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McLaren Technik-Geheimnisse: Bremsen-Trick und hohe Nase

McLaren verhielt sich bei den Formel 1-Testfahrten in Mugello sehr verdächtig. Große Updates waren am Chrompfeil auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Bei genauerem Hinsehen fiel jedoch auf: McLaren führt irgendwas im Schilde. Wir suchen nach Antworten.

McLaren ist in diesem Jahr gut in die Saison gestartet. Nach problemlosen Testfahrten im Winter gab es in Australien direkt den überlegenen Auftaktsieg. Doch irgendwo ist die Maschine aus Woking seitdem ins Stottern geraten. In Malaysia, China und Bahrain musste man der Konkurrenz beim Feiern zuschauen. Auch die Führung in der WM-Wertung ist mittlerweile futsch.

In den Jahren zuvor war immer ein umgekehrter Trend zu erkennen. Während der Saison konnte McLaren jeweils Boden auf die Konkurrenten gutmachen. Im Entwicklungswettlauf gehörte das Technikbüro mit cleveren Ideen und kurzen Produktionszeiten stets zur Spitze der Formel 1.

Kurzer Test mit neuer Nase

Verwundert rieben sich die Experten deshalb die Augen, als McLaren zu den Testfahrten von Mugello nur die B-Mannschaft aufstellte. Statt Hamilton und Button durften Oliver Turvey und Gary Paffett Kilometer in der Toskana abspulen. Das Signal an die Konkurrenz: Seht her, wir haben nichts am Auto, das einen genaueren Blick lohnen würde! Doch vor Ort verhielt sich das Team dann doch sehr verdächtig.

Als am abschließenden Donnerstag schon keiner mehr genau hinsah, montierten die Mechaniker plötzlich eine neue Nase am Auto von Turvey, die deutlich höher im Wind steht und eine leichte Welle zum Cockpit hin aufweist. Mit der neuen Front orientiert sich McLaren an der Konkurrenz. Zwar verzichtet der Chrompfeil auch weiter auf eine ausgeprägte Stufe, er büßt aber deutlich an Eleganz ein.

Kann McLaren die Bremsbelüftung verstellen?

Neben der Nase konnte man noch etwas Interessantes in Mugello beobachten. Sowohl Paffett als auch Turvey kamen während ihrer Longruns immer mal wieder kurz an die Box, parkten parallel zur Garage und fuhren nach wenigen Sekunden wieder weiter. Während der kurzen Stopps wurden nicht wie gewöhnlich Reifen gewechselt oder Temperaturen gemessen. Man konnte lediglich zwei Mechaniker dabei erkennen, die an beiden Seiten der Airbox mit Kurbeldrehern etwas verstellten. Die Frage lautet nur was?

Ohne einen Blick unter das Carbonkleid haben wir auch keine endgültige Antwort - aber einen heißen Verdacht: Schon vor dem Mugello-Test gab es bereits einige Gerüchte, dass McLaren eine neue revolutionäre Be- und Entlüftung der Bremsen entwickelt haben soll, die sich während eines Rennens verstellen lässt. Zunächst wurde spekuliert, dass das System nur auf der Hinterachse funktioniert. Die Konkurrenz vermutet aber inzwischen, dass es sowohl vorne als auch hinten getestet wird.

Temperatur-Regulierung für die Reifen

Der Nutzen ist leicht erklärt: Mit dem System soll nicht etwa die Temperatur der Bremsen sondern die Hitzeabgabe von innen durch die Felge an die Reifen geregelt werden. Die ersten Grands Prix des Jahres haben es gezeigt: Wer am Rennsonntag auf Temperaturschwankungen reagieren kann, besitzt einen großen Vorteil. Die neuen Pirelli-Gummis des Jahrgangs 2012 funktionieren nur in einem kleinen Arbeitsfenster.

Es wäre ein echter Coup, wenn die Ingenieure aus Woking einen Weg gefunden hätten, die Temperatur im Reifen während des Rennens anzupassen. Da es sich bei der Bremsbelüftung um Aerodynamik-Teile handelt, darf der Fahrer aus dem Cockpit heraus selbst nichts aktiv verstellen. Wenn es keinen anderen Trick gibt, müssten also die Mechaniker beim Boxenstopp die notwendigen Einstellungen vornehmen.

Beim Boxenstopp kommt man aber nicht direkt an die Bremsen ran, ohne den Reifenwechsel in die Länge zu ziehen. Es muss also eine andere Lösung gefunden werden. Wurden die nötigen Stellschrauben deshalb in den Mittelteil des Autos verlegt? Vielleicht sind wir in Barcelona schon ein wenig schlauer. auto motor und sport bleibt aber auf jeden Fall am Thema dran.

Tobias Grüner

Foto

McLaren

Datum

7. Mai 2012
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