"Es kann passieren, dass auch das beste Team nicht auf Anhieb den goldenen Treffer landet - keiner unserer Konkurrenten wird das viel anders sehen", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug am Donnerstag (12.3.). Es fehle dem MP-24 von McLaren-Mercedes insgesamt an Abtrieb.
Weltmeister Lewis Hamilton hatte am Mittwoch bei den Testfahrten in Barcelona etwa zweieinhalb Sekunden Rückstand auf den Tagesbesten gehabt. Haugs ernüchterndes Zwischenfazit: "Wir sind derzeit deutlich zu langsam und werden hart arbeiten, um wieder an die Spitze zu kommen."
Wenig Zeit für Korrekturen
Nach dem Abschluss auf dem Circuit de Catalunya am Donnerstag stehen noch weitere vier Tage für McLaren-Mercedes in der kommenden Woche in Jerez an, um den silbernen Boliden in Top-Form zu bringen. "Diese müssen wir zur Verbesserung unserer Leistungsfähigkeit nutzen", sagte Haug. Angesichts der Bilanz von einem Drittel gewonnener Formel-1-Rennen in den vergangenen vier Jahren gab er sich aber zuversichtlich, dass man die Kurve kriegt.
Es liefen Programme und man werde sich steigern, "auch wenn das Zeit braucht". Am 29. März beginnt in Melbourne allerdings die Saison, eine Woche später geht es schon in die "Sauna von Sepang" in Malaysia. Testfahrten sind dann untersagt, große Veränderungen können nur noch an den Freitagen vor den Rennen der praktischen Erprobung unterzogen werden.
Rückstände im Sekundenbereich
"Wir wissen nicht genau, was sie testen, aber es ist wahr, dass sie auf den letzten Positionen mit verschiedenen Fahrern waren", meinte der frühere Silberpfeil-Pilot Fernando Alonso, nachdem Heikki Kovalainen an den ersten beiden Tagen und anschließend Champion Hamilton Rückstände von ein- bis zweieinhalb Sekunden auf die jeweiligen Tagesbesten gehabt hatten. Zudem war der Engländer am Mittwoch auch noch von der Strecke abgekommen.
In puncto Abtrieb sähen die Konkurrenten "derzeit deutlich besser aus", räumte Haug ein. Sebastian Vettel warnte allerdings vor übereilten Rückschlüssen. "Ich glaube, man muss der Sache den Wind aus den Segeln nehmen. Mit einem Team wie McLaren-Mercedes ist immer zu rechnen." Gleichwohl fügte der 21 Jahre alte Red-Bull-Pilot hinzu: "Irgendwo lässt jeder im Verlauf der vier Tage die Hosen runter, um zu schauen, was ist möglich und machbar."





