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McLaren stark in Korea

Klaut McLaren den Webber-Jägern Punkte?

Jenson Button Foto: xpb

McLaren-Mercedes geht als leichter Favorit in den Grand Prix der Unbekannten. Der Kurs von Korea favorisiert Lewis Hamilton und Jenson Button. Mark Webber kann damit leben. Das würde seinen Verfolgern die Chance nehmen, große Punkte zu machen.

14.10.2010 Michael Schmidt

Suzuka sah den dritten Doppelsieg für Red Bull. Und den ersten, der die Papierform bestätigte. Auch in Barcelona, Silverstone und Budapest galten die dunkelblauen Autos als haushohe Favoriten, doch da kam bei Sebastian Vettel jedes Mal etwas dazwischen. Der Doppelsieg war wichtig aus psychologischer Sicht. Jetzt folgen mit Korea, Brasilien und Abu Dhabi drei Rennen, in denen auch ein Ferrari oder die beiden McLaren gewinnen können.

Red Bull fürchtet die langen Geraden in Korea

"Wir brauchten ein Polster, besonders für das nächste Rennen", atmete Red Bull-Berater Helmut Marko auf. McLaren wurde zwar vielerorts bereits abgeschrieben, doch der neue Kurs im Korean Valley könnte eine McLaren-Strecke sein, so wie Suzuka eine Red Bull-Strecke war. "Die drei langen Geraden liegen uns im Magen, und eine davon ist auch noch über 1,2 Kilometer lang", gibt Marko zu. Eine kleine Erleichterung stellte sich bei Red Bull in Suzuka ein, weil der F-Schacht jetzt besser funktioniert. Seit Adrian Newey das Renault-Prinzip kopiert hat, ist der Topspeed-Zugewinn größer als vorher. "Wir verlieren jetzt auf den Geraden nicht mehr ganz so viel", bestätigt auch Sebastian Vettel.

Red Bull droht Gefahr von Ferrari und McLaren

Trotzdem sind Geradeaus-Passagen immer noch die Schwäche der Red Bull. In Suzuka nahmen ihnen die McLaren und Renault trotz verbessertem F-Schacht zwei bis drei Zehntel ab. In der Vergangenheit war es bis zu einer halben Sekunde. In Korea könnte es wieder mehr werden, da der Anteil der Geraden größer ist als in Suzuka. Erst der nicht permanente Teil der Strecke dürfte ganz nach dem Geschmack der Red Bull-Boys sein. Der Sektor, der später einmal durch bebautes Gebiet führen soll, sieht aus wie eine Kopie des Hungarorings. Und da waren die Red Bull unschlagbar. Doch aufgepasst. So ganz lässt sich der Abschnitt mit Budapest nicht vergleichen. Dort wird mangels Geraden mit maximalem Abtrieb gefahren. Und in dieser Konfiguration ist die Effizienz des Red Bull RB6 unerreicht. In Korea muss den Geraden zuliebe der Anpressdruck reduziert werden. Möglicherweise so wie in Istanbul. Speziell in diesem Abtriebsfenster sind die McLaren gefährlich. Ferrari hängt mittendrin. Auf der Geraden nicht so gut wie McLaren, in den Kurven nicht so souverän wie Red Bull, dafür unerreicht beim Bremsen und Beschleunigen.

McLaren hat sich in Suzuka unter Wert verkauft. Bei einem Wochenende nach Plan wäre Lewis Hamilton mindestens auf Platz drei gefahren. Der Engländer war in den ersten Trainingsminuten mit dem stark modifizierten Auto so stark, dass sogar Vettel sich erkundigte: "Wieviel Sprit hatte Lewis da an Bord?" Die drittschnellste Qualifikationsrunde von Hamilton im zurückgerüsteten McLaren sorgte ebenfalls für hochgezogene Augenbrauen. Der WM-Vierte fuhr sie wegen seines Trainingsdefizits praktisch aus dem Stand.

Nach dem Rennen ließ Hamilton durchblicken. "Wenn wir in Korea alle neuen Teile an Bord haben, sitze ich wieder in einem Siegerauto." Eine große Rolle könnte die Reifenwahl spielen. Bridgestone packt die Sicherheitsvariante aus: soft und hart. Die Mischungen sind möglicherweise zu hart. Das könnte auf einem Belag, der noch sein Öl ausschwitzt und deshalb glatt wie Schmierseife sein wird, ein großes Handikap für alle Beteiligten werden. Und nichts ist für die Titelaspiranten schlimmer als ein Rennen mit vielen Unbekannten, bei denen ein Mercedes, Renault oder Williams in die Top 5 fahren kann.

Webber könnte mit McLaren-Erfolg leben

Ein wiedererstarkter McLaren wäre für Vettel und Alonso das schlechteste, was passieren kann. Wenn Lewis Hamilton und Jenson Button vorne die großen Punkte wegnehmen, können Vettel und Alonso weniger von Mark Webbers Vorsprung wegknabbern. Der Australier würde gegen einen McLaren-Doppelsieg sicher am wenigsten einzuwenden haben. Hamilton und Button liegen 28 respektive 31 Punkte zurück, sind vorerst also keine direkte Gefahr.
 

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