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Mercedes AMG W06 runderneuert

Nur das Chassis ist alt

Mercedes AMG W06 - Barcelona Test 2015 - Formel 1 Foto: xpb 20 Bilder

Bei Toro Rosso sieht man es auf den ersten Blick. Das Auto ist neu. Beim Mercedes muss man zwei Mal hinschauen. Auch der Silberpfeil, der die Weltmeisterschaft gewinnen soll, ist praktisch neu. Nur das Chassis wurde von dem Auto übernommen, das die ersten 8 Testtage gefahren ist.

26.02.2015 Michael Schmidt

Mercedes ruht sich nicht auf seinen Lorbeeren aus. Wenn Toro Rosso seinen STR10 zwei Mal neu auf Kiel legt, mag das verständlich sein. Toro Rosso zählt zu den Teams, die aufholen wollen. Mercedes ist in einer komfortableren Situation. Man hatte schon das beste Auto. Und macht es jetzt noch besser.

Der erste Aufguss des Mercedes AMGW06 war im Vergleich zum Vorgängermodell bereits stark verändert. Man konnte sagen, eine Kompaktversion des Weltmeisterautos. Doch jetzt hat Mercedes am neunten Testtag noch einmal nachgelegt. "Bis auf das Chassis ist alles neu", bestätigte Chefdesigner Aldo Costa. Man muss nur genauer hinschauen als beim Toro Rosso.

Mercedes-Heck noch kompakter

Die Änderungen beginnen schon bei der Nase. Sie sieht auf den ersten Blick aus wie die alte. Tatsächlich hat sie auf der Unterseite einen dickeren Bauch. Also weniger Platz bis zum Frontflügel, der praktisch kaum überdeckt ist. Das hilft der Strömung.

Die Länge der Nase blieb gleich. Da lag Mercedes schon beim Mindestmaß von 85 Zentimetern. Den notwendigen Crashtest hat das Team bereits letzte Woche bestanden. Der Frontflügel wurde nur leicht modifiziert. Hier wird eine aggressivere Variante zum GP Australien erwartet.

Die neue Nase zieht einen Rattenschwanz an Änderungen dahinter nach sich. Weil das Strömungsbild geändert wurde. Damit mussten an den vertikalen Leitblechen unter der Nase und am Bat-Wing Modifikationen vorgenommen werden.

Die TV-Kamera steht jetzt auf einer vertikalen statt gebogenen Befestigung (siehe separate >> Story). Die Seitenkästen und die Motorverkleidung haben eine neue Verkleidung bekommen. Nach der Devise: Schmaler, flacher, kompakter. Die Außenhaut liegt noch enger an. Damit ändern sich auch die Leitbleche vor und neben den Kühleinlässen.

Der Heckflügel hat neue Endplatten, ein geändertes Profil und einen neuen Monkey Seat. Der Unterboden wurde entsprechend adaptiert. Der Auspuff ist jetzt neu positioniert und von der Verkleidung besser umschlossen.

Noch ist der runderneuerte Mercedes AMGW06 nicht komplett. Am Freitag (27.2.) treffen neue Bremsbelüftungen an allen vier Ecken des Fahrzeugs in Barcelona ein. Sie weisen modifizierte Mini-Flügel und Luftabweiser auf. Man geht davon aus, dass der Mercedes mit dem Aero-Paket rund eine halbe Sekunde gewinnt.

Wie sich der Silberpfeil genau verändert hat, zeigen wir Ihnen in der Bildergalerie.

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