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McLaren ratlos

Keine Pace, keine Ahnung

Lewis Hamilton McLaren GP England 2012 Foto: xpb 69 Bilder

McLaren kassierte ausgerechnet beim Heimspiel in Silverstone eine dicke Niederlage. Mit den Plätzen acht und zehn verloren Lewis Hamilton und Jenson Button auch in der WM-Wertung ordentlich an Boden. Nach dem Rennen hatte Teamchef Martin Whitmarsh keine Erklärung für die schlechte Pace.

08.07.2012 Tobias Grüner

Nach dem Rennen in Silverstone hingen die vielen McLaren-Flaggen auf den Tribünen auf Halbmast. Das hatten sich die Fans ganz anders vorgestellt. Nur fünf Punkte nahm das Traditionsteam mit nach Hause. In Valencia waren es zuvor auch nur vier gewesen. Wenn McLaren nicht aufpasst, gibt es vor der Sommerpause schon eine Vorentscheidung im Kampf um den WM-Titel. Ferrari und Lotus sind in der Teamwertung bereits vorbeigezogen. An der Spitze scheint Red Bull uneinholbar.

Schlimmer als die Niederlage in Valencia, bei der Lewis Hamilton in aussichtsreicher Situation von Pastor Maldonado von der Strecke gerempelt wurde, war die schlechte Pace der chrom-lackierten Autos im Rennen in Silverstone. "McLaren war heute kein Faktor", wunderte sich auch Red Bull-Teamchef Christian Horner.

Harter Reifen nicht konstant

Zwischendurch lag Hamilton noch einigermaßen im Rennen. Er war als einer der wenigen auf den harten Reifen gestartet und konnte lange Zeit schnelle Rundenzeiten vorlegen. "Mit dem ersten Satz war er richtig schnell unterwegs. Er war mit am längsten von allen draußen und wollte eigentlich gar nicht zum Wechsel reinkommen", erklärte Teamchef Martin Whitmarsh später.

Doch mit dem unausweichlichen Wechsel auf den weichen Gummi kamen die Probleme. "Links vorne hat der Reifen gekörnt. Deshalb haben wir den Stint so kurz wie möglich gehalten", so Whitmarsh. Doch als Hamilton wieder auf der harten Mischung unterwegs war, konnte er plötzlich nicht mehr attackieren. In den Schlussrunden fiel er sogar noch hinter Michael Schumacher auf Rang acht zurück. Dabei kämpfte das Mercedes-Werksteam selbst mit einem nicht optimalen Auto.

Doch wo war der McLaren-Speed vom Rennbeginn hin? Whitmarsh fand selbst keine Antwort: "Der zweite Satz harter Reifen war nicht so konstant wie der erste. Der Grip war einfach nicht da. Gleiche Mischung, gleicher Druck aber 15 Minuten später ein anderes Ergebnis. Lewis hat von der ersten Runde an gesagt, dass es sich anders anfühlt."

Nach einem starken Saisonbeginn befindet sich McLaren plötzlich in der Rolle des Jägers. Whitmarsh hofft, das Ruder noch irgendwie herumzureißen: "Es gibt keinen Zaubertrick. Alles was wir machen können ist, die Reifen und die verschiedenen Bedingungen besser zu verstehen. Manchmal kann man von Niederlagen mehr lernen als von Erfolgen."

Update-Paket für Hockenheim

Auch technische Updates sollen bei der Aufholjagd helfen. "Man muss immer weiterentwickeln. Für Deutschland haben wir da schon einen ordentliches Paket geplant." In Silverstone hatte man im Training mit einer einstellbaren Bremsbelüftung an der Vorderachse experimentiert, mit der sich während des Rennens die Reifentemperaturen anpassen lassen können. Auf einen Einsatz im Rennen hatte man aber verzichtet. Ein Fehler? "Wahrscheinlich nicht. Wir hätten dazu erst einmal wissen müssen, in welche Richtung wir es anpassen müssen. Und ich bin nicht sicher, dass wir das wussten", gibt Whitmarsh zu.

Selten hat man McLaren so ratlos gesehen. Normalerweise wird im Hauptquartier in Woking alles bis ins Detail analysiert. So wissenschaftlich wie das Team von Martin Whitmarsh geht wohl kein anderes zur Sache. Bei der aktuellen Generation Pirelli-Reifen ist diese Angewohnheit aber vielleicht nicht hilfreich. "Ich mag die Aufgabe, ein Problem mathematisch zu erklären", so Whitmarsh. "Es kann aber sein, dass es in diesem Fall nicht hilft, wenn man zu viel nachdenkt."

Die WM-Titel 2012 will der Brite aber noch längst nicht abschreiben. "Wir sind als Team durch Höhen und Tiefen gegangen. Es ist eine harte WM. Da haben wir schon viele Verschiebungen gesehen. Wir müssen weiter hart arbeiten, das Auto schneller und keine Fehler machen."

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