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McLaren

Speed gut, Reifenverschleiß kritisch

McLaren GP Ungarn 2012 Foto: McLaren 22 Bilder

McLaren hat seinen Rückstand auf Red Bull, Ferrari und Lotus wettgemacht. Auf eine Runde haben Lewis Hamilton und Jenson Button jetzt das schnellste Auto im Feld. Problem bleibt weiter der starke Abbau der Hinterreifen. Die letzten Runden beim GP Ungarn haben es gezeigt. In puncto Verschleiß sind McLarens Gegner besser aufgestellt.

01.08.2012 Michael Schmidt

Seit dem GP Deutschland ist McLaren wieder bei der Musik. Hätten Lewis Hamilton und Jenson Button bessere Startplätze gehabt, hätte ein McLaren vielleicht schon in Hockenheim gewonnen. Jenson Button kämpfte um den Sieg, obwohl er in der Anfangsphase viel Zeit hinter Michael Schumacher verlor, und er 7,5 Sekunden auf die Spitze aufholen musste. Der Speed stimmt, seit eine technische Generalüberholung deutlich mehr Abtrieb im Heck gebracht hat. Auf eine Runde ist der McLaren MP4-27 momentan das schnellste Auto im Feld.

McLaren setzt aufs Qualifying

Das Reifenmanagement bei McLaren bleibt allerdings kritisch. "Wir können mit einem Satz Reifen immer noch nicht so lang fahren wie Red Bull, Lotus oder Ferrari, aber wir sind auch da besser geworden", bilanziert Hamilton. Viel hängt von der Abstimmung des Autos ab. Geben die Ingenieure der Rundenzeit den Vorrang, bekommen die Fahrer im Rennen Probleme mit ihren Hinterreifen.

In Ungarn konnte man das riskieren, weil Überholen fast unmöglich ist. Obwohl Kimi Räikkönen am Ende deutlich schneller hätte fahren können, hatte er nicht die geringste Chance, Hamilton von der Spitze zu verdrängen. Auf einer reifenmordenden Strecke müsste McLaren vom Setup her Speed opfern, um die Hinterreifen über die Distanz bei Laune zu halten. Das bedeutet dann schlechtere Startplätze.

Reifen-Experte ohne Möglichkeiten

Ganz extrem ist dieses Dilemma bei Mercedes zu beobachten. Das Fenster, Fahrzeug und Reifen in Harmonie zu bringen, ist auch bei McLaren relativ klein. McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh seufzt: "Was helfen uns neue aerodynamische Lösungen, die eine halbe Sekunde bringen, wenn andere die Reifen besser nutzen und damit eine Sekunde gewinnen?" Der hauseigene Reifenguru Hiroshi Imai wird zur stumpfen Waffe. Er weiß zwar genau, wie die Reifen funktionieren, doch ihm fehlen die Einstellmöglichkeiten am Auto.

Der WM-Stand ist ein Beleg dafür, wer zu welchem Zeitpunkt die Reifen verstanden hat. Bei Ferrari, Sauber und Williams war das schon früh der Fall. Lotus folgte kurz darauf, mit der Einschränkung, dass man immer noch nicht weiß, wie man den Gummi bei kühlen Temperaturen schnell in sein Arbeitsfenster bekommt. Red Bull gehört seit drei Rennen zum Club der Reifenversteher. McLaren und Mercedes suchen immer noch.

Die These, Ferraris Schachzug den ehemaligen Bridgestone-Reifenchef Hirohide Hamashima verpflichtet zu haben, erweise sich nun als Matchwinner, wird von Experten angezweifelt. "Hamashima hatte zuletzt mit der Entwicklung der Bridgestone-Reifen nichts mehr zu tun. Er war der Chef, aber nicht der Ingenieur. Wenn sich einer auskennt, dann McLaren-Mann Imai."

Keine Zauberformel in puncto Reifenabbau

McLaren und Mercedes müssen also weiter am Reifenproblem arbeiten. Spätestens in Monza und Singapur wird es sie wieder einholen. Spa ist gnädiger, weil da die Last auf den Vorderreifen liegt. Deshalb wird an allen Fronten an der Entlastung der Hinterreifen getüftelt. Mehr Abtrieb allein genügt nicht. "Es ist eines von vielen Rezepten, aber nicht die Zauberformel", räumt Ross Brawn ein.

Auch auf der Motorenseite muss Entwicklung stattfinden. Der Vorstoß von Renault mit dem speziellen Motorkennfeld für Red Bull in Hockenheim hat gezeigt, wohin der Hase läuft. Auch wenn extreme Auswüchse wie diese in Zukunft verboten sind, werden die Motorenhersteller versuchen, die Drehmomentkurve so abzuflachen, dass der Fahrer die Power möglichst dosiert einsetzen kann.

Zuviel Schlupf beim Beschleunigen tut den Hinterreifen genauso weh wie ein Quersteher. Mercedes-Sportchef Norbert Haug bestätigt: "Wir arbeiten intensiv daran, die Motorcharakteristik möglichst freundlich für die Reifen auszulegen."

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