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McLaren schreibt Siege ab

Entwicklungs-Fokus liegt auf 2014

Formel 1 GP England 2013 Sergio Perez Foto: McLaren 22 Bilder

Die McLaren-Piloten schafften es beim Heimrennen ihres Teams nicht in die Top Ten der Startaufstellung. McLaren hat sein Auto verbessert, tritt aber trotzdem auf der Stelle. An einen Sieg glaubt keiner mehr. Zumal Teamchef Martin Whitmarsh ankündigte, dass die Priorität der Entwicklung ab sofort auf 2014 liegt.

29.06.2013 Michael Schmidt

McLaren macht aus diesem MP4-28 kein Siegerauto mehr. Jenson Button und Sergio Perez starten beim GP England von den Positionen 12 und 14. Dabei hatten die Ingenieure für das Heimspiel Front- und Heckflügel, den Unterboden und die Hinterachse revidiert. Auf der Uhr sollte das 0,4 Sekunden bringen. Die Fahrer spürten einen Fortschritt, und trotzdem treten sie auf der Stelle. Die Konkurrenz hat sich eben auch verbessert.

Teamchef Martin Whitmarsh zieht eine ehrliche Bilanz: "Es wäre zu milde ausgedrückt, wenn wir sagen, dass wir Probleme haben. Wir haben große Probleme. Dem Auto fehlt es an Abtrieb. Die Frontpartie verursacht zu starke Luftverwirbelungen. Wir sind im Winter mit der Entwicklung in eine falsche Richtung gelaufen. Jetzt sind wir dabei, diese zu korrigieren. Deshalb hinken wir dem Plan sechs Monate hinterher."

Jeder Funke Hoffnung wird enttäuscht

McLaren weiß, was nicht funktioniert, aber man hat noch immer nicht hundertprozentig herausgefunden, warum. "Wir hatten in diesem Jahr schon sechs verregnete Trainingstage. Das hilft nicht gerade, wenn du Zeit gutmachen willst. Unsere beiden Fahrer werden jeden Freitag mit einem Riesenprogramm losgeschickt, und sie konnten es in den seltensten Fällen voll abspulen", stöhnt Whitmarsh.

Der Kampf zurück an die Spitze ist auch eine Nervenschlacht. "Immer mal wieder glimmt ein Fünkchen Hoffnung auf, aber dann werden wir auch gleich wieder enttäuscht. Das Auto reagiert einfach nicht so, wie es soll. Es ist weder in seinem Fahrverhalten noch in der Abstimmung berechenbar."

Das kostet auch Vertrauen bei den Fahrern. "In Montreal hatte ich kein Vertrauen ins Auto, weil ich nie wusste, was es im nächsten Moment macht", gibt Button zu. Dafür war es in Silverstone gar nicht so schlimm, wie es die Startplätze vermuten lassen. "In den schnellen Kurven lag das Auto erstaunlich gut. In den langsamen haben wir bei Bremsen und Beschleunigen noch Probleme. Und wenn es über Bodenwellen geht, tun wir uns ebenfalls schwer."

Kein Zurück zum alten Auto

An einen McLaren-Sieg glauben nicht mal mehr die größten Optimisten im Team. Es wäre die erste sieglose Saison seit 2006. Der Knoten wird wohl auch in der zweiten Saisonhälfte nicht mehr aufgehen. "Wir haben unsere Priorität in der Entwicklung schon auf 2014 gelegt und versuchen gleichzeitig das aktuelle Auto besser zu verstehen. Uns unterlaufen wegen der Probleme zu viele Setup-Fehler, auch weil wir bestimmte Kompromisse eingehen müssen", gibt Whitmarsh zu.

McLaren wird das 2013er Auto deshalb nicht gleich in die Ecke stellen. "Wenn wir am aktuellen MP4-28 etwas für 2014 lernen können, machen wir es. Die Auspuffentwicklung dagegen wird eingestellt, weil uns das für 2014 nichts mehr bringt. Wir müssen jetzt realistisch sein, was wir 2013 noch erreichen können. Es ist für uns einfach zu wichtig, dass wir im nächsten Jahr wieder konkurrenzfähig sind."

Jenson Button hat sich damit abgefunden, dass er in diesem Jahr keine Hauptrolle mehr spielen wird. "Der WM-Zug in diesem Jahr ist für uns abgefahren. Das ist es besser, dass wir uns auf nächstes Jahr konzentrieren." Hätte man angesichts der Probleme das neue Auto nicht sofort in die Ecke stellen und dafür das alte nehmen sollen? Whitmarsh bedauert: "Der alte MP4-27 war vor acht Monaten das schnellste Auto. Heute wäre er es nicht mehr."

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