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Medaillen-Idee

Kaum Chancen für Ecclestone-Plan

Foto: dpa

Bernie Ecclestone will am 12. Dezember den Weltrat der FIA für seine Lieblingidee gewinnen. Statt WM-Punkte soll es in Zukunft Medaillen geben: Gold-Silber-Bronze, wie bei der Olympiade.

02.12.2008 Michael Schmidt

Die höhere Anzahl der Goldmedaillen entscheidet dann über den WM-Titel. Das soll die Fahrer an der Spitze zu mehr Überholmanövern motivieren. Der Formel 1-Chef sieht nach eigenen Aussagen gute Chancen, dass sein Plan schon 2009 Wirklichkeit wird. Angeblich seien alle Teams von seiner Idee begeistert. Bis jetzt hat sich aber noch kein Team gefunden, dass diese Einschätzung bestätigen wollte.

Im Gegenteil: Die Teams fürchten, dass der Medaillenspiegel den Focus auf die ersten Drei lenkt und für die Fahrer ab Platz vier kein Interesse mehr besteht. Das wäre eine Bankrotterklärung für das Mittelfeld und die Hinterbänkler.


Da bekommen selbst die Topteams kalte Füße. Keiner kann garantieren, dass er nächstes Jahr unter die Top 3 fährt. Die große Regelreform lässt zuviele Fragezeichen offen. Wie schnell der Fahrstuhl nach unten fahren kann, weiß Weltmeister McLaren am besten. Es ist nur zwei Jahre her, da landeten die Silberpfeile nicht einen Sieg.

Bis jetzt hat Ecclestone bei der FIA noch keinen offiziellen Antrag eingereicht. In Paris geht man davon aus, dass er das noch tun wird. Bei der letzten Weltratsitzung sprach der 78-jährige Engländer das Thema einmal kurz an. Obwohl beim Weltverband keiner einer Entscheidung des Weltrates vorgreifen will, stehen die Chancen schlecht, dass Ecclestone mit seinem Vorstoß durchkommt. In einer internen FIA-Studie stellte sich heraus, dass nur eine der letzten zehn Weltmeisterschaften einen anderen Weltmeister hervorgebracht hätte, und das war ausgerechnet 2008, eines der spannendsten Formel 1-Jahre mit dem Herzschlagfinale in Brasilien. Nach Ecclestones System wäre Massa mit sechs zu fünf Siegen vor Lewis Hamilton Weltmeister geworden.

Nicht ohne Beigeschmack. Massas Sieg in Spa war am grünen Tisch erstritten. Eigentlich hatte Lewis Hamilton das Rennen gewonnen. Die Studie ergab auch, dass die Titelvergabe nach Medaillen kontraproduktiv gewesen wäre. In einigen Fällen wäre der Weltmeister viel früher in der Saison gekürt wiorden. Eine Analyse der Rennen ergibt, dass es mit Medaillen statt Punkten an der Spitze auch nicht zu mehr Überholmanövern gekommen wäre. Lewis Hamilton hätte in Interlagos Felipe Massa auch dann nicht überholt, wenn er für den Titel den Sieg oder eine sechste Goldmedaille gebraucht hätte. Dazu war der Ferrari beim letzten Rennen einfach zu überlegen. Tatsache ist: Immer wenn sich die Gelegenheit zum Überholen bot, haben es die Beteiligten auch versucht. Selbst auf die Gefahr hin zu kollidieren. Man denke nur an das Duell Hamilton gegen Massa in Fuji.

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