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McLaren-Mercedes

Top-Favorit für das letzte Saisondrittel?

Heikki Kovalainen Foto: McLaren 34 Bilder

McLaren-Mercedes hat den Sieg beim GP Ungarn bestätigt. Die erste Startreihe beim GP Europa glänzt in Silber. Jetzt fragt sich die Szene: Was ist das Geheimnis des McLaren-Höhenflugs? KERS ist nur ein Faktor, allerdings ein wichtiger.

23.08.2009 Michael Schmidt

Nach den ersten Testfahrten fehlten McLaren-Mercedes 2,5 Sekunden auf die Spitze. Heute sind die Silberpfeile in der Lage Brawn GP und Red Bull zu ärgern. Kein anderes Team hat eine solche Steigerung innerhalb der letzten elf Rennen gezeigt. Dabei ist der Knoten bei den Silberpfeilen erst am Nürburgring aufgegangen.

"Hätte Lewis nicht den Reifenschaden in der ersten Runde gehabt, wären wir da schon auf das Podest gefahren", ist Mercedes-Sportchef Norbert Haug überzeugt. 14 Tage später in Budapest folgte der erste Sieg. Und jetzt nach der Sommerpause die erste Pole Position. Mehr noch. Die ganze erste Startreihe in Valencia glänzt in Silber.

Silberpfeile mit steilem Aufwärtstrend

Spritbereinigt wären die Brawn GP zwar schneller gewesen, doch die Steigerung im McLaren-Camp ist nicht von der Hand zu weisen. Vor drei Rennen wurde Lewis Hamilton von Silverstone-Sieger Sebastian Vettel noch überrundet. Jetzt kämpft er mit dem Red Bull-Piloten auf Augenhöhe. Und KERS gibt Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen die Trumpfkarte in die Hand. Auf die Rundenzeit bezogen beläuft sich der Vorteil in Valencia auf vier Zehntel. Strategisch sind die 82 PS extra unbezahlbar. "KERS-Autos sind unüberholbar", stöhnt Jenson Button.

Es ist nicht der Hybridantrieb allein, der die McLaren so schnell macht. Das Konstruktionsbüro in Woking entwickelt, als ginge es um Sein oder Nichtsein. Selbst jetzt, wo man bewiesen hat, dass die Krise überwunden ist, kommen größere Modifikationen ans Auto. In Valencia fährt McLaren zweigleisig. Lewis Hamilton hat das neue Auto mit dem kurzen Radstand gewählt. Heikki Kovalainen blieb der Standardversion mit dem langen Radstand treu. "Ich fühlte mich wohl damit. Die Teile waren zwar da, aber warum sollte ich ein Risiko eingehen", verteidigte sich der Trainingszweite.

Mehr Gewicht auf der Vorderachse

Der kürzere Radstand löst eines der letzten Probleme des McLaren MP4-24. Er transferiert mehr Gewicht Richtung Vorderachse. Das soll das Auto in schnellen Kurven verbessern. "Die wahren Auswirkungen werden wir erst in Spa sehen", prognostiziert Teamchef Martin Whitmarsh. Man darf sich durch die jüngsten Erfolge von McLaren nicht täuschen lassen. Budapest und Valencia passen ideal ins Anforderungsprofil des MP4-24. Erst Spa wird zeigen, ob McLaren überall siegfähig ist.

McLarens Aufstieg aus den Niederungen der Startaufstellung begann mit dem neuen Frontflügelkonzept am Nürburgring. Seit die Luft außen an den Vorderrädern vorbeigeleitet wird, stimmt die Strömung zum Heck des Autos. Seitdem kann der Doppeldiffusor effizient arbeiten. Manchmal führen Kleinigkeiten zum Durchbruch. Der Radstand ist nur noch Kosmetik. Von gut zu sehr gut.

Neuer Crashtest für die Nase

McLaren war der Zeitgewinn viel Geld wert. Radstandsveränderungen sind eine heikle Operation. Dadurch, dass sich der Abstand zwischen Vorderrädern und Seitenkästen verkürzt, ändern sich auch die aerodynamischen Rahmenbedingungen. Man braucht eine kürzere Nase, andere Leitbleche und einen neuen Frontflügel, um auf die veränderte Strömung zu reagieren. McLaren entwickelt ohne Titelchancen mit Volldampf weiter, weil man sich davon Erkenntnisse für das 2010er Auto verspricht. Koste es was es wolle.

Die kürzere Nase erforderte einen neuen Crashtest. Lewis Hamilton hat es schon verschmerzt, dass er in diesem Jahr nicht mehr um den WM-Titel kämpfen kann: "Das Team hat einen super Job gemacht. Für uns ist das ein Lernprozess. Wir werden im nächsten Jahr davon profitieren. Das Reglement ändert sich nicht so dramatisch, als dass man nicht von den Erkenntnissen von 2009 zehren könnte."

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