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McLaren-Krise

Vier Rennen, vier Defekte

Jenson Button GP Korea 2012 Foto: dpa 22 Bilder

Von Hockenheim bis Singapur dominierte McLaren die Formel 1. Jetzt ist die Überlegenheit wie weggeblasen. Und dann schleichen sich auch noch Fehler ein. In den letzten vier Rennen traten vier Defekte auf. Zwei zwangen die Piloten zur Aufgabe, die anderen beiden bremsten die Fahrt im Rennen.

19.10.2012 Michael Schmidt

Der Zwischenspurt hatte es in sich. Vom GP Deutschland bis zum GP Singapur gab McLaren in der Formel 1 den Ton an. Vier Pole Positions, drei Siege und fünf Podestplätze in fünf Rennen. Dazu 119 Punkte gegen 93 für Ferrari und 81 für Red Bull. McLaren schaffte es als erstes Team in diesem Jahr, eine Serie von Rennen zu dominieren. Beim GP Singapur hätte Lewis Hamilton vermutlich seinen vierten Saisonsieg gelandet, wäre er nicht ausgefallen.

Speed und Zuverlässigkeit fehlen

Doch seit dem Nachtrennen ist bei McLaren der Faden gerissen. Die Pole Position ist mittlerweile in weite Ferne gerückt. In Suzuka fehlten Jenson Button vier Zehntel, in Yeongam verlor Lewis Hamilton zwei Zehntel auf die Red Bull, die in Singapur den McLaren ebenbürtig waren und seit Suzuka mit einer beängstigenden Dominanz das Zepter übernommen haben. Im den Rennen fiel McLaren sogar noch hinter die Ferrari zurück. Die WM-Titel kann der Rennstall aus Woking praktisch abschreiben.

Was ist los mit dem Team, das noch vor drei Wochen eine reelle WM-Chance hatte? Der Speed fehlt, und mit der Zuverlässigkeit ist es nicht gut bestellt. Dabei hat McLaren nicht die Weiterentwicklung eingestellt.

Sowohl in Suzuka als auch in Yeongam gab es aerodynamische Modifikationen am MP4-27. Sie konnten aber mit den Technikpaketen des Red Bull RB8 nicht Schritt halten. Und plötzlich fährt auch Ferrari wieder auf McLaren-Niveau, obwohl an den roten Autos praktisch nichts verändert wurde.

McLaren ohne Klappflügel langsamer?

Experten glauben, dass McLaren unter dem Verbot der Klappflügel mehr leidet als Red Bull. Seit die FIA in Singapur bei McLaren und Red Bull Frontflügel entdeckt hat, die sich schon beim Ansetzen des Wagenhebers um die Querachse gedreht haben, wurde der Belastungstest verschärft. Der Ansatzpunkt für den Druck mit 100 Kilogramm liegt jetzt 125 Millimeter weiter hinten.

Red Bull musste nachrüsten. McLaren auch, will das aber nicht zugeben. Die beiden Flügel sind jetzt im Bereich der Aufhängungspunkte bombenfest. Bei Red Bull wackeln nur noch die äußeren Bereiche der Flügel. Es ist schon auffällig, dass McLaren just mit der Einführung des neuen Flügeltests Boden verloren hat.

Vier Defekte in vier Rennen

Schlimmer noch: Es geht zu viel kaputt bei McLaren. Vier Defekte in vier Rennen, dazu eine Strafversetzung um fünf Startplätze für Button wegen eines unplanmäßigen Getriebewechsels. In Monza rollte Button mit einem Defekt im Benzinsystem aus. Ein Sensor war kaputt. Deshalb wurde aus einer Tankkammer kein Sprit mehr abgesaugt, obwohl noch 50 Liter drin waren.

In Singapur verlor Hamilton den Sieg wegen eines Getriebeschadens. Das Öl war mit Karbonteilen kontaminiert, die einen Ölfilter verstopften. Das gleiche Problem hätte Button fast noch den zweiten Platz gekostet. Zwei Runden länger, und Button wäre fällig gewesen. Deshalb musste das Getriebe in Suzuka raus.

In Suzuka haderte Hamilton das ganze Wochenende mit der Abstimmung. Er klagte über unnatürliches Untersteuern. "Eigentlich komisch, weil ich mein Auto sehr gut kenne. So etwas passiert mir normalerweise nicht." Nach dem Rennen entdeckte McLaren, dass an der Hinterradaufhängung die Einstellungen falsch getroffen wurden. Ins Detail wollte Teamchef Martin Whitmarsh nicht gehen. Vermutlich handelte es sich um das Feintuning der Massenträgheitsdämpfer.

In Yeongam brach in der 18. Runde der hintere Stabilisator. Danach war der McLaren praktisch unfahrbar. Grimmiges Untersteuern, hoher Reifenverschleiß. Aus einem Zweistopprennen wurde eine Dreistopppartie. "Wir haben versucht mit dem Frontflügel nachzujustieren, aber es hat nichts geholfen", bedauerte Whitmarsh. Dann lobte er seinen Fahrer: "Lewis ist ein heroisches Rennen gefahren. Viel Arbeit für einen WM-Punkt."

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