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McLaren schießt auf Honda

Die Schwachstelle ist die Elektropower

Fernando Alonso - McLaren-Honda - GP Italien - Monza - Qualifying - 5.9.2015 Foto: xpb 39 Bilder

Zwischen McLaren und Honda kommt es zu Spannungen. McLaren geht der Fortschritt bei seinem Motorpartner zu langsam voran. Das große Problem ist die Abgabe an elektrischer Leistung. Das kostete Fernando Alonso und Jenson Button allein 2,4 Sekunden auf den Geraden.

05.09.2015 Michael Schmidt

Honda hatte sein Motor-Upgrade in Spa mit großspurigen Worten angekündigt. Die Japaner erklärten ganz unjapanisch und unbescheiden, dass ihre Modifikationen im Zylinderkopf sie auf Ferrari-Niveau bringen würden. Die peinliche Vorstellung beim GP Belgien sprach nicht dafür.

Vor dem Highspeed-Rennen von Monza wurde Motorenchef Yasuhisa Arai mit der Aussage zitiert, dass der Honda-Motor 25 PS mehr als der Renault V6-Turbo habe. "Das wurde mir in den Mund gelegt", verteidigte sich Arai. "Ich sage nur, dass unser Leistungsdefizit nicht so groß ist, wie es gemacht wird." Teamchef Eric Boullier sprang etwas widerwillig ein. "Als Partner von Honda muss ich das so bestätigen."

Die McLaren-Pressekonferenz nach dem Abschlusstraining zum GP Italien geriet zur Hinrichtung von Honda. Und vieles spricht dafür, dass der Auftritt inszeniert und viele der Frager bestellt waren. Arai konnte sich in seinem schlechten Englisch kaum verteidigen. Er gab aber zu: "Wir haben ein Problem mit der Abgabe der elektrischen Leistung." Details wollten weder er noch die Fahrer verraten.

Ist der Generator zu klein?

Tatsache ist, dass die McLaren 2,7 Sekunden auf Lewis Hamiltons Pole Position verloren. Nach internen Berechnungen gehen davon drei Zehntel auf die Kurven und 2,4 Sekunden auf die Geraden. Die Topspeed-Differenz allein sagt noch nicht viel aus. Die McLaren verloren am Ende der Zielgeraden rund 11 km/h auf die Force India. Das ist nicht die Welt.

Aussagekräftiger sind die Speedmessungen an drei anderen Stellen. Vor der Roggia-Schikane gehen McLaren-Honda 16 km/h auf die Schnellsten verloren. Der Messpunkt an der Ascari-Schikane gibt eine Differenz von 17 km/h aus. Ganz offenbar lädt die MGU-K an den Bremspunkten zu wenig Energie in die Batterie. Schon auf der zweiten Geraden geht dem Honda V6-Turbo die Luft aus. Dann fehlen auf dem zweiten Teil der Geraden 162 PS. Grund: Der Generator soll zu klein sein.

McLaren enttäuscht über Hondas Entwicklungsgeschwindigkeit

Nach außen geben sich Fernando Alonso und Jenson Button gefasst. Doch intern werden die beiden Ex-Weltmeister deutlicher. Sie sind mit der Teamleitung einer Meinung, dass die Entwicklungsgeschwindigkeit bei Honda enntäuschend niedrig ist. Und dass immer noch zu viele kleine Defekte einen normalen Rennbetrieb nicht zulassen. Keiner der McLaren-Piloten schaffte die erste Qualfikationshürde. Die Manor waren nur 1,7 Sekunden langsamer.

Arai gelobt Besserung: "Die Richtung stimmt, die Ergebnisse leider nicht. Wir kennen unsere Schwachstelle, werden vor Saisonende noch unsere restlichen Token einsetzen und haben schon mit der Entwicklung der 2016er Antriebseinheit begonnen." Button mahnte zur Besonnenheit. "Wir wussten, dass Spoa und Monza unsere schlechtesten Strecken sind. Deshalb haben wir jetzt diese Diskussionen. Sollten wir in Singapur um die Plätze 5 und 6 fahren, wird sich alles wieder beruhigen. Ich sehe Verbesserungen beim Motor, aber traue mich nicht sagen, wie lange der Aufholprozess dauern wird."

Als die Fahrer gefragt wurden, ob sie noch Vertrauen in den Motorpartner hätten, antwortete Button. "Wenn es nicht so wäre, würden wir hier nicht sitzen.“"Alonso erklärte mürrisch: "Bei dieser Technologie gibt es den magischen Schlüssel nicht." Als Boullier mit dem Vergleich zu Red Bull konfrontiert wurde, die Renault lieber heute als morgen verlassen würde, antwortete der Franzose: "Bei uns stellt sich diese Frage nicht. Das andere Team ist ein bevorzugter Kunde. Wir sind das Werksteam von Honda."

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