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McLaren selbst überrascht

Sieg kam aus heiterem Himmel

Lewis Hamilton Foto: xpb 58 Bilder

McLaren hat sich mit dem Sieg am Nürburgring selbst überrascht. Die Gründe dafür kannte man danach selbst nicht genau. Wir gehen auf Spurensuche.

24.07.2011 Tobias Grüner

Als am Freitag die Motoren am Nürburgring erstmals angeworfen wurden, fand sich McLaren noch in der Verfolgerrolle wieder. Den Sieg schienen Red Bull und Ferrari unter sich auszumachen. Die Begründung für den Rückstand von mehr als einer Sekunde auf die Konkurrenz war einfach, aber nicht sehr beruhigend.

"Wir haben neue Teile getestet", erklärte Jenson Button. "Die haben aber nicht so gut funktioniert." Teamchef Martin Whitmarsh fügte an: "Wir haben mehr für die Zukunft als für dieses Rennwochenende gearbeitet. Da blieb das Setup etwas auf der Strecke." Doch am Samstag war zumindest Lewis Hamilton zur Stelle. Auf Platz zwei verfehlte er die erste Pole Position nur um fünf Hundertstel.

Hamilton macht McLaren zum Siegkandidat

Schon nach dem Qualifying gab sich der Weltmeister von 2008 überrascht. Das Auto war plötzlich wie verwandelt. Zudem knallte Hamilton eine Super-Runde nach der anderen auf den Asphalt. Jenson Button, der im gleichen Auto unterwegs war, wurde um mehr als eine Sekunde gebügelt. Plötzlich war McLaren wieder Siegkandidat.

Dass Hamilton beim Start aggressiv zu Werke geht, ist bei der Konkurrenz bekannt. Trotzdem überraschte es, wie einfach er Mark Webber von der schmutzigeren Seite stehen ließ. "Wir haben hart daran gearbeitet", erklärt Hamilton. "Bisher war das nicht gerade eine Stärke in dieser Saison. Aber heute habe ich in der Einführungsrunde die Reifen und die Bremsen sehr gut auf Temperatur gebracht."

Kalte Temperaturen spielen McLaren in die Karten

Das Aufwärmen der Pirelli-Reifen war an diesem Sonntag der Schlüssel. McLaren geht generell sehr aggressiv mit den Gummis zu Werke. Hamiltons teils etwas rabiater Fahrstil half zusätzlich. Nach dem zweiten Stopp ließ der Brite zuerst Webber in Kurve zwei verhungern. Eine Runde später zeigte Hamilton wie es geht, als er Alonso außen überholte. Bei 15°C Streckentemperatur waren solche Manöver kurz nach dem Boxenstopp nur mit Vertrauen in die Haftkraft der Gummis möglich.

"Die Befriedigung nach solchen Zweikämpfen ist extrem hoch", freute sich der frischegebackene Nürburgring-Sieger anschließend. Dass er noch vor wenigen Rennen wegen seiner aggressiven Fahrweise kritisiert wurde, schien ihn an diesem Tag nicht zu bremsen. "Ich war mental sehr stark heute. Es war so eng zwischen uns drei. Da durfte man sich keinen Fehler erlauben. Die Manöver waren präzise, genau auf den Punkt."

McLaren-Sieg eine riesige Überraschung

Andere Gründe für den Sieg als die Reifen konnte Hamilton auch nicht vorbringen. "Wir hatten keine Updates hier", zuckte der Brite mit den Schultern. "Das war eine riesengroße Überraschung. Ich hätte nie gedacht, dass wir das Rennen gewinnen können."

Normalerweise ist das schnelle Aufwärmen der Reifen eine Domäne von Red Bull. "Heute waren Ferrari und McLaren in dieser Disziplin besser", gab Red Bull-Teamchef Christian Horner zu. "Aber die Plätze drei und vier sind weit weg von einem Desaster." Im nächsten Rennen kann es schon wieder anders aussehen. "Dann haben wir andere Reifenmischungen und hoffentlich ein paar Grad mehr auf dem Thermometer", wünscht sich Horner. Whitmarsh pflichtete bei: "Prognosen sind in dieser Saison unmöglich." Die Fans freut es. In den letzten vier Rennen gab es vier verschiedene Sieger.

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