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Ernüchterung bei McLaren

Probleme mit Auspuff und Frontflügel

McLaren F1 2011 Foto: xpb 17 Bilder

McLaren ging als aussichtsreichster Rivale von Red Bull in die Testsaison. Davon ist nicht mehr viel übrig geblieben. Der neue McLaren MP4-26 lahmt, weil er kaum zum Fahren kommt. Es gibt Probleme mit dem Frontflügel und dem Auspuff.

15.03.2011 Michael Schmidt

Die letzten Aussagen von Lewis Hamilton klingen wie lautes Rufen im Wald. "Ich bin optimistisch und hoffe auf positive Verbesserungen. Lasst uns die Daumen drücken, dass die Jungs mit etwas Neuem kommen. Der Hügel, den wir noch hinaufsteigen müssen, ist steil, aber ich weiß, dass wir es schaffen können. Letztes Jahr hatten wir zu Saisonbeginn auch nicht das schnellste Auto." Schön gesagt, würden Marketingexperten applaudieren.

Leider nur die halbe Wahrheit. Der McLaren stand an seinen zwölf Testtagen oft und lange in der Garage, und er war auch nicht besonders schnell. Hamilton protestiert: "Wir sind keine zwei Sekunden von der Spitze weg, auch wenn ich es nie unter die 1.22er Marke geschafft habe. Aber bei den Dauerläufen waren die Rundenzeiten ganz okay." Auf die Frage, was er dem McLaren im Qualifikationstrimm zutraut, meinte Hamilton matt: "Eine tiefe 1.22er Zeit." Also eine Sekunde langsamer als Michael Schumacher im Mercedes.

McLaren fehlen Kilometer

Die Rangliste der Testkilometer sagt alles. Vorne liegt Ferrari mit 6.980 Kilometer. McLaren schaffte gerade mal die Hälfte: 3.602 Kilometer stehen auf dem Konto. "Viel zu wenig", mahnte Jenson Button an. "Wir haben immer noch nicht alle Setup-Varianten durchgespielt."

Auch in der letzten Testwoche setzten sich die technischen Gebrechen fort. Hydrauliklecks, ein defekter Auspuff und ein Sicherheits-Motorwechsel kosteten wertvolle Zeit. Dazwischen immer wieder das Warten auf Ersatzteile. McLaren hatte sich nicht umsonst den Donnerstag freigehalten, um den Teilenachschub zu sichern.

McLaren auf der Suche nach dem Flügel-Geheimnis

Die beiden größten Baustellen liegen im Frontflügel und im Auspuffsystem. Offenbar hat McLaren große Probleme mit der Verformung des Frontflügels. Darauf deuten zahlreiche Messreihen hin. Am Freitag wurde der Frontflügel des MP4-26 mit unterschiedlichen Farben besprüht, um die Strömungsverläufe nachzuzeichnen.

Zwei Mal erschien das Auto mit einer Beule auf der Nase, die über vier Streben mit den Flügelextremitäten verbunden waren. Inzwischen sickerte durch, dass unter der Beule ein Stellmotor verborgen war, der die Flügelenden auf und ab bewegte, um mehr über die unterschiedliche Strömung, je nach Durchbiegen des Flügels zu erfahren.

Bekanntlich hatte McLaren letztes Jahr offensiv Politik gegen Red Bulls Flügel betrieben, die sich offenbar unter hoher Last zu den Endplatten hin Richtung Straße absenken. Das gleiche Phänomen war auch am neuen RB7 bei den jüngsten Testfahrten zu beobachten. Ein Ingenieur eines Konkurrenzteams meinte: "Es ist eine Wissenschaft für sich, den Frontflügel so zu konstruieren, dass er sich kontrolliert verbiegt. McLaren scheint da im Wald zu stehen." Angeblich hat McLaren bereits neun unterschiedliche Flügelvarianten eingesetzt. Die Produktionsabteilung arbeitet unter Hochdruck.

Probleme selbst mit konventionellem Auspuff

Das zweite Reizthema ist der Auspuff. An drei von vier Testtagen fuhr McLaren mit einem ganz konventionellen System. Die Endrohre münden dabei im hinteren Teil, wo die Heckverkleidung aufhört und durch zwei Löcher einen kleinen Blick ins Innenleben frei gibt. Damit bläst der Auspuff ganz simpel auf das Diffusordach, so wie es auch Lotus und Virgin praktizieren.

Jenson Button kündigte zwar am ersten Testtag zwischen den Zeilen an, dass man später in der Woche mit einer anderen Anordnung testen wolle, aber davon war bis Freitagnachmittag nichts zu sehen. Es hatte am Mittwoch nämlich erneut einen Schaden am Auspuff gegeben. Was sollte man da groß experimentieren, wenn es schon mit der einfachen Lösung Ärger gibt?

FIA verbietet Auspuff-Endrohr aus Pyrosic

Wo genau die Ursache der Auspuffseuche liegt, war bei McLaren nicht zu erfahren. Möglicherweise verursachen die heißen Gase Brandwunden in der Umgebung. Die FIA hat die Teams kürzlich in einem Rundschreiben gewarnt, dass der Wunderstoff Pyrosic ausschließlich als Schutz vor Hitzeschäden verwendet werden dürfe.

Einige Teams hatten bei dem französischen Hersteller schon angefragt, ob man ganze Endrohre aus Pyrosic fertigen könne. Das lehnt der Weltverband aus Kostengründen ab. "Das Material steht eigentlich auf dem Index", warnte FIA-Rennleiter Charlie Whiting. Ein Endrohr aus Pyrosic würde samt dem zu erstellenden Werkzeuge 20.000 Euro kosten.

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