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Formel 1: Technikanalyse McLaren MP4-25

Mit Radikal-Design zurück an die F1-Spitze

McLaren MP4-25 Foto: xpb 30 Bilder

McLaren will 2010 mit dem extrem weiterentwickelten MP4-25 zurück an die Spitze der Formel 1. Ob die Leistung hält, was die radikale Optik verspricht, zeigen aber erst die Tests. Wir haben uns den Neuen schon einmal genauer angesehen.

29.01.2010 Tobias Grüner

Red Bull hat es 2009 mit Erfolg allen vorgemacht. Neue Regeln verlangen nach radikalen Lösungen. Und so ist auch der eher konservative Rennstall McLaren beim Design seines neuen MP4-25 ganz neue Wege gegangen.

"Das Auto ist erst letzte Nacht fertig geworden", berichtet Martin Whitmarsh über den knappen Entwicklungszeitplan. Dabei hätte das Auto das Werk in Woking beinahe nicht verlassen können. "Wir wussten, dass das Auto länger als der Vorgänger ist. Am Ende war es so lang, dass er nicht einmal in den Lastenaufzug passte." Irgendwie haben die Logistiker den neuen Boliden dann doch auf die Bühne in Newbury gehievt, wo er von den beiden Piloten enthüllt wurde.

Veränderungen an allen Ecken und Enden

Um die Veränderungen zum Vorjahresmodell zu erkennen, muss man kein Experte sein. Die verlängerte Motorhaube, die sich wie ein Segel bis zum Heckflügel erstreckt, ist ein gewohntes Bild aus der Formel 1. Bis auf wenige Tests verzichtete McLaren bisher auf die 2008 von Red Bull eingeführte "Kombi-Form".

Neu ist auch die Front. Wie schon am Vortag bei Ferrari zu sehen, wurde die Nase deulich flacher geformt und streckt sich höher in den Fahrtwind. Die Luft kann dadurch sauber zu den Leitelementen auf Cockpithöhe und in Richtung Doppeldiffusor fließen. Apropos Diffusor: "Wir konnten erstmals ein Auto von Grund auf mit dem Doppeldiffusor entwickeln", erklärt Whitmarsh. "Wir haben hier einen sehr extremen Ansatz gewählt. Aber ich denke, wir werden hier nicht die einzigen sein."

McLaren hat noch Geheimnisse

Auf der Präsentation bekamen die Zuschauer und Fotografen noch nicht die endgültige Version des McLaren-Hecks zu sehen. "Da müssen sie auf den ersten Test am Montag in Valencia warten", vertröstete der Teamchef die neugierigen Experten. Auch das Flügelwerk des nun präsentierten MP4-25 entspricht noch nicht dem neuesten Stand. "Selbst beim Test haben wir noch nicht alle neuen Teile. Ich möchte nicht zu viel verraten. Erst in Bahrain werden wir wohl die endgültige Rennversion zeigen."

Ein paar interessante Dinge konnte man trotzdem schon erkennen. Durch das gestreckte Chassis laufen die Seitenkästen deutlich flacher zusammen. Ohne KERS ist der gesamte hintere Bereich ab dem Cockpit schmaler. Auch die Lufteinlässe konnten verkleinert werden. Die Abgase werden nun seitlich aus der Motorhaube geführt und nicht mehr nach oben ausgeblasen.

Nachtankverbot mit großen Auswirkungen

Auch unter dem Karbonkleid gibt es Neuigkeiten. "Der Tank fasst nun 160 Kilogramm", erklärt Technikchef Paddy Lowe. "Früher waren es gerade einmal 80 - 90 Kilogramm." Das Nachtankverbot konnte aber nicht einfach mit einem größeren Tank gelöst werden. "Da müssen viele Dinge beachtete werden. Zum Beispiel erhitzt sich das Benzin während eines Rennens stark. Früher konnte man beim Auftanken wieder kühlen Sprit nachfüllen. Das geht jetzt nicht mehr. Bei einem Rennen über zwei Stunden könnte der letzte Tropfen nun ziemlich heiß werden."

Trotzdem sind die Ingenieure optimistisch, dass ein schlechter Saisonstart wie vergangenes Jahr nicht noch einmal vorkommt. "Es war wichtig, dass wir schon am Ende des Jahres wieder Rennen gewinnen konnten", sagte Whitmarsh. Nun sei alles noch einmal einen Schritt weiterentwickelt worde, fügte Lowe hinzu. "Alles was nicht richtig war, wurde korrigiert."

"Es gibt keine Entschuldigung mehr"

Dass es wieder Überraschungen wie im Vorjahr mit dem Doppeldiffusor gibt, glaubt man bei McLaren nicht. Lowe: "Die Regeln sind diesmal klar. Wir haben die FIA zu bestimmten Punkten befragt und die Antworten waren eindeutig und wurden allen Teams zur Verfügung gestellt." Mit zwei Weltmeistern im Team ist der Druck nun groß auf McLaren. "Wir konnten uns im Gegensatz zu der Saison davor relativ früh auf die Entwicklung des neuen Autos konzentrieren", erklärt Whitmarsh. "Entschuldigungen gibt es also nicht mehr."

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