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Mercedes-Pleite in Valencia: Boxenampel stoppt Schumi-Aufholjagd

Michael Schumacher

Trotz des großen Technikupdates gab es für Mercedes nur einen WM-Punkt in Valencia. Nach dem verpatzten Training hätten die Silberpfeile beinahe für eine Überraschung sorgen können. Doch die Hoffnungen endeten an der Boxenampel.

Nach dem Rennen herrschte großer Andrang im Mercedes-Motorhome. Doch nicht das gute Ergebnis war Grund für den Menschenauflauf, sondern das WM-Spiel der deutschen Mannschaft. Während Lukas Podolski und Thomas Müller die Engländer in ihre Schranken verwiesen, blies der deutsche Formel 1-Rennstall Trübsal.

"Ein enttäuschendes Ende unseres Wochenendes in Valencia", klagte Teamchef Ross Brawn nach dem Rennen. "Unsere Autos liefen heute ordentlich, doch wir waren erneut durch unser schlechtes Qualifying gehandicapt. Dieses Problem müssen wir schnellstens beheben." Dabei hätten die Silberpfeile zur großen Überraschung des Rennens werden können. In der Safety-Car-Phase nach dem Webber-Crash fuhr Schumacher plötzlich auf Rang drei hinter Sieger Sebastian Vettel und McLaren-Pilot Lewis Hamilton.

Mercedes verzockt gutes Schumacher-Ergebnis

Die meisten anderen Kontrahenten waren bereits zum Reifenwechsel an die Box abgebogen. "Da die führenden Fahrer noch nicht direkt hinter dem Safety Car fuhren, wurde Michael vorbei gewinkt", erklärt Brawn die Strategie. In der nächsten Runde wurde Schumacher dann doch zum Service gebeten. Hinter Hamilton hatte sich laut Mercedes eine Lücke von mehr als 18 Sekunden gebildet, in die Schumacher nach seinem Stopp stoßen wollte.

Doch die Silberpfeil-Strategen machten die Rechnung ohne die Rennleitung. Als Schumacher die Boxengasse verließ, schaltete die Ampel plötzlich auf Rot. "Dies geschah im Gegensatz zu unserem Verständnis der Regeln, wonach die Boxenausfahrt geöffnet bleibt, bis sich hinter dem Safety Car eine Reihe gebildet hat", begründete Mercedes-Sportchef Norbert Haug die Entscheidung. Die FIA-Kommissare waren jedoch anderer Meinung. Das Feld sei bereits neutralisiert hinter dem Safety-Car gefahren, erklärten die Stewarts.

Boxenampel verhindert gutes Ergebnis

Schumacher klagte nach dem Rennen über die entscheidende Szene: "Ohne diesen Vorfall hätte ich recht gute Chancen gehabt. Für einen Moment leuchtete grün, doch dann sprang die Ampel gleich wieder auf rot. Das war unserer Meinung nach nicht in Ordnung. Unsere Strategie war in diesem Zusammenhang richtig, denn wir hatten die Möglichkeit, sogar in Podiumsnähe ins Ziel zu kommen."

Der auf harten Reifen gestartete Schumacher hätte nach dem Wechsel noch 44 Runden auf der weichen Mischung zurücklegen müssen. Mercedes glaubt, dass es möglich gewesen wäre. "Unsere Berechnungen sagten, dass die weichere Reifenmischung bei ihm bis zum Ziel halten würde", so Brawn.

Rosberg bekommt nachträglich einen WM-Punkt

Die FIA will die Sache nun noch einmal untersuchen. Eine Änderung des Ergebnisses wird es allerdings nicht geben. Auch ein offizieller Protest von Mercedes ist in diesem Fall nicht möglich. Da versöhnte es nur wenig, dass Nico Rosberg am Grünen Tisch immerhin noch einen Punkt ergatterte, weil Pedro de la Rosa und Vitaly Petrov wegen zu hoher Geschwindigkeit in der Safety-Car-Phase mit einer Fünf-Sekunden-Strafe belegt wurden.

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