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McLaren Mercedes

Neuer MP4-24 vorgestellt

McLaren Mercedes MP4-24, 0109 Foto: dpa 9 Bilder

Es war eine schlichte Präsentation in der Werkskantine von Woking. Decke weg, und das war's. Keine Spice Girls, kein Cirque du Soleil, kein künstlicher Nebel oder ein Live-Act mit Motorengeheul auf der Bühne. Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen gaben ohne Showeffekte den Blick frei auf den neuen McLaren MP4-24-Mercedes.

16.01.2009 Michael Schmidt

Erster Eindruck: Es ist ein großes Auto. Der neue Ferrari F60 und der neue Toyota TF109 wirken filigraner. Was vielleicht an den wuchtigen Seitenkästen des 2009er McLaren liegt. Die verraten vor allem eines: McLaren-Mercedes will mit Hybridantrieb antreten. Und das System braucht Platz. Es soll zum Teil in den Seitenteilen untergebracht sein.

Unterboden spielt wichtige Rolle

Auffällig ist auch die lange, rundliche Nase, die mächtiger ist als die Pinocchio-Nase des Ferrari. Sie ragt über den Frontflügel hinaus, dessen Flaps im Gegensatz zur Konkurrenz zweiteilig sind. Wegen des neuen Reglements musste McLaren von der traditionell tiefliegenden Nase abweichen.

"Die neuen Regeln erfordern, dass soviel wie möglich Luft unter das Auto eintreten kann. Der Unterboden muss den Anpressdruck kompensieren, der durch die neuen Bestimmungen für die Flügel verloren geht", dozierte Noch-Teamchef Ron Dennis. Am 1. März übergibt er das Zepter an seinen Ziehsohn Martin Whitmarsh.

Hamilton freut sich auf Slicks

Eines der interessantesten Details ist die Luftführung durch die Seitenkästen. Trotz KERS sind wie beim Ferrari die Kühleinlässe kleiner geworden. Anders als die Konkurrenz verkleidet McLaren die Auspuffendrohre und führt die warme Kühlluft über eine schmale Öffnung im Heck oberhalb des Unterbodens ab.

Der Rest des Hecks ist voll verkleidet. Auch diese Maßnahme zeigt, worauf die McLaren-Ingenieure unter der Leitung von Tim Goss ihr Hauptaugenmerk gerichtet haben. Der Diffusor soll maximalen Abtrieb liefern. Dafür muss die Luft unter dem Auto möglichst störungsfrei fließen, und dafür muss auch oberhalb der Bodenplatte eine saubere Strömung anliegen.

Lewis Hamilton hatte den neuen McLaren erst am Morgen der Präsentation zum ersten Mal gesehen: "Es ist ein elegantes Auto. Die Seitenkästen geben ihm ein anderes Aussehen. Ich freue mich, dass jetzt wieder Slicks montiert sind. Nur der kleine Heckflügel stört das Bild." Ron Dennis räumt ein, dass die Optik eine wichtige Rolle gespielt habe. Wie immer ist der McLaren perfekt verarbeitet, und er besticht auch durch harmonische Formen, soweit dies bei den neuen Regeln überhaupt möglich ist.

Hamilton will 2009 seinen Titel mit vollem Elan verteidigen: "Ich habe meine Ziele wieder auf Null gestellt. Den WM-Titel habe ich. Ich sage aber nicht: Ich bin Weltmeister. Ich sage: Ich will wieder Weltmeister werden." Auch Heikki Kovalainen sieht gute Chancen, besser als nur auf WM-Platz sieben abzuschneiden. "Ich kenne jetzt das Team, das Auto, die Arbeitsweise. Es wird mir leichter fallen, den Ingenieuren mitzuteilen, wie ich das Auto haben will."

Eine Unsicherheit bleibt: Wenn soviel neu ist wie in diesem Jahr, sind Prognosen Kaffeesatzleserei. "Ich muss mich an die Aussagen der Testfahrer halten, die schon im Simulator gefahren sind", sagt Hamilton. "Sie sagen, dass es sich gut anfühlt." Pedro de la Rosa hat erneut die Ehre, dem neuen McLaren die Sporen zu geben. Der Spanier wird morgen (17. Januar) schon im McLaren MP4-24 auf dem Kurs von Portimao in Portugal die ersten Runden drehen.

Von der Strecke in den Simulator

Bis zum Saisonbeginn hat jedes Team gerademal 20 Testtage. Hamilton ist für sieben Tage verplant. Hat die Saison einmal begonnen, wird die Entwicklungsarbeit ins Labor verlagert. "Dem Simulator und der Simulation kommt deshalb eine große Bedeutung zu", ist Dennis überzeugt: "Es wird das wichtigste Werkzeug für die Ingenieure und Fahrer."

Der scheidende Teamchef prophezeit, dass die Weichen längst gestellt sind. Reifen und Aerodynamik sind neu, dazu die Unbekannte KERS und der Motor, der doppelt solange halten muss. Es ist ein interaktives System, bei dem eine Schwachstelle andere Bereiche mit runterzieht. Wer in der Konzeptphase Fehler gemacht hat, wird diese in der Entwicklungsphase nicht mehr aufholen können. Deshalb haben wir uns für die Findung des besten Konzepts sehr viel Zeit gelassen."

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