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McLaren-Lüge vor dem FIA-Weltrat

Hamilton und Ryan müssen nicht aussagen

Dave Ryan und Lewis Hamilton Foto: dpa 55 Bilder

McLaren wird am 29. April vor den FIA-Weltrat zitiert. Der Weltverband will klären, wer bei McLaren was zu welchem Zeitpunkt gewusst hat. Die beiden Kronzeugen Dave Ryan und Lewis Hamilton müssen dabei allerdings keine Aussagen machen.

08.04.2009 Michael Schmidt

Die FIA-Richter wollen in der Weltratssitzung am 29. April vor allem eines herausfinden: Wer bei McLaren zu welchem Zeitpunkt was gewusst hat. Den Weltverband ärgert, dass McLaren bei der Wahrheitsfindung die gleiche Taktik anwandte wie beim Spionagefall vor zwei Jahren. Man gab nur soviel zu, wie man zugeben musste. Erst als die Fakten auf dem Tisch lagen, rückte man mit der Wahrheit heraus.

Fall mit Vorgeschichte

Lewis Hamilton verwies bei seiner Entschuldigungsrede zwar darauf, dass er von Teammanager Dave Ryan dazu angestiftet wurde, bestimmte Informationen zurückzuhalten, doch ein Engel ist der Weltmeister auch nicht. Er soll bereits bei den Befragungen zu dem Crash zwischen Mark Webber und Sebastian Vettel während einer Safety-Car-Phase 2007 in Fuji geschwindelt haben.
 
Das gleiche wirft ihm Fernando Alonso bei der Anhörung in Budapest 2007 vor. Als der Spanier seinem damaligen McLaren-Teamkollegen in der Qualifikation so lange die Box blockierte, dass Hamilton seinen letzten Versuch nicht mehr starten konnte.

Angespanntes Verhältnis zwischen Team und Fahrer

Es war Vater Anthony Hamilton, der bei McLaren die außerordentliche Pressekonferenz seines Sohnes durchdrückte, um die Ehre von Lewis zu retten. Firmenchef Ron Dennis soll sich in einer Telefonkonferenz mit seinem Team in Malaysia vehement gegen einen solchen Auftritt gestemmt haben. Seitdem ist das Verhältnis zwischen der McLaren-Direktor und seinem Ziehsohn etwas angespannt.
 
Dass der Hamilton-Clan in dem Zusammenhang zwischen den Zeilen bereits darüber nachgedacht hat, ob man dem Rennstall treu bleiben soll, wirft kein besonders gutes Licht auf sie. Vater und Sohn Hamilton haben McLaren alles zu verdanken. Da begeht man nicht Fahnenflucht, nur weil es einmal zu einer kompromittierenden Situation gekommen ist, an der man selbst auch nicht ganz unschuldig ist.

Eine Stunde Zeit für Hamilton

Auch jetzt gibt es noch Widersprüche bei den Aussagen Hamiltons. Seine Ausrede, er habe kaum Zeit gehabt über die Instruktionen seines Teammanagers und ihre Konsequenzen nachzudenken und deshalb das Spiel mitgespielt, kann so nicht stimmen. Nach FIA-Aussagen verging nach Rennende exakt eine Stunde bis Hamilton vor den Sportkommissaren stand. Genug Zeit also, sich seine Gedanken zu den angeblichen Instruktionen zu machen, sollte es sie in dieser Form überhaupt gegeben haben.
 
Hamilton sitzt am 29. April aber nicht auf der Anklagebank. Das Team muss sich vor dem Weltrat verteidigen. McLaren kann selbst bestimmen, ob man Hamilton als Zeuge lädt. Schwieriger wird es bei dem Mann, der eigentlich Kronzeuge wäre. Dave Ryan wurde von McLaren entlassen. Der Rennstall kann seinen Ex-Mitarbeiter nicht zwingen, vor Gericht zu erscheinen. Auch der Weltverband selbst hat keine Handhabe, Ryan vorzuladen. Da fragt man sich: Hat McLaren sich von Ryan getrennt, damit der eigentliche Kronzeuge in diesem Fall keine Aussage mehr machen kann?

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