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Mercedes-Angebot ausgeschlagen

Keiner wollte Mercedes-Billigmotor

Mercedes - GP Russland - Sochi - Freitag - 9.10.2015 Foto: ams 28 Bilder

Die Geschichte kam erst jetzt ans Licht. Mercedes hat den Teams zu Beginn des Jahres "Billigmotoren" angeboten. Auf der Basis des aktuellen Triebwerks. Doch keiner hat sich in Brixworth gemeldet.

09.10.2015 Michael Schmidt

Es brauchte erst das Red Bull-Motorendrama, dass die Geschichte ans Licht kam. Mercedes machte sich bereits vor einem Jahr Sorgen, dass die Hybrid-Formel das Formel 1-Feld ausdünnt und die Kritik an den Flüster-Motoren zunimmt. Ein Argument gegen das aktuelle Motorenformat war und ist, dass die Antriebseinheiten zu teuer sind. Deshalb hat Mercedes allen Teams über den Winter ein Angebot gemacht, wie sie ihre Motorenkosten runterschrauben können und dafür trotzdem noch einen halbwegs wettbewerbsfähigen Motor bekommen.

"Billigmotor" zwischen drei und vier Zehntel langsamer

Mercedes offerierte auf der Basis des aktuellen Triebwerks eine "Billigversion". Sie hätte die Teams rund 10 Millionen Euro gekostet. Das sind sieben Millionen weniger, als Lotus, Force India und Williams derzeit für ihre Kundentriebwerke bezahlen. Der Unterschied zwischen der Premium- und der Light-Veriante wäre in der Laufzeit gelegen. "Wir hätten für diese Motoren nur weniger scharfe Einstellungen freigeben. Die Teams wären mit zwei, maximal drei Einheiten durch die Saison gekommen", verrät Teamchef Toto Wolff.

Technikdirektor Paddy Lowe, schätzt, dass der "Billigmotor zwischen drei und vier Zehntel Rundenzeit gekostet hätte." Man hätte damit keinen Grand Prix gewonnen, wäre aber im Kampf um WM-Punkte bei der Musik gewesen. Toto Wolff stellte erstaunt fest: "Nicht ein Team hat auch nur eine Anfrage gestellt. Keiner wollte diesen Motor haben."

Toro Rosso hätte rückblickend mit dem Sparmodell aus Brixworth wahrscheinlich mehr WM-Punkte geholt als mit dem ungeliebten Renault V6-Turbo. Die Motoren-Not von Red Bull treibt Mercedes und Ferrari um. Jeder will den schwarzen Peter loswerden. Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene versteht nicht, warum plötzlich alle Ferrari die Schuld geben. Red Bull sei mit seinem Motorenwunsch viel zu spät um die Ecke gekommen. Und jetzt ist es aus Kapazitätsgründen eben zu spät. Mercedes argumentiert ähnlich. Nach den ersten vorsichtigen Anfragen von Red herrschte plötzlich Funkstille. Und dann war der Laden mit drei Kundenteams eben schon dicht.

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