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McLaren rüstet auf

Neue Technik für schnellere Boxenstopps

McLaren Felgen GP Kanada 2012 Foto: Grüner 16 Bilder

McLaren rüstet auf. Nicht nur am Auto. Die zuletzt etwas ins Hintertreffen geratene Truppe macht in der Disziplin mobil, in der man in den ersten Rennen viel Zeit verloren hat. Mit neuer Boxenausrüstung sollen die Reifenwechsel um 0,4 Sekunden im Schnitt schneller werden.

08.06.2012 Michael Schmidt

Die letzten drei Grand Prix waren für McLaren eine Enttäuschung. Lewis Hamilton und Jenson Button haben zusammen 20 Punkte aus Bahrain, Spanien und Monaco mitgebracht. Es gibt nicht nur Probleme mit dem Auto und dem Reifenmanagement. Auch die Boxenstopps von McLaren sind nicht Weltmeister-like.

Fast in jedem Rennen kam es zu einer Panne. Aber auch bei perfekten Reifenwechseln blieb im Vergleich zur Konkurrenz Zeit auf der Strecke. In der Summe aller Stopps liegt McLaren nur im hinteren Mittelfeld.

Radmutter nun Teil der Felge

Jetzt hat der Rennstall aus Woking in der Box aufgerüstet. Die Ausrüstung und die Abläufe wurde überarbeitet. Größter Fortschritt sind Felgen, bei denen die Radmutter Teil des Rades ist. Mercedes hat diesen Trick im letzten Jahr salonfähig gemacht. Man hat ihn von der DTM adaptiert. Red Bull hat sofort nachgerüstet. Ferrari zu Beginn dieser Saison.

Jetzt also auch McLaren. Und zwar in zwei Stufen. In Monte Carlo waren nur die Hinterräder mit dieser Anordnung bestückt. In Montreal ist das Sortiment komplett. Damit entfällt das Aufstecken der Radmutter auf die Radnabe. Und die Gefahr, dass dem Mechaniker beim Absetzen des Schlagschraubers die Radmutter aus der Führung fällt. Am neuen Rad klebt gleichzeitig auch die neue Radmutter.

Sie ist Teil des Rades, weil sie beim Loshämmern in einen Freilauf übergeht. Die Konstruktion bringt gegenüber dem konventionellen System drei Zehntelsekunden. Wenn alles gut geht. Wie überall im Leben gibt es auch hier eine Kehrseite der Medaille. Michael Schumacher hat sie in Shanghai zu spüren bekommen. Wenn die Radmutter sich verklemmt, merkt es der Mechaniker zu spät.

Er hat dann meistens schon das Kommando gegeben, dass alles in Ordnung ist. Für die Ampel heißt das: freie Fahrt. "Ein Zurück gibt es dann nicht mehr", erklärt Mercedes-Teamchef Ross Brawn. Beim herkömmlichen System spürt der Mechaniker, dass die Radmutter verkantet. Er kann dann seinen Schlagschrauber nicht abziehen.

Neue Schlagschrauber, neue Wagenheber

Mit den Felgen und Radmuttern haben sich bei McLaren die Sockel der Schlagschrauber geändert. Die integrierten Radmuttern verlangen nach einem maßgeschneiderten Gegenstück. Und auch der vordere Wagenheber ist eine Neukonstruktion. Er schwenkt zur Seite weg.

Der Mechaniker vorne kann so aus der Schusslinie springen, während das Fahrzeug noch aufgebockt ist. "So kann die Ampelanlage aggressiver geschaltet werden, weil man nicht Angst haben muss, dass der Mechaniker überfahren wird", erzählt ein McLaren-Mann. Der Wagenheber bringt noch einmal ein Zehntel. Macht in Summe schon 0,4 Sekunden pro Stopp dank Fortschritt durch Technik.

Neue Abläufe beim Boxenstopp

Mit der neuen Ausrüstung ändern sich auch die Abläufe. Bei einem ganz normalen Stopp springt die Ampel automatisch auf Grün, sobald der letzte der vier Mechaniker an den Rädern den Schlagschrauber abgezogen hat. Dazu hat McLaren seine zwei Chefmechaniker mit einer Art Fernbedienung an zwei Stellen des Autos postiert. Der eine vorne, der andere links vom Auto auf der Garagenseite der Boxengasse.

Diese beiden Herren konzentrieren sich ausschließlich darauf, ob außer dem Reifenwechsel noch andere Arbeiten anstehen. Ein Nasenwechsel zum Beispiel, das Reinigen der Kühler, das Verstellen der Frontflügel-Flaps. In diesem Fall drückt der Mechaniker auf "Hold" und lässt erst los, wenn die entsprechende Zusatzarbeit in seinem Blickfeld beendet ist.

Und dann gibt es dann noch den berühmten siebten Mann, der nicht anderes tut, als auf den Verkehr in der Boxengasse zu achten. Auch er hat den Finger auf dem Halteknopf. Befindet sich kein Auto an einem Punkt 30 Meter vor der McLaren-Box, gibt der Verkehrs-Posten grünes Licht.

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