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McLaren ist ratlos

Warum bog Alonso nach innen ab?

Fernando Alonso - McLaren - Formel 1-Test - Barcelona - 22. Februar 2015 Foto: xpb 116 Bilder

Der Nebel um den Unfall von Fernando Alonso will sich nicht auflösen. Auch mehrere Stunden nach dem Crash ist die Unfallursache noch unklar. Auch über den Hergang gibt es unterschiedliche Aussagen. Alonsos Manager gab den starken Wind als Auslöser für den Abflug an. Das klingt unwahrscheinlich.

22.02.2015 Michael Schmidt

Es ist einer der rätselhaftesten Unfälle der letzten Jahre. Weil er bei geringem Tempo passierte. Weil Fernando Alonso in einer Rechtskurve nach rechts abbog. Weil man nicht weiß, warum der McLaren seine Fahrtrichtung so atypisch änderte. Und weil es noch keine Erklärung gibt, warum Alonso beim Aufprall kurz das Bewusstsein verlor, inzwischen aber von McLaren als unverletzt gemeldet wurde.

Der McLaren-Pilot verließ die Strecke in Kurve 3 mit ungefähr 150 km/h, an einer Stelle die 230 km/h verträgt. Und zwar nach innen, und nicht den Gesetzen der Physik folgend Richtung äußerer Streckenrand. So wie dreieinhalb Stunden später Carlos Sainz junior. Das lässt vermuten, dass irgendetwas dramatisch schief gegangen ist. Aber was?

Wind-Theorie ist unwahrscheinlich

Alonsos Manager Luis Garcia Abad vermutete, dass der starke Seitenwind schuld war. Das ist eher unwahrscheinlich. Nicht bei diesem Tempo. Nicht bei einem Fahrer von Alonsos Klasse. Und nicht, wenn Sebastian Vettel fast gleichzeitig durch die Kurve fährt und keine Probleme hat. Weitere Spekulationen sprachen von einem Blackout des Fahrers im Cockpit. Das wird inzwischen dementiert.

Bleibt nur noch ein technisches Gebrechen. Ein Aufhängungsdefekt auf der linken Seite vielleicht? Ein platter Reifen wie tags zuvor bei Jenson Button? Oder der Bruch des Frontflügels? McLaren behauptet, dass man bis jetzt nichts Verdächtiges gefunden hat.

Tatsache ist, dass der Frontflügel abgerissen wurde. Ob vor oder nach dem Unfall weiß man nicht. Er lag jedenfalls nicht dort, wo das Auto zum Stillstand kam. Das rechte Hinterrad war abgeknickt. Das kann beim Aufprall passiert sein. Jemand will Beschädigungen auf der linken Aufhängungsseite gesehen haben. Die war beim Aufprall aber gar nicht beteiligt.

Alonso-Einschlag mit mehr als 15g

Die Daten zeigen, dass Alonso zwei Mal gegen die Mauer stieß. Der erste Einschlag war relativ heftig. Man hört von knapp über 30 g in der Spitze. 54 Millisekunden lang sollen mehr als 15 g gemessen worden sein. Das Cockpit-Warnlicht ging an, wie immer wenn die Verzögerung 15 g übersteigt.

Solche Einschläge können einen Menschen kurzfristig k.o. schlagen. Als Alonso wieder zu sich kam, hat er offenbar auf einfache Fragen keine Antwort gewusst. Deshalb wurde er zur Beobachtung ins Krankenhaus gebracht. Als Diagnose wurde eine Gehirnerschütterung gestellt, erklärte Teamchef Eric Boullier. Inwieweit ein Einsatz in der kommenden Testwoche gefährdet ist, konnte noch nicht beantwortet werden.

Wenigstens gibt es eine Erklärung dafür, warum Alonso bei dem relativ harmlos aussehenden Unfall erstaunlich hohen Kräften ausgesetzt war. Der McLaren traf die Mauer so unglücklich mit der Seite, dass die Räder am Auto blieben. Damit gab es nichts, was die Energie absorbiert hätte. Die Kraft wurde über die Aufhängungen direkt in das Chassis und damit auf den Fahrer weitergeleitet.

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