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McLaren lobt neues Auto

"Zielflagge in Melbourne realistisch"

Jenson Button - McLaren - Formel 1-Test - Jerez - 4. Februar 2015 Foto: xpb 53 Bilder

McLaren-Honda war beim Jerez-Test jeden Tag das Schlusslicht. Am Ende fehlten 6,8 Sekunden auf die Bestzeit. Auch in der Kilometerwertung blieb die englisch-japanische Co-Produktion weit zurück. Trotzdem zog Chassis-Ingenieur Matt Morris eine verhalten positive Bilanz.

09.02.2015 Michael Schmidt

McLaren-Honda sollte sich Sorgen machen. Die Bilanz nach 4 Testtagen in Jerez fällt ernüchternd aus. Jenson Buttons schnellste Runde von 1.27,660 Minuten lag 6,819 Sekunden über dem Testrekord von Kimi Räikkönen. Die McLaren-Piloten spulten an den vier Tagen nur 79 Runden ab. Weniger als die Hälfte des Pensums von Red Bull-Renault, die sich mit 166 Runden auch nicht gerade mit Ruhm bekleckerten. Und gar kein Vergleich zu Mercedes, die mit ihren 516 Runden alle Dimensionen sprengten.

Der einzig positive Aspekt der Test-Statistik aus Sicht von McLaren ist, dass der MP4-30 mit Honda-Power jeden Tag schneller wurde und auch jeden Tag ein paar Kilometer mehr schaffte. Trotzdem waren die Sorgenfalten auf den Gesichtern der Honda-Ingenieure groß.

Die Techniker hatten zwar die Elektronikprobleme von Abu Dhabi gelöst, doch in Jerez waren neue hinzugekommen. Der frühere Ferrari-Motorenchef Gilles Simon, der für die Japaner als Berater tätig ist, reiste gleich nach dem Test umgehend nach Japan.

Aerodynamik und Kühlung funktionieren

McLaren nutzte die Zeit für Aerodynamikmessungen und Datenerfassung im Bereich der Kühlung. Chassis-Ingenieur Matt Morris zog am letzten Testtag eine vorsichtig positive Bilanz. "Die Anzahl der Runden und der Speed waren natürlich enttäuschend. Aber wir konnten trotzdem einige Programmpunkte abhaken, die uns zeigen, dass unser neues Auto funktioniert."

"Die Korrelation zwischen den Windkanaldaten und den Aero-Messungen auf der Strecke stimmt. Auch mit der Kühlung liegen wir richtig. Das ist eine gute Nachricht, denn Probleme in diesem Bereich lassen sich nicht so einfach lösen. Wenn du die Kühlung umbauen musst, verlierst du viel Zeit."

Auf die kompakten Seitenkästen und das schlanke Heck ist McLaren besonders stolz. Teamchef Eric Boullier hatte den McLaren MP4-30 in diesem Punkt sogar als das extremste Auto im Feld bezeichnet. Dieses Selbstlob macht stutzig. Mit freiem Auge lässt sich nicht erkennen, ob der McLaren kleinere Seitenkästen hat als die Konkurrenzprodukte. Auch Red Bull, Mercedes und Ferrari haben das Heck ihrer Autos so kompakt wie möglich gestaltet.

McLaren-Aero-Programm verlangsamt

Auch die Aussagen in Bezug auf die Aerodynamik und die Kühlung sind mit Vorsicht zu genießen. Wie will man feststellen, ob das Kühlsystem in allen Lebenslagen funktioniert, wenn man fast sieben Sekunden langsamer als die Konkurrenz unterwegs ist, wenn die Temperaturen nicht über 16 Grad steigen und man mit Ach und Krach 10 Runden am Stück schafft? McLaren erwidert darauf, dass man heute schon viele Dinge am Simulator oder auf Prüfständen abklären könne.

Matt Morris gibt immerhin zu, dass McLaren wegen der Rundendiät seinen Entwicklungsfahrplan abgeändert hat. "Wir haben das Aero-Programm verlangsamt. Es macht keinen Sinn Upgrades zu bringen, wenn du mangels Kilometern noch keine Erfahrung mit dem Basispaket gemacht hast."

Der frühere Sauber-Technikchef verrät auch das erste Etappenziel von McLaren-Honda: "Der Plan war, die Saison auf dem Stand zu beginnen, wo wir 2014 aufgehört haben. Das setzt aber einen Testverlauf ohne größere Zwischenfälle voraus." Noch bleibt Morris zuversichtlich. Auf die Frage, ob er sich vorstellen kann, dass ein McLaren in Melbourne die Zielflagge sieht, antwortet der Engländer: "Ich halte das für realistisch."

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