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Mercedes-Bestzeit mit Patzern

"Wusste nichts von Lewis-Dreher"

Nico Rosberg - Mercedes - GP Österreich - Qualifiying - Formel 1 - Samstag - 20.6.2015 Foto: xpb 49 Bilder

Zwei Mercedes in der ersten Startreihe. Business as usual? Nicht ganz. Lewis Hamilton und Nico Rosberg beendeten die Qualifikation nach Drehern neben der Strecke. Rosberg verschoss dabei einen Elfmeter.

20.06.2015 Michael Schmidt

Lewis Hamilton führt die Weltmeisterschaft nicht ohne Grund an. Der Engländer fährt auch an einem schlechten Tag auf die Pole Position. "Nico lag die ganze Zeit drei bis vier Zehntel vor mir. Ich fühlte mich mit der Fahrzeugbalance nicht wohl, hatte viel Untersteuern und ließ deshalb den Frontflügel ein ganzes Stück steiler stellen. Als es darauf ankam, sind mir zwei gute Runden geglückt." Das ist die Qualität eines Champions.

Die dritte schnelle Runde endete schon in der ersten Kurve. Beim Anbremsen kreiselte Hamilton von der Strecke. Zuerst dachte der Titelverteidiger, er habe zu spät gebremst. So wie im letzten Jahr. Doch die Daten ließen auf ein technisches Problem schließen. "Sie haben gezeigt, dass ich am gleichen Punkt gebremst habe wie in der Runde davor. Im Gegensatz zum letzten Jahr ist das Auto nicht gleich, sondern mit einer Verzögerung ausgebrochen. Möglicherweise hat es sich erst beim Runterschalten eingedreht."

Kies statt Asphalt als Auslaufzone

Für Nico Rosberg war das wie ein Elfmeter. Der Deutsche lag zwei Kurven vor dem Ende auf dem Kurs für seine zweite Pole Position. "Ich hatte exakt die zwei Zehntel aufgeholt, die Lewis vor mir lag. Ich musste also volles Risiko gehen, um noch ein, zwei Hunderstel zu finden. Dabei bin ich in Kurve 8 auf den Kunstrasen gekommen. Möglicherweise war der noch nass. Fakt ist: Ich habe für die letzte Kurve zu spät gebremst. Ob der Kunstrasen etwas damit zu tun hatte, weiß ich nicht."

Rosberg war auch nicht darüber informiert, dass für seinen WM-Gegner das Training schon beendet hat. "Es hätte auch nichts geändert, hätte ich vom Lewis-Dreher gewusst. Ich musste ja auf jeden Fall schneller fahren als er in seinem ersten Versuch. So eine Information kann dich eher ablenken, als dass sie dir hilft."

Der Mercedes legte zwei schöne Reifenspuren auf die asphaltierte Auslaufzone. "Ich dachte, das endet jetzt in der Mauer", erzählte Rosberg. Obwohl die beiden Silberpfeile bei ihren Exkursionen heil blieben, waren sich Niki Lauda und Teamchef Toto Wolff einig: "In die Sturzräume gehören wieder Kiesbetten. Damit Fehler bestraft werden. So kommt jeder wieder auf die Strecke zurück, als wäre nichts passiert.“ Ein bisschen mehr Nervenkitzel gehört für die beiden zum Programm der Formel 1 der Zukunft. Hamilton unterstrich das: "Auch mir wären Kies oder Gras neben den Kurven lieber."

Wolff warnt vor guten Ferrari-Longruns

Für Rosberg ist der Ausrutscher ärgerlich. Wieder steht ihm der Teamollege vor der Nase, und wie in Montreal droht ein Einstopprennen. Da gibt es über die Strategie wenig Spielraum, die Reihenfolge umzudrehen. Der Führende bekommt das bessere Boxenstopp-Fenster. "Also muss ich es beim Start probieren. Oder das ganze Rennen den Druck so auf Lewis aufrecht halten, dass er einen Fehler macht."

Da der Red Bull-Ring wie Montreal auf die Bremsen geht, ist auch noch die Hoffnung da, der Gegner ruiniert seine Bremsen früher. "Da bin ich aber im Nachteil, weil ich wahrscheinlich hinterherfahren muss", fürchtet Rosberg. Der WM-Zweite erklärt auch, dass die Bremsprobleme diesmal anderer Natur sind. "In Montreal ging es um den Verschleiß. Hier um die Scheibentemperaturen."

Mercedes hängte seine Verfolger überraschend klar ab. Sebastian Vettel fehlten 0,355 Sekunden. Felipe Massa im schnelleren der beiden Williams 0,737 Sekunden. "Der große Abstand hat uns verwundert und beruhigt", resümierte Wolff. Er ist aber kein Garantieschein für einen komfortablen Sonntagnachmittag. "Im Longrun waren die Ferrari schneller als wir. Sowohl im zweiten, als auch im dritten freien Training." Lauda präzisiert: "Ferrari lag eineinhalb Zehntel unter unseren Zeiten."

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