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Formel 1: McLaren-Mercedes

Rätselhafte Formsprünge bei McLaren

Jenson Button Foto: McLaren 51 Bilder

Trainingsweltmeister am Freitag. Keine Offenbarung in der Qualifikation. Wiedererstarkt im Rennen. So könnte man die ersten vier Rennen für McLaren-Mercedes zusammenfassen. Die Formsprünge sind allen ein Rätsel. Trotzdem führen sie die Teamwertung klar an.

21.04.2010 Michael Schmidt

Die McLaren geben Rätsel auf. In den freien Trainingssitzungen sind sie die Könige. Sobald es um die Startaufstellung geht, fehlen die entscheidenden Zehntel. Am Renntag stehen sie wie Phoenix aus der Asche wieder auf. Bis jetzt hat sich die Berg- und Talfahrt für McLaren-Mercedes gelohnt. Sie führen den Konstrukteurspokal mit 109 Punkten klar vor Ferrari (90) und Red Bull (73) an. Was auch an einer unglaublichen Standfestigkeit der Autos liegt. Jenson Button und Lewis Hamilton haben in den ersten vier Grand Prix alle möglichen 438 Rennrunden zurückgelegt. Ferrari, Red Bull und MercedesGP beklagten dagegen bereits Ausfälle.

McLaren setzt Fokus auf das Rennen

Der Zirkus fragt sich dennoch: Warum zeigen die McLaren an den drei GP-Tagen so unterschiedliche Vorstellungen. "Lasst sie Freitags-Weltmeister werden", hatte man bei Red Bull noch nach den Bestzeiten von Button und Hamilton in Shanghai gehöhnt. Teamchef Christian Horner grübelte: "Vielleicht sind die McLaren auf einer grünen Strecke mit wenig Grip besonders stark und sie verlieren, je mehr Gummi auf die Bahn kommt."

Die vier Qualifikationen verliefen bis jetzt allesamt enttäuschend für die Truppe aus Woking. Noch nie stand ein McLaren in der ersten Startreihe. Oft fehlten zur Pole Position eine halbe Sekunde und mehr. Das kann daran liegen, dass McLaren mehr Wert auf ein gutes Renn-Setup legt. In Shanghai gingen Button und Hamilton von allen Spitzenfahrern am extremsten Richtung Regenrennen. Red Bull taktierte genau andersherum und verlor.

McLaren besser mit vollen Tanks

Offenbar ist der McLaren im Renntrim mit wenig Sprit an Bord schwierig zu fahren. Mehr Bodenfreiheit bedeutet weniger Abtrieb. Das wird erst zur Trumpfkarte, wenn 230 Liter Sprit im Tank sind. Immer wieder unterlaufen den Piloten im entscheidenden Q3 Fehler. Lewis Hamilton ließ im Übereifer zwei Mal Zeit beim Einlenken in Kurve 11 liegen. "Den Rest der Runde war er so schnell wie die Red Bull", beharrte Teamchef Martin Whitmarsh.

Bei Jenson Button lief es umgekehrt. "Ich hatte drei Tage keine Traktion ausgangs der langsamen Kurven. Die Hinterreifen haben überhitzt. Erst in letzter Minute sind wir mit dem Setup in eine andere Richtung gegangen. Volltreffer, aber leider zu wenig Zeit, um mich voll darauf einzuschießen."

Stategiefehler im Shanghai-Qualifying

Dazu unterlief den McLaren-Strategen noch ein Lapsus im Top Ten-Finale. Die Autos wurden mit Sprit für sechs Runden auf die Reise geschickt, statt sie beim Reifenwechsel frisch zu betanken. So fuhren Hamilton und Button beim ersten Versuch mit einem Gewichtsnachteil von acht Kilogramm um den Kurs.

"Wir wollten, dass sich unsere Fahrer besser ans Auto gewöhnen. Weil wir ohne Nachtanken Zeit sparen, können wir die Versuche besser timen. Jenson hatte außerdem nur noch einen frischen Satz weiche Reifen zur Verfügung. Damit wäre er sowieso nicht Bestzeit gefahren", gab Whitmarsh zu Protokoll.

Der Heckflügel-Trick verschafft McLaren einen ganz klaren Vorteil. Es wird dauern, bis die Konkurrenz Systeme haben, die so gut funktionieren wie das der Urheber. Ferrari und Mercedes befinden sich beim Kopieren des "F-Ducts" von McLaren erst in einer Vorstufe.

McLaren entwickelte illegale Systeme

McLaren lässt bei der Titeljagd nichts unversucht. Koste es, was es wolle. Im Glauben, Red Bull verwende ein aktives Fahrwerk, konstruierte das Technikbüro unter Paddy Lowe zwei Höhenverstellungen. Eine die über Nacht das Auto um drei Millimeter anhebt, und eine die ständig den Anstand zum Boden adaptiert. Beide Systeme wurden von der FIA verboten. McLarens Verdacht gegen Red Bull war unbegründet.

"Wären die Systeme legal gewesen, hätten wir zwei, drei Zehntel aufgeholt", glaubt Whitmarsh. Sein Kollege Horner von Red Bull kontert: "McLaren hat sich umsonst Mühe gemacht. Wir hatten nie so eine Vorrichtung. Das ist eine Erfindung der Medien."

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