bis zum GP Belgien eingelöst werden. Der erste Schritt kommt beim GP Kanada. "Da werden wir in der Lage sein, noch mehr elektrische Leistung in den Antrieb einzuspeisen", verrät unser Informant. Rechtzeitig vor den Power-Strecken Spa und Monza sollen dann die Verbrennungsmaschine und der Turbolader fitgemacht werden.

Die Vorkammerzündung nach Diesel-Vorbild ist erst ein Thema für nächstes Jahr. Die Patente dafür sind zwar für jedermann zugänglich, allerdings ist die Abstimmung des Verbrennungsvorgangs bei den aktuellen Formel 1-Motoren eine Raketenwissenschaft. Honda will 2017 seinen kompletten Motor umkrempeln. Turbolader und MGU-H sollen raus aus dem V der Zylinder, damit die Ingenieure mehr Freiheit beim Einlasssystem bekommen.

Neuester Kommentar

@MaikT

Ich bezweifel stark, dass Mercedes das beste Chassis hat. Nehmen wir z.B. Red-Bull. Das Team gilt seit Jahren als das Team mit de besten Chassis (Newey sei Dank). Red-Bulls Abstand zu Mercedes variiert von Rennen zu Rennen gemessen an den Quali-Ergebnissen sehr deutlich. Wenn es auf die Aerodynamik ankommt (Spanien) sind sie plötzlich sehr dicht dran (4/10). Bei anderen Rennen (Russland) fehlt Red-Bull 1,7 Sekunden. Ein solch starkes Aufholen seitens Red-Bull ist hauptsächlich durch die Aerodynamik und damit durch das bessere Chassis zu erklären. Daher kann Mercedes nicht das beste Chassis im Feld haben. Mercedes hat mit Abstand die stärkste Antriebseinheit und hat eventuell (reine Spekulation) eines der besten Fahrwerke im Feld. Aber mit Sicherheit nicht das stärkste Chassis.

In Monaco wird Mercedes aufgrund ihres Fahrwerks wieder stark sein. Siehe Sektor 3 beim GP in Spanien. Schwer einzuschätzen ist was mit Ferrari ist. Ich vermute, dass sie kein gutes Fahrwerk haben, weil sie noch zu wenig Erfahrung mit der Push-Rod-Aufhängung haben. Bei so einer radikalen Änderung wäre es logisch, wenn sie hier noch Aufholbedarf hätten im Vergleich zu Teams, die seit Jahren mit Push-Rod fahren. Daher wird Ferrari wahrscheinlich wieder Federn lassen. Red-Bull wird jedoch im Vergleich zu Spanien auch abrutschen, da Monaco kein aerodynamisch anspruchsvoller Kurs ist. Mein Tipp ist jedoch, dass Ferrari unter ihrem schlechten Fahrwerk mehr leidet als Red-Bull mit ihrer guten Aerodynamik, die in Monaco keine große Rolle spielen. Daher wird Red-Bull zweite Kraft vor Ferrari und Ferrari kämpft mit McLaren. McLaren hatte einen sehr guten dritten Sektor in Barcelona und das zeigt, dass sie im Bereich Fahrwerk oben mitfahren können. Außerdem ist ihr Chassis kein schlechtes.

PeterSchlosser 23. Mai 2016, 10:55 Uhr
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