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Mercedes analysiert China-Schaden

Problem-Motor nur Ersatz bei Hamilton

Lewis Hamilton - Mercedes - GP China 2016 - Shanghai - Qualifying - 16.4.2016 Foto: xpb 25 Bilder

Das Motorproblem von Lewis Hamilton beim GP China ist gelöst. Vermutlich hat eine defekte Isolierung in der MGU-H zu Ablösung von Teilchen geführt. Um zu vermeiden, dass Hamilton bereits die dritte Charge von MGU-H und Turbolader einsetzt, reist der Motor nur als Ersatz nach Sochi.

25.04.2016 Michael Schmidt

Früher wussten die Ingenieure meistens schon nach wenigen Stunden, warum ein Motor geplatzt ist oder wegen verdächtiger Daten abgestellt werden musste. Heute ist diese Prozedur ein Puzzlespiel. Mercedes stand vor dieser Aufgabe, nachdem die Antriebseinheit von Lewis Hamilton in der Qualifikation zum GP China wegen alarmierender Telemetriewerte ausgebaut und durch eine neue Einheit ersetzt werden musste.

Aufwendige Analyse des Mercedes-Motors

Statt die im Verdacht stehende MGU-H auszutauschen hat Mercedes die Antriebseinheit im Originalzustand nach Brixworth geschickt. "So lässt sich leichter feststellen, was tatsächlich zu dem Problem geführt hat", erklärte Motorenchef Andy Cowell noch in China. Das Triebwerk kam am Donnerstag nach dem Rennen in England an und wurde dort mit den erlaubten Methoden geprüft, ohne die FIA-Siegel aufbrechen zu müssen.

Die Techniker haben dazu Öl durch die Leitungen und Filter des Öl- und Kühlsystems gespült. Die Kleinteile, die oft auf den Ursprungspunkt des Problems hindeuten, sammeln sich dabei am Ende von Leitungen oder Filtern des defekten Teils. Mikroskopische Analysen legen fest, ob es sich um Abriebmaterial handelt oder ob eine Komponente in kleine Teile zerschmettert wurde. Sobald die Teilchenanalyse komplett ist und die Komponenten, die an dem Defekt beteiligt waren, alle isoliert wurden, wird die installierte Konfiguration damit genau nachgestellt.

Einsatz würde dritte MGU-H und Turbolader bedeuten

Cowell lag mit seinem Anfangsverdacht fast richtig. Mercedes hat mittlerweile die Ursache des Problems stark eingekreist. In der offiziellen Pressemitteilung heißt es: "Die MGU-H wurde analysiert und es wird vermutet, dass das Problem in Zusammenhang mit der Isolierung steht. Nachdem Teilchen im Ölsystem gefunden wurden, werden der Turbolader und die Ölpumpen ersetzt."

Um genau zu sein: Die MGU-H und der Turbolader können nicht wieder verwendet werden. Beides sind Komponenten, von denen maximal fünf Einheiten in den 21 Rennen eingesetzt werden dürfen. Die Ölpumpen fallen dagegen nicht unter das Kontingent. Im Pressetext heißt es weiter: "Nach dem Abschluss der Reparaturen verbleibt diese Power Unit im Fahrer-Pool und wird als Ersatz mit nach Sochi genommen."

Das ist der entscheidende Punkt. Der Motor reist im Gepäck nach Russland, aber er wird nur im absoluten Notfall zum Einsatz kommen. Sonst nämlich hätte Hamilton bereits die jeweils dritte Einheit der MGU-H und des Turboladers im System. Und das im vierten Rennen. Solange der Motor in der Kiste bleibt, zählen die beiden ausgetauschten Komponenten nicht zum Kontingent.

Mercedes wird den Motor nach Möglichkeit auch nicht bei den folgenden Rennen einsetzen. Aus dem gleichen Grund. Die Antriebseinheit bleibt so lange eiserne Reserve, bis Hamilton auf natürlichem Weg beim dritten Motor angelangt ist und man einen besseren Überblick hat, wie viele Einheiten man von den sechs Motorkomponenten für die 21 Rennen braucht. Dann ist durchaus denkbar, dass der China-Motor mit dem zweiten Turbolader und der zweiten MGU-H ausgerüstet wird, um in den Freitagstrainings seinen Dienst zu tun.

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