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Mercedes beißt zurück

Zu kalt und zu windig für Ferrari

Hamilton vs. Räikkönen - GP Bahrain 2015 Foto: xpb 59 Bilder

Ferrari galt nach den guten Rennsimulationen am Freitag als leichter Favorit für das Rennen. Doch Mercedes hat zurückgeschlagen. Dank einer modifizierten Fahrzeug-Abstimmung. Doch auch das Wetter spielte eine Rolle. Es war kälter und windiger als am Freitag.

19.04.2015 Michael Schmidt

Hätte der GP Bahrain am Freitag stattgefunden, hätte Ferrari einen Doppelsieg gelandet. Zwei Tage später wurden die Plätze 2 und 5 daraus. Auch eine Risiko-Strategie brachte Kimi Räikkönen nicht auf Schlagdistanz zu Sieger Lewis Hamilton. Weil Ferrari am Sonntag zu langsam war. Mercedes hat aus der verunglückten Rennsimulation am Freitag die richtigen Schlüsse gezogen und die Autos für das Rennen perfekt abgestimmt.

Und dann halfen auch noch die Temperaturen und der Wind. Sie spielten der Abstimmung der Silberpfeile zusätzlich in die Karten. Was war am Freitag passiert? Ferrari drehte nach Abzug des Spritunterschiedes und des Power-Defizits, mit dem Mercedes am Freitag grundsätzlich unterwegs ist, Rundenzeiten, die 3 Zehntel im Schnitt schneller waren. Mercedes fand bei der Analyse heraus: Die Reifentemperatur lag unterhalb des Arbeitsfensters. Nicht viel, aber genug um auf Ferrari zu verlieren.

Mercedes-Ingenieure reagierten richtig

Die Furcht vor dem reifenschonenden Ferrari hatte die Mercedes-Ingenieure übervorsichtig werden lassen. Ferrari war vielleicht eine Spur zu aggressiv. Die Reifen kamen schnell auf Temperatur und lagen bei Asphalttemperaturen zwischen 31 und 36 im grünen Bereich. Das erklärt auch Sebastian Vettels starke Leistung in der Qualifikation. Normalerweise platziert sich der Ferrari auf eine Runde nicht zwischen den beiden Mercedes.

Am Renntag präsentierten sich die Silberpfeile wie ausgewechselt. Ihre Reifen bauten weniger stark ab. Lewis Hamilton konnte ein höheres Tempo als seine Verfolger in Rot fahren, und Nico Rosberg wäre auch vor Räikkönen gelandet, hätte er nicht ab der dritten Runde ein Bremsproblem gehabt.

Zwischen Freitag und Sonntag lag eine Menge Arbeit. Die Ingenieure standen vor der Aufgabe, die Reifen unter Rennbedingungen wieder in ihr Arbeitsfenster zu bringen. Der erste Versuch im dritten freien Training schlug fehl. Im Q1 gab es aber die ersten Indizien, dass die Maßnahmen greifen.

Mehr Abtrieb, aggressiveres Fahrwerk

Mercedes erhöhte den Abtrieb und stimmte das Fahrwerk aggressiver ab, um die Reifen etwas mehr zu belasten. Mehr Radsturz oder mehr Federweg wären zwei Möglichkeiten. Den Top-Speed-Verlust nahm man in Kauf. Das war im Zusammenspiel mit den geänderten Wetterbedingungen der goldene Griff.

Im Rennen fielen die Asphalttemperaturen auf 28 bis 30 Grad, im Schnitt also sechs Grad tiefer als bei den Rennsimulationen. Und der Wind frischte auf. Gegenwind auf der Geraden wurde in den kritischen Kurven zum Seitenwind.

Seit Melbourne weiß man: Der Ferrari reagiert auf Wind empfindlicher als der Mercedes. Ein Mercedes-Ingenieur erklärt, warum das silberne Auto da einen Vorteil hat: "Je mehr Abtrieb, umso weniger macht der Wind den Autos aus."

Für das kühlere Wetter hatte Ferrari die schlechteren Karten. Weniger Anpressdruck im Heck, dazu mechanisch zu viel Stress für die Reifen. Vettel bestätigte: "Im Rennen war das Heck zu nervös." Das kostete auf die Dauer zu viel Grip an der Hinterachse und damit auch Traktion.

Ferrari ist das neue Feindbild für Silber

Fazit: Im Duell zwischen Mercedes und Ferrari geht es um Kleinigkeiten. In Malaysia hat Ferrari alles richtig gemacht, in Bahrain war es Mercedes. Technikchef Paddy Lowe rechnet damit, dass der Zweikampf so intensiv weitergeht: "Wir haben keine Angst vor Ferrari, aber Respekt."

Teamchef Toto Wolff ergänzt: "Um Ferrari zu schlagen, dürfen wir uns keine Fehler erlauben." Niki Lauda ist das recht so: "Ferrari hält uns wach. Das ist unser neues Feindbild, das alle antreibt. Ferrari hat uns gebissen. Jetzt beißen wir zurück."

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