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Mehr Action dank neuer Politik

Ecclestone fordert mehr Freiheiten

Perez vs. Kvyat - GP Deutschland 2014 Foto: xpb 79 Bilder

Der GP Deutschland war ein Knüller. Die neue Politik der Rennleitung, nicht mehr so stark ins Renngeschehen einzugreifen, zeigt Früchte. In Hockenheim gab es Zweikämpfe zuhauf. Auch mit Feindkontakt. Die Sportkommissare schauten weg. Bernie Ecclestone hatte es vorher so gefordert.

20.07.2014 Michael Schmidt

Es war keine Regeländerung. Nur eine Empfehlung an die Rennleitung und die Sportkommissare. Seit drei Rennen greifen sie weniger in das Renngeschehen ein. Zweikämpfe mit Feindkontakt werden nur noch geahndet, wenn sie ernste Folgen haben, grob unfair sind und der Schuldige klar zu ermitteln ist.

Bernie Ecclestone war das nicht genug. Angesichts des jüngsten Zuschauerschwundes ordnete er am Samstag in Hockenheim die neue Marschroute an: "Lasst das Rennen laufen, so lange es geht. Wir wollen wieder echten Sport sehen und nicht bei jedem kleinen Zwischenfall eingreifen."

FIA-Rennleiter Charlie Whiting und die Sportkommissare hielten sich daran. Im Fall des Drehers von Adrian Sutil vielleicht eine Spur zu sehr. Das Safety-Car blieb in der Garage. Die Rennleitung wollte das Rennen nicht verfälschen. Es hätte Nico Rosberg einen Vorsprung von 16,5 Sekunden gestohlen.

Viele fanden, dass der auf der Zielgeraden quer stehende Sauber ein Grenzfall war. Die Streckenposten hätten bei der Bergung besser geschützt werden müsste. "Ein klarer Fall für ein Safety-Car", wetterte Felipe Massa.

Piloten viel aggressiver im Zweikampf

Rennleiter Whiting hatte Gründe, das Rennen zunächst weiterlaufen zu lassen. Eigentlich sollten an der Stelle auf der Innenseite Streckenposten stehen. "Die hätten dann das Auto gefahrlos nach innen wegziehen können. Das geht an der Stelle relativ leicht. Es wurde ja doppelt Gelb geschwenkt. Die anderen Fahrer waren also gewarnt. Das gleiche galt bei dem Feuer von Kvyat."

Das Problem beim Sutil-Unfall: Die Helfer waren nicht auf der Innenseite der Zielkurve postiert. Es dauerte drei Runden, bis sie endlich dort eintrafen. In der Zwischenzeit mussten ihnen die Kollegen von außen zur Hilfe kommen.

Auf die Angriffslustigkeit der Piloten hat die neue "Take it easy"-Politik der Formel 1 eine positive Wirkung hinterlassen. Mit Ausnahme des einsam an der Spitze fahrenden Nico Rosberg war jeder in Zweikämpfe verstrickt. In vielen Fällen gab es Feindkontakt.

Bei Kimi Räikkönens Ferrari und Lewis Hamiltons Mercedes flogen die Endplatten davon. Die Sportkommissare drückten beide Augen zu. Erneut zeigte sich, dass in den meisten Fällen die Teams die Spielverderber sind. Als sich Räikkönen an Sebastian Vettels Red Bull den Flügel beschädigte, verlangte Ferrari von der Rennleitung eine Untersuchung.

Keine übergreifenden Strafen für das nächste Rennen

Auch bei dem Startunfall zwischen Felipe Massa und Kevin Magnussen hielt die Rennleitung die Füße still. Obwohl Massa dafür gerne eine Strafe für seinen Unfallgegner gesehen hätte: "Es gibt Regeln, an cie muss man sich halten. Und dazu gehören Strafen. Niki Lauda tut sich leicht, wenn er fordert, dass man ohne Limits gegeneinander fahren soll. Zu seiner Zeit gab es keine Regeln für den Zweikampf und deshalb auch keine Strafen."

Massa musste am Ende froh sein, dass nicht mehr jede Kollision geahndet wird. FIA-Rennleiter Charlie Whiting gab dem Brasilianer die Schuld: "Felipe musste wissen, dass beim Start einer innen in der Kurve fährt. Er hätte Platz lassen müssen." Massa entging einer Strafe, weil er selbst das Opfer der Aktion war. Auch das gehört zu Ecclestones Forderungen. Der Formel 1-Zampano will keine Strafen mehr, die sich erst im nächsten Rennen auswirken. Weil das keiner versteht.

Sebastian Vettel lobt die neue Leichtigkeit der Schiedsrichter: "Das ist der richtige Weg. Es ist aber immer ein schmaler Grat. Wenn man neben der Strecke fahren kann und es nicht klar ist, ob man dadurch Zeit verliert, dann ist es schwer, jemanden korrekt zu bestrafen. Ich denke, man muss uns Rennen fahren lassen. Wenn man mal einen halben Meter mehr oder weniger draußen ist, dann interessiert das keine Sau. Es ist wichtiger, dass wir unseren Spaß haben. Das gefällt auch den Leuten."

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