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McLarens starkes Saisonfinale

McLaren schenkt WM-Titel her

McLaren Hamilton Button GP Brasilien 2012 Foto: McLaren 31 Bilder

Der McLaren MP4-27 war das beste Auto bei den ersten drei und den letzten drei Rennen. Und zwischen Hockenheim und Singapur. Trotzdem reichte es nicht zum WM-Titel. In der Fahrerwertung landeten Lewis Hamilton und Jenson Button auf den Plätzen vier und fünf, im Konstrukteurspokal kam McLaren nur auf Rang drei.

27.11.2012 Michael Schmidt

Bei McLaren weiß man am Saisonende ganz genau: Es war ein Jahr der verpassten Chancen. Tenor: "Red Bull und Sebastian Vettel haben die Weltmeisterschaft nicht gewonnen. Wir haben sie verloren." Der McLaren MP4-27 war in elf der 20 Rennen das beste Auto im Feld. Und landete sogar einen Sieg, als man nicht das beste Auto hatte. Mit Lewis Hamilton in Montreal. Doch mit zwölf Nullrunden, fünf Defekten und fünf Unfällen wird man nicht Weltmeister. "Wir hatten es dieses Jahr in der Hand, den Titel zu holen", ist Sportdirektor Sam Michael überzeugt.

Starkes Finale von McLaren

Für McLaren endete die Saison so wie sie begonnen hatte. Mit einem überlegenen Auto. Nach Melbourne, Sepang und Shanghai waren Jenson Button und Lewis Hamilton die erklärten WM-Favoriten. Button hatte einen Sieg und einen zweiten Rang, Hamilton drei dritte Plätze vorzuweisen. Dann kam der große Einbruch, nur unterbrochen von Hamiltons Sieg beim GP Kanada. Button holte in sechs Rennen sieben Punkte. Hamilton sah mit 47 Zählern etwas besser aus. Doch Sebastian Vettel schaufelte in diesen sechs Grand Prix 72 Punkte auf sein Konto, Fernando Alonso sogar 92 Zähler.

McLaren redete sich in der Phase damit heraus, die Reifen nicht verstanden zu haben. Warum klappte es dann aber bei den ersten drei Rennen, als die Konfusion um die Pirelli-Gummis noch am größten war? Tatsächlich hatten die Ingenieure daran zu knabbern, dass ihnen die FIA untersagte, an der vorderen Kufe des Unterbodens die maximal erlaubte Toleranz auszunutzen und sie nach oben zu biegen. Damit konnte man das Auto stärker nach vorne anstellen. Das Verbot führte zu Abtriebsverlust im Heck. Das Auto war schwerer auszubalancieren, und das schadete den Reifen.

Hockenheim-Update sitzt

Ab dem GP Hockenheim hatte McLaren ein Gegenmittel gefunden. Eine größere Ausbaustufe brachte dem chromblitzenden Auto wieder für fünf Rennen die Spitzenposition ein. Button und Hamilton nahmen aus Hockenheim, Budapest, Spa, Monza und Singapur drei Siege und zwei zweite Plätze mit.

Dummerweise begann da auch gerade da die Technikseuche. Hamilton stellte seinen McLaren in Hockenheim nach einer Feindberührung mit einem Differentialschaden ab. Bei Button versagte in Monza ein Sensor im Tank. Er meldete Leerstand, obwohl noch genügend Kraftstoff vorhanden war. Hamilton verlor den Sieg in Singapur durch einen Getriebeschaden. Und er wurde in Spa von Romain Grosjean aus dem Weg geräumt.

FIA bremst McLaren ein

Der größte Trick von McLarens Technik-Zwischenspurt blieb vielen verborgen. Nur Red Bull nicht. McLaren baute den Frontflügel so, dass er bei entsprechend Anpressdruck um die Horizontalachse kippen konnte. Red bull kopierte, natürlich extremer und fuhr ab dem GP Singapur auf Augenhöhe. Nach Singapur verbot die FIA den faulen Zauber, indem man stichprobenartig neue Belastungstests androhte.

McLaren ruderte zurück, Red Bull offenbar nur kurzfristig. Bei McLaren hat man beobachtet, dass der Frontflügel am Red Bull RB8 bei voller Fahrt weiterhin nach vorne kippt. "Bis wir Red Bulls Technikoffensive wieder aufgeholt haben, vergingen drei Rennen", sagt ein Ingenieur. Drei Rennen zu viel. Aus Japan, Korea und Indien brachten Hamilton und Button nur 45 Punkte mit. Red Bull hortete im gleichen Zeitraum 100, Ferrari 71 Punkte. Game over.

Hamilton nur durch Pech zu bremsen

Erst ab Abu Dhabi lief der McLaren-Express wieder. Lewis Hamilton hätte die drei letzten Grand Prix gewinnen können. In Abu Dhabi klaute ihm eine defekte Benzinpumpe den Sieg, in Brasilien stieß ihn Nico Hülkenberg ins Aus. Button übernahm die Aufgabe. Rennen mit gemischten Bedingungen sind seine Spezialität. Der Weltmeister von 2009 siegte beim ersten und beim letzten Grand Prix und kam noch bis auf zwei WM-Punkte an den Teamkollegen heran.

Trotzdem reichte es nur für die Plätze vier und fünf in der Fahrerwertung. Button ist überzeugt: "Ich habe den Titel im Mittelteil der Saison verloren." Hamilton durch die Defekte in Hockenheim, Singapur und Abu Dhabi und durch drei Unfälle, in denen er immer das Opfer und nie der Agressor war.

Teamchef Martin Whitmarsh musste die bittere Pille schlucken, Ferrari im Kampf um Platz zwei in der Konstrukteurswertung nicht mehr eingeholt zu haben. Am Ende fehlten 22 Punkte. "Mit einem Doppelsieg hätten wir es geschafft. Das war das Ziel, und fast hätte es auch geklappt. Wir sehen unsere starke Form am Ende der Saison als solide Basis für einen guten Start in das nächste Formel 1-Jahr an."

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