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McLaren in Melbourne

Überraschung für sich und die Gegner

Lewis Hamilton GP Australien 2011 Foto: xpb 17 Bilder

McLaren auf Platz zwei und sechs ist normalerweise keine Überraschung. Doch in Melbourne war es eine Sensation. Nach einem pannenreichen Testwinter erhob sich der Rennstall wie Phoenix aus der Asche. "Für uns zählt der zweite Platz wie ein Sieg", strahlte Lewis Hamilton.

28.03.2011 Michael Schmidt

Im McLaren-Pavillon dröhnte laute Rockmusik. Eigentlich ein untrügliches Zeichen für einen Grand Prix-Sieg. Diesmal war Lewis Hamilton nur Zweiter. Und Jenson Button wurde als Sechster abgewinkt. Für McLaren trotzdem ein Grund zum Feiern wie nach einem Sieg. Vor zwei Wochen hätte kein Experte auf McLaren einen Penny gesetzt.

Der Testwinter lief unter der Überschrift: Pleiten, Pech und Pannen. Das Experiment mit dem revolutionären Auspuff ging gründlich in die Hose. Deshalb entschied Teamchef Martin Whitmarsh kurz vor Torschluss: "Jetzt satteln wir auf eine Lösung um, die funktioniert."

Last-Minute-Aktion bringt die Wende

Die McLaren-Ingenieure zauberten in einer Nacht- und Nebelaktion eine Auspufflösung aus dem Hut, die dem des Red Bull RB7 nicht unähnlich ist. Und plötzlich ging der McLaren wie die Feuerwehr. "Ich erkenne das Auto nicht wieder", strahlte Button. Hamilton applaudierte: "Was unsere Jungs geleistet haben, war übermenschlich."

Auch Martin Whitmarsh fiel ein Stein vom Herzen. "Das war eine Last-Minute-Aktion. Wir haben uns selbst überrascht. Das Auto wurde mindestens eine Sekunde schneller." Der McLaren-Chef konstatierte nach den 58 Runden von Melbourne: "Im Training war uns Red Bull klar überlegen. Im Rennen waren wir dran. Wenn wir in dem Tempo weiterentwickeln können, haben wir sie bald eingeholt."

Kupplung vermasselt Hamilton den Start

Schon beim nächsten Grand Prix in Malaysia wird das Auspuffprovisorium durch eine leichtere und glattgebügelte Version ersetzt. "Wegen der Kürze der Zeit mussten wir den Unterboden auf Titan bauen, um vor Hitzeschäden sicher zu sein. Normalerweise verwendet man dafür Pyrosic, doch das geht nur mit mehr Vorlauf." Button warnte: "Alles ist so neu, dass wir noch gar nicht alle Setups durchprobieren konnten."

Hamilton hatte heimlich sogar vom Sieg geträumt. Dazu hätte er den Start gewinnen müssen. "Ich stand auf der schmutzigen Spur. Das ist aber nur die halbe Wahrheit, denn Button ist hinter mir viel besser weggekommen. Wahrscheinlich haben wir die Kupplung zu aggressiv eingestellt. Ich habe noch während der Formationsrunde das Kupplungskennfeld geändert. Als ich losfuhr, haben die Hinterräder nur gescharrt. Hätte ich nicht KERS gehabt, wären Webber und Button auch noch an mir vorbeigegangen."

Hamilton mit gebrochenem Unterboden

Später im Rennen brach der Vorderteil des Unterbodens. "Es ist entweder kurz vor dem kleinen Abflug von Lewis in der ersten Kurve passiert oder bei diesem Zwischenfall. Die Ingenieure haben mir erzählt, er hätte acht Punkte Abtrieb verloren, doch ich glaube, das war stark untertrieben. Das Ding hing vorne bis auf die Straße runter", kommentierte Whitmarsh das Handikap, das die Angriffslust seines Fahrers bremste. Hamilton präzisierte: "In schnellen Kurven und beim Bremsen hat der Diffusor keine Luft bekommen. Es fehlte Abtrieb. Das Heck war instabil."

Hamilton nahm auch noch seine Kritiker aufs Korn. "Die Leute haben behauptet, mein aggressiver Fahrstil sei Gift für die Pirelli-Reifen. Ich glaube, ich habe heute das Gegenteil bewiesen. Ich habe die Reifen besser in Schuss gehalten als Vettel." Hamilton gab aber auch zu: "Die Reifen fühlten sich ganz anders an als in Barcelona. Es gab praktisch kein Körnen." Der Ex-Champion gibt sich noch nicht verloren. "Beim Testen waren wir zwei Sekunden hinten. Jetzt ist es eine Sekunde, wenn wir mit einrechnen, dass die Red Bull ohne KERS gefahren sind. Wir werden diese Lücke schließen. Unter Rennbedingungen waren wir schon ganz knapp dran."

Rennleitung verhindert Platz drei für Button

Nach Rechnung von Whitmarsh hätte Button das Podest komplettiert, hätte die Rennleitung dem Weltmeister von 2009 nicht eine Durchfahrtsstrafe verpasst. Buttons Strafe war umstritten. Massa hatte ihn in den Notausgang abgedrängt, wo Button dann vorbeizog. "Warum schickt uns die Rennleitung keine Nachricht, dass Jenson Massa wieder vorbeilassen soll? Jenson fühlte sich im Recht."

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