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Formel 1: Unerlaubte Höhenverstellung

McLaren-Verdacht: Red Bull illegal?

Red Bull Foto: Red Bull 35 Bilder

Die Supershow der Red Bull im Qualifying von Melbourne hat die Zweifler auf den Plan gerufen. McLaren wunderte sich, wie tief die Autos abgestimmt waren. Schnell kam der Verdacht auf, dass Red Bull mit einer automatischen Höhenverstellung arbeitet. Das wäre verboten.

27.03.2010 Michael Schmidt

Schon in Bahrain waren sich die Verschwörungstheoretiker einig: Dieser Red Bull muss eine automatische Höhenverstellung haben. Die Autos lagen in der Qualifikation so tief über dem Boden, dass sie im Rennen mit 160 Kilogramm Sprit an Bord in der Anfangsphase hätten aufsetzen müssen. Außer sie wären in der Lage, die Bodenfreiheit zwischen Qualifikation und Rennen zu verändern. Doch jeder Automatismus ist nach Ansicht von McLaren-Chef Martin Whitmarsh verboten. Oder etwa doch nicht?

Formel 1: GP Australien 2010 2:11 Min.

Änderungen am Fahrwerk verboten

Generell gilt: Je geringer die Bodenfreiheit, umso größer der Abtrieb. Doch in der Qualifikation muss jeder einen Kompromiss eingehen, wenn er die ersten Runden im Rennen mit einem schweren Auto ohne Beschädigungen an der Bodenplatte überstehen will. Ein vollgetanktes Auto liegt etwa fünf Millimeter tiefer als eines im Qualifikationstrim, wenn man nichts daran ändert.

Die Parc Fermé-Regeln verbieten jede Änderung am Fahrwerk vor dem Start des Rennens. Einzig erlaubter Eingriff ist die Justierung des Reifendrucks. "Wenn man die Drücke um zwei PSI variiert, kann man bis zu zwei Millimeter Bodenfreiheit gewinnen oder verlieren", verrät Ross Brawn.

Ferrari entwickelt legales System

Erst beim ersten Boxenstopp dürfen die Mechaniker oder Fahrer Hand an anderen Komponenten des Autos anlegen. Oder man startet freiwillig aus der Boxengasse. Ferrari hat ein System, bei dem man beim Boxenstopp mit einem Handgriff die Vorderachse absenken kann. McLaren hat es nicht. "Die Ferrari-Vorrichtung ist legal", gibt McLaren-Chef Martin Whitmarsh zu. "Ein automatisches System wäre es unserer Auffassung nach nicht."

Jetzt fragt man sich bei McLaren, wie Red Bull im Training so tief fahren kann, ohne im Rennen Schaden zu nehmen. Denkbar wäre ein Gaspuffer, dessen Gas über Nacht sich unter bestimmten Bedingungen ausdehnt und durch die Kompression bei hohem Gewicht wieder entweicht. Das ist aber auch nach Ansicht der FIA verboten. Weil während der Parc Fermé-Zeit etwas am Auto hinzugefügt oder weggenommen würde.

Ross Brawn fordert klare Regeln

Bei einer Flüssigkeit, die ihre Viskosität ändert, sobald das Auto in Ruhe ist und dabei von einer Kammer in eine andere wandert und so das Auto anhebt, ist man sich selbst in Kreisen der Technikexperten nicht mehr so sicher. Die Flüssigkeit bliebe ja im System, sie ändert nur ihre Dichte. Ross Brawn fordert deshalb: "Wir brauchen da eine klare Regel, damit wir wissen, woran wir sind."

Der Meistermacher hält die Vorwürfe gegen Red Bull jedoch für unfair. "Sie haben ein sehr gutes Auto gebaut, und wir haben keinerlei Anhaltspunkte, dass sie etwas Verbotenes machen." Brawn glaubt, dass Red Bull im Falle Melbourne nur mit den Reifendrücken spielt. "Auf dieser Strecke fahren wir wegen der Bodenwellen generell relativ hoch. Deshalb sind die Autos nicht so sensibel wie auf anderen Strecken, wenn man die Bodenfreiheit ändert."

FIA erklärt Red Bull für legal

Der Verdacht gegen Red Bull ist nach auto motor und sport-Informationen eine Seifenblase. Bei der technischen Routineuntersuchung der Autos durch die FIA, die vor jedem Rennen stattfindet, wurde bei keinem Fahrzeug im Feld ein automatisches System entdeckt. Es müsste also schon ein unsichtbarer Supertrick sein, auf den bis jetzt keiner der Red Bull-Konkurrenz gekommen ist.

Den vor den FIA-Kommissaren zu verstecken wäre ziemlich schwierig. Jede Neuentwicklung muss beim Verband durch entsprechende Anfragen auf seine Legalität abgeklopft werden. So wie der Heckflügel-Trick von McLaren. Wer darauf verzichtet, ginge ein großes Risiko ein. Die FIA kennt kein Pardon, wenn einer etwas im Verborgenen entwickelt, das sich später als nicht reglementskonform erweist.

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