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McLaren will schnellere Boxenstopps

Das Ziel sind zwei Sekunden

Boxenstopp McLaren 2012 Foto: Wolfgang Wilhelm 13 Bilder

Sieben Rennen lang lieferte McLaren lausige Boxenstopps ab. Dann wurde die Crew umgestellt und das Werkzeug verbessert. Seit zwei Grand Prix ist McLaren in der Boxengasse top. Bis zum Jahresende will man die Standzeiten im Schnitt auf 2,5 Sekunden drücken. Das Ziel für 2013 sind zwei Sekunden glatt.

18.07.2012 Michael Schmidt

McLaren musste sich in den ersten sieben Rennen des Jahres viel Kritik anhören. Da war nicht von Boxenstopps, sondern von Boxenflops die Rede. Bei Jenson Button klemmte in Shanghai das linke Hinterrad. Gleiches Problem für Lewis Hamilton in Bahrain. Er verlor 16 Sekunden auf Sebastian Vettel nur in der Boxengasse. Auch in Montreal gingen zwei Stopps für Hamilton in die Hose. Und in Valencia verlor der Engländer elf Sekunden beim zweiten Stopp, weil sich ein Vorderrad gegen die Montage sträubte. Im Schnitt lag McLaren bei den Boxenstopps im hinteren Mittelfeld. Dort, wo letztes Jahr Ferrari war. Doch die Roten haben den Spieß 2012 umgedreht. Sie sind heute im Mittel die absolute Nummer eins.

Neues Werkzeug und neue Choreografie

Auch McLaren hat reagiert. Das Programm läuft bereits seit dem GP Bahrain. Zuerst wurde die Reifenwechsel-Crew neu aufgestellt. Seit Barcelona wurde sie nicht mehr verändert. Mit mehr Training und festen Positionen im Team kam mehr Sicherheit. Und damit sanken die Standzeiten. Trotzdem ging hin und wieder noch etwas schief. In Montreal führte McLaren neue Wagenheber, Schlagschrauber und Felgen mit integrierten Radmuttern ein. Das bringt auf dem Papier vier Zehntel. Wenn die Choreografie der 17 Mitspieler optimal funktioniert.

Erste Anzeichen der Besserung waren schon in Valencia zu erkennen. Die McLaren-Truppe verzeichnete den schnellsten Einzelstopp. "Beim ersten Reifenwechsel stand Lewis nur 2,6 Sekunden. Keiner war schneller", freute sich Sportdirektor Sam Michael. Er verrät, dass bei diesem Stopp sogar noch drei Zehntel verschenkt wurden. "Hätte Lewis optimal reagiert, wäre er nach 2,3 Sekunden abgerauscht."

Umso ärgerlicher war, dass der positive Trend durch zwei Pannen getrübt wurde. Der besagte Stopp in der SafetyCar-Phase, bei dem elf Sekunden und drei Positionen verloren gingen. Der Mechaniker am rechten Hinterrad trug eine offene Wunde oberhalb des Knies davon, die genäht werden musste. Ihm rasierte die Heckflügelendplatte über den Fuß. Hamilton musste wegen eines Fahrzeugs vor ihm fast rechtwinkelig aus der Parkposition fahren. Dabei stellte es das Heck kurz quer. Mechaniker sind harte Kerle. Am Samstag von Silverstone meldete sich der Mann zurück zum Dienst.

Boxenstopps gewinnen an Bedeutung

Sam Michael legt viel Wert auf die Boxenstopps. "Sie werden immer wichtiger, weil das Feld so eng zusammen liegt. Da kann eine Sekunden mehr oder weniger beim Stopp über mehrere Positionen entscheiden. Es ist jetzt zweieinhalb Jahre her, dass Tankstopps verboten sind und sich alles auf den Reifenwechsel konzentriert. In dieser Zeit haben alle Teams viel Zeit und Geld in die Optimierung der Boxenstopps gesteckt. Nicht nur das Werkzeug ist wichtig. Du musst auch eine gut eingespielte Truppe haben. Für mich ist das wie ein Fußballteam, das harmonieren muss."

Das Boxenstopptraining von McLaren hat sich gelohnt. Angeblich haben die McLaren-Schrauber vor dem GP England bis zu 800 Reifenwechsel geübt. Dafür waren sie in Silverstone auch klar die Schnellsten. Diesmal ganz ohne Zwischenfall. Lewis Hamilton und Jenson Button verbrachten für ihre vier Stopps nur 99,401 Sekunden in der Boxengasse. An zweiter Stelle lag Ferrari mit 100,805 Sekunden, gefolgt von Red Bull mit 102,181 Sekunden und ToroRosso mit 103,928 Sekunden. Mercedes, der Klassenprimus des Vorjahres kam mit 110,208 Sekunden nur auf Platz fünf. Da schlug ein verpatzter Boxenstopp bei Nico Rosberg ins Kontor. Lotus brachte es trotz neuer Boxenausrüstung nur auf 111,041 Sekunden, knapp vor Williams mit 111,254 Sekunden. Sam Michael fordert: "Unser Ziel bis zum Jahresende sind im Schnitt 2,5 Sekunden Standzeit." Für 2013 hält der Australier eine weitere Steigerung für möglich. "Ich halte zwei Sekunden Standzeit im Mittel nicht für unrealistisch."

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