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Formel 1: McLarens Erfolgsrezept beim GP China

McLaren tauscht Top-Speed gegen Abtrieb

Jenson Button Foto: Daniel Reinhard 51 Bilder

Der Heckflügeltrick von McLaren macht Lewis Hamilton und Jenson Button nicht einfach nur schneller auf der Geraden. Bei Bedarf können die Ingenieure den Top-Speed-Vorteil auch gegen zusätzlichen Abtrieb eintauschen. In China führte diese Taktik bereits zum Erfolg.

23.04.2010 Tobias Grüner

Ein Blick auf die Top-Speed-Tabelle nach der Qualifikation ließ Experten stutzen: Lewis Hamilton und Jenson Button standen zwar immer noch ganz oben in der Liste, allerdings blieb die Konkurrenz in den ersten Rennen noch weitaus deutlicher hinter dem unglaublichen Geschwindigksvorteil der Chrompfeile zurück.

McLaren zieht den Regen-Joker

McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh lieferte anschließend die Erklärung: McLaren hatte die Flügel noch steiler in den Wind gestellt, um dadurch mehr Abtrieb zu generieren. "Das könnte im Regen der Joker sein", hoffte Whitmarsh. Der Brite sollte am Ende recht behalten. Auf feuchter Strecke im Rennen waren die Autos von Button und Hamilton die schnellsten im Feld. Der zusätzliche Abtrieb sorgte nicht nur für mehr Grip, er half auch dabei, die Reifen auf der feuchten Piste schnell auf Arbeitstemperatur zu bringen.

Die Abtriebsoptimierung geht zwar mit einer Steigerung des Luftwiderstandes einher, doch McLaren kann diesen Nachteil kompensieren. Dank des ausgeklügelten Luftschachtsystems ("F-Duct"), das den Luftstrom am Heckflügel abreißen lässt, sind die Autos im Schnitt rund acht km/h schneller als die Konkurrenz. Auch mit steileren Flügeln kommt am MP4-25 kein anderes Auto auf den Geraden vorbei.

Vettel bezahlt für Quali-Setup

Sebastian Vettel ging im Qualifying in die entgegengesetzte Richtung - und bezahlte dafür im Rennen. Der Deutsche ließ die Flügel flacher stellen und folgte mit einem härteren Setup der Abstimmung von Teamkollege Mark Webber. Das half zwar im trockenen Zeittraining zur Pole Position, im Regen war der Vorteil jedoch dahin. Vettel klagte vor allem bei den Restarts nach den Safety-Car-Phasen über zu kalte Reifen, die nur langsam wieder Grip fanden. Mit weniger Abtrieb konnte er den McLaren in den Kurven einfach nicht folgen.

Der zweite Red Bull von Mark Webber setzte im Gegensatz zu Vettel zwar auf maximalen Abtrieb, konnte damit nach seinem verpatzten ersten Boxenstopp aber nicht mehr auf der Geraden überholen. Vettel war im Rennen bis zu vier km/h schneller als sein Teamkollege. So konnte er nach dem Absturz auf Platz 15 zu Beginn des Rennens am Ende immerhin noch Platz sechs einfahren und Schadensbegrenzung betreiben.

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Mehr zur Formel 1 lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von auto motor und sport, Heft 10 2010, ab dem 22. April im Handel. Weitere Themen:

- Alle Hintergründe zum GP China 2010
- Analyse: Schwere Zeiten für Michael Schumacher
- Formel 1-Technik: McLarens Heckflügel-Trick
- F1-News: Radio Fahrerlager
- Tracktest: VW Scirocco R-Cup

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