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McLaren und Ferrari

Fragezeichen bei den Sorgenkindern

Formel 1-Test, Jerez, 9.2.2012, Fernando Alonso, Ferrari Foto: Ferrari 24 Bilder

Ferrari und McLaren sehen weiterhin nicht wie Sieganwärter aus. Während Ferrari-Technikchef Pat Fry erstmals Probleme einräumte, ließ sich Lewis Hamilton nicht in die Karten blicken. Zwischen den Zeilen aber lässt sich herauslesen, dass die Welt bei McLaren trotz der viertschnellsten Zeit noch nicht in Ordnung ist.

09.02.2012 Michael Schmidt

Die Stars bei den Testfahrten von Jerez sitzen in einem Red Bull oder einem Lotus. Bei Ferrari und McLaren rätselt man weiter, wo die Zeit verloren geht. Nachdem Ferrari zwei Tage lang die bittere Wahrheit in schöne Worte kleidete, gab Technikdirektor Pat Fry erstmals zu, dass man mit den Ergebnissen bislang nicht zufrieden ist.

Alonso fährt im Hinterfeld

"Wir sind mit dem neuen Auto noch nicht dort, wo wir hin wollen. Unsere erste Aufgabe ist es, dieses Auto zu verstehen." Der Ferrari F2012 rückte auch am dritten Testtag mit allerlei Messgerät aus. Immer noch werden die Flügel mit Spezialfarbe besprüht, um den Strömungsverlauf sichtbar zu machen. Fry erklärt: "Wir müssen so viele Konfigurationen durchspielen wie möglich. Daraus ergibt sich eine Matrix, aus der wir die besten Lösungen herausfiltern müssen."

Auch Fernando Alonso konnte keine Wunder wirken. Der Spanier landete mit 1.20,412 Minuten auf Platz sieben. Zwei Sekunden hinter dem Bestwert von Romain Grosjean im neuen Lotus E20. Diesmal war der Ferrari nicht nur langsam, sondern er zeigte auch erste Schwächen mit der Standfestigkeit. Zwei Hydraulikprobleme hielten Alonso 90 Minuten in den Boxen fest.

Es gibt aber auch positive Aspekte. "Die Reifen kommen schneller auf Temperatur als im letzten Jahr. Und die Korrelation zwischen Windkanal und Strecke scheint zu funktionieren." Fry erwartet ein großes Puzzlespiel für die Ingenieure. "Wir müssen die guten Teile zusammenfügen und das ganze Auto zum Arbeiten bringen."

Der Vorderradaufhängung mit den Zugstreben wollte er keine Schuld geben: "Sie tut, was wir erwarten." Auf die Frage, welche Nachricht er den Ferrari-Fans mit auf den Weg geben könne, lächelte Fry matt: "Wir arbeiten sehr hart."

Hamilton spielt Versteck

McLaren-Mercedes zeigte sich am dritten Testtag in etwas besserer Form. Lewis Hamilton beendete den Tag mit 1.19,464 Minuten als Vierter. Der Engländer gab sich alle Mühe, sich in aufgeräumter Stimmung zu präsentieren. "Ich bin happy, dass ich wieder im Auto sitze." Nächste Frage: Wie fühlt sich das neue Auto an? "Um Welten besser als das letztjährige zu Testbeginn. Wir fahren ohne technische Probleme."

Kein Wort darüber, ob Hamilton auch ein gutes Gefühl im Bezug auf den Speed hat. Ein neuer Versuch, eine andere Antwort: "Nach den ersten zwei Testtagen von Jenson war ich mir nicht sicher, wo das Auto steht. Aber mit neuen Reifen habe ich schnell guten Grip gespürt."

Das Versteckspiel geht weiter. Hamilton soll das neue Auto mit dem alten vergleichen. "Es ist in seinen Reaktionen weniger berechenbar. Damit mussten wir rechnen. Ohne den angeblasenen Diffusor haben wir im Heck viel Abtrieb verloren. Er ist jetzt woanders. Viel mehr vorne als hinten. Deshalb ist es nicht ganz einfach, das Auto auszubalancieren. In schnellen Kurven kann ich noch nicht ans Limit gehen. Die Traktion ist nicht so gut wie beim Vorgänger. Dafür bleibt das Auto beim Bremsen erstaunlich stabil."

Und die Konkurrenz? "Der Red Bull ist schnell, der Lotus unglaublich." Macht es ihm Sorgen, dass McLaren mit seiner tiefen Nase allein dasteht? Hamilton grinst: "Für Schönheit kann man sich nichts kaufen. Da wir die einzigen mit einer tiefen Nase sind, muss ich sagen: Entweder haben wir Recht oder alle anderen."

Ist da schon eine kleine Drohung an seine Ingenieure versteckt? Hamilton steckt in der gleichen Situation wie Alonso. Er will endlich mal wieder um den WM-Titel kämpfen. Mit der Lockerheit könnte es bei beiden ganz schnell vorbei sein.

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