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McLaren-Mercedes

Titelkampf gelaufen

Foto: Wolfgang Wilhelm 66 Bilder

McLaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh und Fahrer Kimi Räikkönen haben die WM 2006 schon abgeschrieben. Mercedes entwickelt einen Motor nach dem anderen, aber das MP4-21-Chassis entwickelt sich eher zurück als vorwärts.

16.05.2006 Markus Stier

Wie 2005 sammelte Kimi Räikkönen in den ersten sechs Saisonrennen 27 Punkte. Das ist enttäuschend für den Finnen, denn Weltmeister Fernando Alonso kassierte bereits 54 Punkte - die doppelte Menge. Die WM hat Räikkönen schon abgeschrieben: "Der Titelkampf findet zwischen Ferrari und Renault statt. Was mich betrifft: Ich versuche ein paar Rennen zu gewinnen."

2005 hatte Räikkönen Mitte Mai das schnellste Auto und schon zwei Siege auf dem Konto, 2006 ist McLaren von Siegen weit entfernt. Gewann Räikkönen im Vorjahr in Barcelona mit 27 Sekunden Vorsprung, sind sie am vergangenen Sonntag (14.5.) um 56 Sekunden geschlagen worden. Der MP4-21 war in Barcelona knapp eine Sekunde pro Runde zu langsam.

Am Motor liegt es nicht

Dabei war Barcelona in den letzten Jahren McLarens Paradestrecke. Als beide Fahrer zusammen in den beiden Freitagstrainings nur zehn Runden drehten, tönte Mercedes-Sportchef Norbert Haug: "Wir haben hier 6.000 Kilometer getestet. Wenn wir jetzt noch nicht wissen, wo es lang geht, ist uns nicht mehr zu helfen." Bei den Silbernen muss man nach dem Rennen zugeben: Mehr als Platz fünf ist aus eigener Kraft zur Zeit nicht zu holen.

Am Motor liegt es nicht. Die anfänglichen Probleme vor der Saison sind seit dem ersten Rennen behoben, Mercedes hat bereits die vierte Ausbaustufe fertig. Kimi Räikkönen klagt über das Chassis. In Barcelona bremste ihn ständiges Untersteuern, ansonsten nervt Übersteuern. "Das Problem liegt im Heck", verrät der Finne.

Norbert Haug: "Lamentieren bringt nichts"

Geschäftsführer Martin Whitmarsh verallgemeinert: "Wir müssen an allen Bereichen arbeiten." Auffällig ist, dass es äußerlich seit Saisonbeginn kaum Änderungen am Auto gab. Leicht geänderte seitliche Leibleche hier, ein anderer Getriebeflügel dort, winzige Modifikationen am Frontflügel und der Vorderradaufhängung. "Momentan sollten wir uns weniger auf die Meisterschaft konzentrieren als darauf, das Auto schneller zu machen und ein paar Rennen zu gewinnen", gibt Whitmarsh die neue Marschrichtung aus.

Im Winter schien das Chassis unwahrscheinlich schnell, McLaren galt als Favorit, davon ist nichts geblieben. Insider bemängeln, dass die von Teamchef Ron Dennis favorisierte Matrix-Organisation ohne nennenswerte Hierarchiestufen nicht funktioniert. Das aktuelle Auto wurde noch von Technik-Direktor Adrian Newey, Aerodynamik-Chef Peter Prodromou und wenigen anderen bestimmt. Newey ist weg, Prodromou verlässt das Paragon im Herbst.

Für Monaco kündigt das Team einen Stapel Verbesserungen an, aber das tun alle anderen angesichts der speziellen Verhältnisse auf dem engen Stadtkurs auch. Zunächst ist eine modifizierte Hinterachse in Arbeit, dann soll ein flexibler Heckflügel, wie ihn Ferrari und andere Teams verwenden, in Angriff genommen werden. "Wir mussten erst einmal sehen, wie die FIA auf das Thema reagiert", sagt Martin Whitmarsh. Von ständigen Protesten, wie von Honda angezettelt, will man bei Mercedes nichts wissen: "Es bringt nichts, zu lamentieren. Wir müssen uns jetzt an dieses Thema ranmachen", sagt Norbert Haug.

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