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Mehr Motorenprobleme als 2014

Wann werden erste Token eingelöst?

Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP China - Shanghai - 11. April 2015 Foto: Wilhelm 28 Bilder

Obwohl die Hybridtechnik bereits in ihre zweite Saison geht, gibt es mehr Motorschäden als im Vorjahr. Nicht nur bei Renault und Honda herrscht Alarm. Auch Mercedes und Ferrari mussten schon nachbessern. Wir erklären warum und welche Auswirkungen das auf die Weiterentwicklung hat.

02.05.2015 Michael Schmidt

Im ersten Jahr kamen alle Teams bis auf Red Bull und Toro Rosso ohne den sechsten Motor über die Runden. In dieser Saison ist Daniel Ricciardo nach 4 Rennen schon beim vierten Motor angelangt. Das Kontingent ist voll. Teamkollege Daniil Kvyat und die beiden Toro Rosso-Fahrer haben bereits Motor Nummer 3 im Auto. Jenson Button und Fernando Alonso fahren den zweiten Motor. Auch Nico Hülkenberg und die Ferrari-Piloten Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen.

Die Hybridtechnik macht im zweiten Jahr ihres Bestehens mehr Ärger als im ersten. Renault-Einsatzleiter Remi Taffin erklärt warum: "Alle wollen eine effizientere Verbrennung. Nur das bringt mehr Leistung. Es erhöht aber auch den Kompressionsdruck im Zylinder. Und das geht auf das Material." Bei allen drei Herstellern wurden Schäden an Kolben, Laufbuchsen, Zylinderkopfdichtungen und sogar Motorblöcken festgestellt. Renault trifft es am schlimmsten.

Motor-Probleme mit Kolben, Laufbuchsen, Blöcken

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Drehzahlen und der Ladedruck leicht gestiegen. Ein früher Zündzeitpunkt und hohe Verdichtung erhöhen die Gefahr von Klopfschäden. Renault hat bei den Testfahrten 6 und seit Saisonbeginn 8 Motoren verloren. Die dritte Einheit hat verstärkte Kolben und Laufbuchsen. Mercedes musste bei den Wintertests an Kolben und Laufbuchsen nachbessern. Ferrari am Motorblock. Honda wird damit konfrontiert werden, wenn man mal mit voller Leistung fährt.

Mercedes weiß bis heute nicht, warum im Force India von Hülkenberg beim GP China die Kurbelwelle gebrochen ist. Man hofft einfach, dass es sich um eine Eintagsfliege handelt. Ferrari verkaufte den Motorwechsel in Bahrain offiziell als geplante Aktion. Tatsächlich aber hat Ferrari wie alle anderen Hersteller auch für die zweite Motorencharge Modifikationen zur Verbesserung der Standfestigkeit beantragt. Dafür müssen keine Entwicklungs-Token verbraten werden. Aber die Maßnahme hat klare Auswirkungen auf den weiteren Fahrplan.

Ferrari muss bis zum dritten Motor warten

Ferrari kann zwar in den Freitagstrainings immer noch Kilometer auf die Motoren der ersten Charge fahren, muss jetzt aber für den ersten Entwicklungsschritt bis zum dritten Motor warten. Und der darf frühestens im Sommer kommen, wenn man mit 4 Triebwerken über die Runden kommen will. Gut, dass es Kunden gibt. Sauber hat noch den ersten Ferrari V6 im Auto. Der Schweizer Rennstall könnte somit schon früher zum Testträger für ein erstes Motor-Upgrade von Ferrari werden.

Mercedes will bis zum GP Monaco mit den ersten Exemplaren durchhalten. Die Antriebsquellen sind auf eine Laufleistung von 5.000 Kilometern ausgelegt. Der Titelverteidiger ist im Augenblick noch vorsichtig unterwegs. Die Fahrer mit Mercedes-Motoren schwören, dass Ferrari im Rennen öfter maximale Leistung freigibt. Selbst Teamchef Toto Wolff glaubt, dass Ferrari in der Rennspezifikation im Augenblick mit mehr PS fährt.

Doch Mercedes hat jetzt den Joker in der Hand. Man könnte schon in Montreal mit der zweiten Spezifikation mehr Leistung mobilisieren. Eigentlich war dieser Schritt erst für den dritten Motor angedacht. Doch seit Ferrari Druck macht, werden die Fahrpläne in Brackley und Brixworth auf den Prüfstand gestellt. Ferrari hat bei der Motorentwicklung mit 10 Token gegen 7 von Mercedes mehr Spielraum.

Renault muss sich um keine Fahrpläne mehr scheren. Red Bull rechnet mit acht bis neun Motoren in dieser Saison. Genug Gelegenheit, die 12 Entwicklungs-Token einzusetzen, wann immer man will.

Honda dagegen wird sich mit seinen 9 Token Zeit lassen. Die Japaner gehen mit ihrem alternativen Turbolader-Konzept betont vorsichtig vor. Sie erlauben Schritt für Schritt mehr Leistung, um sich weitere Schäden zu ersparen. Die größte Baustelle ist die Wärmeabfuhr im V des Sechszylinders. Eine PS-Steigerung macht erst Sinn, wenn die augenblicklich theoretisch verfügbare Leistung voll ausgeschöpft wird.

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