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Strafe für McLaren

Mechaniker-Fehler kostet Hamilton-Pole

Lewis Hamilton - McLaren - GP Spanien - 12. Mai 2012 Foto: xpb 76 Bilder

Der Trainingschnellste Lewis Hamilton startet nicht vom ersten, sondern vom letzten Platz. Die Rennkommissare fällten ein besonders hartes Urteil, weil die Vorgeschichte zu dem Missgeschick ein Präzedenzfall ist. Ein Mechaniker hatte um 1,9 Liter zu wenig Benzin eingefüllt.

12.05.2012 Michael Schmidt

Lewis Hamilton durfte sich nur 4:29 Stunden lang als Trainingsschnellster des GP Spanien fühlen. Nach der Untersuchung, bei der auch McLaren-Sportdirektor Sam Michael anwesend war, fällten die Rennkommissare ein brutales Urteil. Hamilton wurde wegen Verletzung von Artikel 6.6.2. des technischen Reglements von der Qualifikation ausgeschlossen. Er geht damit vom letzten Startplatz aus ins Rennen. Damit steht Pastor Maldonado zum ersten Mal in seiner Formel 1-Karriere auf der Pole Position.

FIA greift hart gegen McLaren durch

Das Urteil der Sportkommissare fiel deshalb so streng aus, weil es sich bei der Vorgeschichte zu diesem Missgeschick um einen Präzedenzfall handelt. Und weil McLaren 2010 in Montreal schon einmal in einen ähnlichen Fall verwickelt war. Damals kam Hamilton mit einem blauen Auge davon. Diesmal nicht.

Wäre McLaren auf der Auslaufrunde einfach nur der Sprit ausgegangen, hätte er vielleicht nur fünf Startplätze verloren. Hätte ihn ein technischer Defekt zum Anhalten gezwungen, wäre er auf der Pole Position geblieben. Auch wenn man argumentieren hätte können, dass er es mit 1,3 Liter Benzin im Tank zwar noch zurück an die Boxen geschafft hätte.

Bei einem Defekt wäre Hamilton selbst dann ungeschoren davongekommen, wenn nicht mehr genug Kraftstoff für die Spritprobe im Tank gewesen wäre. "Das wäre ein Fall von höherer Gewalt gewesen. Dann hätte es keine Rolle gespielt, ob Hamilton noch an die Boxen zurückgekommen gekommen wäre", erklärte ein FIA-Mann.

Hamilton stellt Auto wegen Spritmangel ab

Hamilton hatte noch 1,3 Liter im Tank, als er zwischen den Kurven 8 und 9 auf Befehl des Teams den Motor abstellte. Also rund 2,5 Kilometer vor Start und Ziel. Das hätte unter Berücksichtigung der Mindestzeit, die in der Auslaufrunde verlangt wird, vielleicht gerade so in den Parc Fermé gereicht. Doch dann wäre im Ernstfall keine Spritprobe für die FIA-Inspektoren mehr übrig geblieben. Die muss mindestens einen Liter betragen.

Wie auto motor und sport herausgefunden hat, wussten die McLaren-Ingenieure schon vorher, dass es nicht reichen würde. Ein Mechaniker hatte beim Befüllen des Tanks einen Fehler gemacht. Die Zuleitungen zum Tank waren vorher durchspült, aber nicht mehr befüllt worden. Somit ist nur die Menge Benzin in den Tank des Autos geflossen, die der Mechaniker am Befüllungstank eingestellt hat. Es fehlte aber der Sprit in den Zuleitungen. Diese Menge beträgt 1,9 Liter. Also genug, um die Runde zu Ende zu fahren, und bei der FIA noch eine Benzinprobe abzuliefern.

McLaren will Mechaniker schützen

McLaren plädierte auf höhere Gewalt im Sinne eines technischen Defekts. Martin Whitmarsh wollte diesen ominösen "technischen Defekt" deshalb nicht preisgeben, weil er den betreffenden Mechaniker schützen wollte.

Das Team ist in der Beziehung sensibilisiert, weil zuletzt drei Mal ein Reifenwechsel links hinten schief ging. Der Mann am linken Hinterrad wurde inzwischen ausgetauscht. Whitmarsh verteidigt seine Truppe: "Diese Leute stehen wie die Fahrer unter immensem Druck. Fehler sind menschlich. Wir machen unseren Leuten keinen Vorwurf."

Ein englischer Journalist hatte bereits ausgerechnet: Die Benzinpanne ist Fehler Nummer 13 seit letztem Jahr. Er zählt nur Fehler, die dem Fahrer Punkte kosten können. Viereinhalb Stunden durfte Hamilton vom ersten Saisonsieg träumen. Jetzt kann er froh sein, wenn er in die Punkte fährt.

Hamilton fährt voll auf Angriff

"Das ist eine große Enttäuschung für mich", erklärte der McLaren-Star anschließend geknickt. "Das ganze Qualifying lief so problemlos. Es war eines meiner besten Trainings überhaupt." Für das Rennen kündigte der Brite eine angriffslustige Fahrt an: "Es wird extrem schwer werden. Aber ich gebe niemals auf. Ich werde mir die Seele aus dem Leib fahren." Die Fans können sich also auf viel Action freuen, wenn Hamilton durch das Feld pflügt.

In unserer Fotogalerie haben wir die besten Bilder vom Qualifying.

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