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McLaren MP4-31 im Technik-Check

Erster Schritt zu alter Stärke

McLaren - MP4-31 - Technik - F1 2016 Foto: xpb 23 Bilder

Nach dem Lehrjahr 2015 muss McLaren in dieser Saison einen deutlichen Fortschritt zeigen. Dafür wurde nicht nur der Honda-Motor verbessert, sondern das ganze Auto drumherum. Wir stellen Ihnen den MP4-31 in unserem Technik-Check genauer vor.

11.03.2016 Tobias Grüner

McLaren wurde vergangenes Jahr zur Lachnummer der Saison. Weder beim Speed noch von der Zuverlässigkeit her präsentierte sich der MP4-30 konkurrenzfähig. Intern knirschte es gewaltig zwischen den englischen Chassis-Konstrukteuren und dem japanischen Motorlieferanten. Für zusätzliche Störfeuer sorgten der Vertragsverlängerungslimbo mit Jenson Button und die regelmäßige Funk-Kritik von Fernando Alonso ("GP2-Motor").

Im zweiten Jahr des Comebacks von McLaren-Honda soll nun endlich alles besser werden. Die Risse im Spannungsverhältnis zwischen Japan und England wurden gekittet. Bei McLaren selbst hat gemerkt, dass die Ambitionen in der Debütsaison zu hoch lagen. Der internen "Size-Zero-Philosophie" entsprechend wurde im Heck alles ultra-kompakt gebaut. Darunter litten vor allem die Kühlung und die Standfestigkeit.

McLaren MP4-31 - Video-Screenshot
Das ist der Honda-Renner für 2016 1:25 Min.

Um überhaupt eine Renndistanz zu überstehen, mussten die Ingenieure regelmäßig die Leistung runterdrehen. Size Zero gibt es zwar immer noch, allerdings in etwas weniger extremer Form. Auch wenn von der Teamleitung keine festen Ziele formuliert wurden, will man zumindest regelmäßig um Punkte kämpfen und im Laufe der Saison auch irgendwann wieder die Podiumsplätze attackieren.

Technische Daten McLaren MP4-31

  • Modell: McLaren MP4-31
  • Motor: Honda RA616H
  • Benzin: Esso/Mobil
  • Felgenhersteller: Enkei
  • Bremsen: Akebono
  • Länge: 5.095 mm
  • Radstand: 3.534 mm (2016: 3.491 mm)
  • Überhang vorne: 1.003 mm
  • Anstellwinkel: 1,9°

Antrieb:

Ohne Verbesserungen am Honda-Motor kann McLaren gleich einpacken. In der zweiten Testwoche lieferten die Japaner endlich das überarbeitete V6-Hybrid-Aggregat, das in dieser Form auch in Melbourne zum Einsatz kommen soll. Allerdings waren in Barcelona noch nicht alle Mappings programmiert. In Sachen PS und Fahrbarkeit sei also noch etwas mehr drin, als gezeigt wurde, betonen die Ingenieure.

Vor allem am Defizit in Sachen Hybrid-Power hat Honda über den Winter gearbeitet. Der Turbo ist jetzt größer dimensioniert, damit die MGU-H häufiger Energie generieren kann. Auch die Kapazität der MGU-K wurde verstärkt. "Wir können jetzt auf allen Strecken eine ganze Runde boosten", verspricht Teamchef Eric Boullier. Damit ist McLaren immerhin so weit wie die Konkurrenz im Vorjahr. Doch die Gegner sind mittlerweile einen Schritt weiter.

Aerodynamik:

Der Umbau in Sachen Antrieb hat sich auch auf die Aerodynamik ausgewirkt. Hybrid-Elemente und Kühlung wurden neu angeordnet. Von außen ist deutlich zu erkennen dass der McLaren MP4-31 im oberen Teil des Hecks etwas breiter baut als sein Vorgänger. Dafür ist der Seitenkasten stärker unterschnitten. Das soll die Anströmung des Diffusors verbessern. Ästheten bemängeln, dass der McLaren damit äußerlich etwas an Eleganz eingebüßt hat.

Im vorderen Bereich des Autos haben die Ingenieure alles an Technik-Tricks integriert, was momentan in der Formel 1 Standard ist. Die Luft wird per S-Schacht von unten durch die Nase nach oben geführt. Auch eine Luftdurchleitung durch die Vorderachse ist an Bord des MP4-31. Mit ihr wird die Strömung seitlich um die Seitenkästen verbessert.

Das interessanteste Detail am neuen McLaren ist die ungewöhnliche Vorderachs-Geometrie. Der hintere obere Querlenker liegt tiefer als sein vorderes Pendant. Das soll für einen ruhigeren Luftstrom zu den Seitenkästen sorgen. Ungewöhnlich ist auch die breite Frontflügel-Halterung, die mit einem markanten Schlitz versehen ist. Dieses Feature hat sonst kein anderes Auto. Ein Blick lohnt sich auch auf den Heckflügel und den eleganten Monkey-Seat. Schon äußerlich ist zu erkennen, dass die McLaren-Ingenieure hier viel Entwicklungsaufwand reingesteckt haben (siehe Galerie).

Fazit:

Die Piloten zeigten sich bei den Testfahrten zufrieden mit dem Fortschritt am Auto. Bei den ersten Rennen des Jahres kommt es nun vor allem darauf an, die verlorene Zuverlässigkeit zurückzuerlangen. Mit 3.305 Kilometer rangierte McLaren bei den Tests immer noch im hinteren Mittelfeld. Erst wenn die Technik bombenfest hält, können die Ingenieure langsam die Leistung steigern. Da warten noch einige Hausaufgaben auf die Techniker.

Bei den Testfahrten ließen Button und Alonso den verbesserten Speed immer mal wieder aufblitzen. Das Potenzial für die erhoffte Leistungssteigerung scheint vorhanden. Am Budget und den technischen Kapazitäten in Woking und Sakura sollte es nicht liegen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der schlafende Riese erwacht. Wir erwarten aber mindestens bis zur Sommerpause noch einige harte Stunden für McLaren-Fans.

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