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McLaren, Renault & Williams

Mehr Stand- als Fahrzeit in Jerez

Jerez Test 2011 Foto: xpb 101 Bilder

McLaren, Renault und Williams haben die Formel 1-Szene mit radikalen Neukonstruktionen überrascht. Doch die Revolutionen lernen nur mühsam das Laufen. Am Speed liegt es nicht. Eher an technischen Problemen.

13.02.2011 Michael Schmidt

Die Standzeiten sind länger als die Fahrzeiten. Die Autos von McLaren, Renault und Williams sieht man selten auf der Strecke. Sie stehen meistens aufgebockt in der Garage. Da beginnt man sich zu fragen, ob das alles mit den radikalen technischen Lösungen zu tun hat, die diese Autos vom Rest des Feldes abheben?

Radikale Aerodynamik

Zur Erinnerung: Bei Renault mündet der Auspuff am Beginn der Seitenkästen. Die Heckverkleidung läuft bündig mit dem Boden aus. Der Luftauslass am Ende der Airbox fällt dafür erstaunlich klein aus. Zwei zusätzliche Schlitze neben der Airbox fächeln dem Raum unter der Motorabdeckung extra Luft zu.

McLaren hat noch mehr gewagt. Schon die Form der Seitenkästen ist ungewöhnlich. Die Kühler sind kunstvoll in das L-förmige Profil eingepasst. Sie liegen schräg unter der Verkleidung. Dazu noch das Angebot an zwei Auspufflösungen und Diffusoren. Wie bei Renault mündet ein Auspuff weit vorne. Der andere konventionell im Heck.

Williams hat ein Mini-Getriebe gebaut, um das Heck so niedrig wie möglich zu halten. Dazu entwickelt der Rennstall aus Grove sein eigenes KERS. Sogar die Batteriezellen sind made by Williams.

Große Probleme mit neuer Technik

Nach drei Testtagen in Valencia und drei in Jerez sieht es so aus, als hätten sich die drei Teams ein bisschen zu viel zugemutet. Mehr als ein Drittel der Testfahrten ist bereits gelaufen. Jerez stellte die Teams vor Probleme, die in Valencia verborgen blieben. Mit 20 Grad Außentemperatur war es relativ warm.

Renault schaffte an den ersten zwei Testtagen gerade mal 122 Runden. Nick Heidfelds Pensum am dritten Tag lag immerhin bei 86 Umläufen. In der gleichen Zeit schaffte Ferrari-Pilot Fernando Alonso 131 Runden. Petrov verbrachte mit Wasser- und Öllecks viel Zeit untätig in der Boxengarage. Heidfeld legte ein Hydraulikschaden lahm.

McLaren kommt nicht zum Fahren

Bei McLaren schrauben sich die Mechaniker die Finger wund. Lewis Hamilton und Jenson Button spielen alle Kombinationen durch, die ihre Aerodynamiker im Angebot haben: Auspuff vorne, Auspuff hinten, dreiteiliger Diffusor, fünfteiliger Diffusor. Wenn umgerüstet wird, verstreichen jeweils eineinhalb bis zwei Stunden. Mehr als zehn Runden am Stück hat keiner der McLaren-Piloten geschafft. Die Tagesrationen von 58, 69 und 36 Runden sind nicht gerade McLaren-like.

Williams verschenkte eineinhalb Tage mit KERS-Problemen. Am Freitag meldete ein Sensor einen Defekt im Batterie-Set. Drei Stunden Standzeit. Als Rubens Barrichello das Cockpit von Pastor Maldonado übernahm, stieg die Batteriekühlung aus. Weil kein Ersatz zur Hand war, entschied Technikchef Sam Michael: "Wir legen KERS für den Rest der Woche lahm. Jetzt zählen Kilometer."

Barrichello will mit Setup-Arbeit beginnen

Barrichello will endlich wissen, woran er mit dem neuen Williams FW33 ist. Und das ist schwierig. "Weil uns Kilometer fehlen, fahren wir mit viel Sprit Dauerläufe. Da kann ich keine unterschiedlichen Abstimmungen ausprobieren. Ich weiß immer noch nicht, was ich von unserem neuen Auto halten soll."

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