Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

McLaren-Teamchef Whitmarsh

Ferrari und Red Bull mit unnötigem Risiko

Lewis Hamilton - Formel 1 - GP Kanada 2012 Foto: xpb 63 Bilder

Im Reifenroulette von Montreal setzte McLaren auf die richtige Nummer. Die Taktik-Entscheidung der Konkurrenz konnte Teamchef Martin Whitmarsh nicht nachvollziehen. "Unsere Daten haben gesagt, dass sie einen Fehler machen."

11.06.2012 Tobias Grüner

McLaren ist zurück an der Spitze. Lewis Hamilton konnte sich erstmals in diesem Jahr in die Siegerlisten eintragen. Der Schlüssel für den Erfolg lag in der richtigen Strategie. Im Gegensatz zur direkten Konkurrenz ging der Brite in der 50. Runde zum zweiten Mal zum Reifenwechsel an die Box. Ferrari und Red Bull versuchten mit einem Stopp ins Ziel zu kommen und verloren am Ende wichtige Plätze.

McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh konnte die Entscheidung der Konkurrenz nicht nachvollziehen. "Ich war sehr überrascht, dass sie nicht reingekommen sind. Ich konnte den Nutzen darin nicht erkennen. Lewis ist an die Box gekommen und war direkt schnell. Da konnten ihn die anderen nicht mehr schlagen. Trotzdem haben sie einfach weitergemacht. Ich kann das nicht nachvollziehen, aber es hat mich sehr gefreut."

McLaren mit besserer Daten-Analyse

Bei McLaren war man die ganze Zeit überzeugt, dass man mit dem zusätzlichen Wechsel auf das richtige Pferd setzt. Eine mögliche Einstopp-Strategie wurde schnell verworfen: "Alle unsere Daten haben besagt, dass wir das nicht machen sollten und dass die anderen einen Fehler begehen. Als sie es trotzdem gemacht haben, kommt man natürlich kurz ins Grübeln. Am Ende war unsere Analyse aber richtig."

Whitmarsh war verwundert, dass die Konkurrenz den Fehler nicht rechtzeitig korrigierte sondern sehenden Auges ins Verderben lief. "Lewis ist direkt nach seinem Stopp Sektorbestzeit gefahren. Da war klar, dass sie ihn nicht schlagen konnten – egal ob sie gestoppt hätten oder nicht. Es hätte nur funktioniert, wenn Lewis die Reifen nicht auf Temperatur gebracht hätte. Aber die Sektorbestzeit bedeutete: Game Over. Jetzt mussten sie wechseln. Es gab nichts mehr zu gewinnen. Nur noch Risiko."

Dass Lotus und Sauber die Reifen mit einem Stopp über die Distanz brachten, überraschte den Engländer. "Das war sehr beeindruckend, wie sie die Einstopp-Strategie hinbekommen haben. Perez ist auf Reifen, die 45 Runden alt waren, noch sehr schnelle Runden gefahren. Wir hätten das nicht geschafft. Und auch Ferrari und Red Bull haben bewiesen, dass sie es nicht schaffen", grinste Whitmarsh.

Button mit falschem Setup unterwegs

Einziger Wermutstropfen war der 16. Platz von Jenson Button. Whitmarsh erklärte, warum der Weltmeister von 2009 so langsam war. "Wir hatten bei Jenson eine andere Aufhängung an der Hinterachse. Sein linker Hinterreifen wurde im Rennen zu stark beansprucht. Wir müssen das noch analysieren, aber normalerweise ist Jenson eher ein reifenschonender Fahrer. Da hat wohl das Setup nicht gepasst. Es gibt aber keinen Grund, warum er nicht zurückkommen sollte."

Whtimarsh gibt zu, dass er nach der Dürre-Periode zuletzt etwas unter Druck geriet. "Wenn man McLaren-Teamchef ist und fünf Rennen nicht gewinnt, dann darf man nicht behaupten, dass man nicht ein wenig im Stress ist. Wir haben diesen Sieg gebraucht. Und auch Lewis hat es gebraucht. Er hat wirklich einen super Job erledigt. Er hat das Rennen von Anfang bis Ende dominiert."

Die Saison bleibt bis zum Ende spannend

Der Teamchef glaubt aber nicht, dass der Bann nun automatisch gebrochen ist. "Ich weiß nicht, wie es weitergeht. Es ist so eng. Die Reifen sind so tückisch. Das kann sich schnell wieder ändern. Man muss am ganzen Wochenende die richtigen Entscheidungen treffen. Das ist sehr hart."

"Für die Formel 1 freut es mich, auch wenn ich es lieber hätte, wenn wir die WM klar anführen würden. Das wird aber nicht passieren. Das ist keine normale Saison. Und es wird wohl bis zum Ende so bleiben. Wir haben zwar hier gewonnen, aber wir denken jetzt nicht, dass es automatisch so weitergeht. Es kann schon beim nächsten Rennen wieder furchtbar schief gehen."

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden