Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Mercedes-Bremsproblem in Spielberg

Überhitzung bald kein Thema mehr

Lewis Hamilton - GP Österreich 2014 Foto: Monster 66 Bilder

Mercedes hatte geglaubt, das Problem der überhitzten Elektronik-Box von Montreal sei ein für alle Mal aus der Welt geschafft. Doch dann tauchte es am Red Bull-Ring erneut auf. Nico Rosberg und Lewis Hamilton mussten mit reduzierter Leistung fahren. Jetzt kennt man den Grund für das Übel.

23.06.2014 Michael Schmidt

In Montreal hat das Problem Mercedes den Sieg gekostet. Beim GP Österreich machte es den Silberpfeilen das Gewinnen schwerer als erwartet. Dabei hatte man im Lager von Mercedes eigentlich geglaubt, das Schreckgespenst sei verscheucht. Doch dann kündigte sich am Freitag und Samstag an, dass es auch am Red Bull-Ring zum Überhitzen des Steuergeräts kommen könnte, das den Betrieb der MGU-K koordiniert.

Deshalb durften Nico Rosberg und Lewis Hamilton nur in den letzten beiden Runden mit voller Leistung fahren. Vorher wurden ihnen ständig neue Motorprogramme ins Cockpit gefunkt, die sie am Lenkrad abrufen sollten. "Und wir haben ganz genau aufgepasst, dass beide Fahrer die gleichen Ansagen bekommen. Damit keiner benachteiligt und bevorteilt wird", erklärte Teamchef Toto Wolff.

Mercedes setzt strickte Temperaturlimits

Die Niederlage von Montreal hatte Folgen. Der Hitzekollaps des Steuergeräts für den Elektromotor sollte nicht mehr passieren. Mercedes verbesserte die Kühlung und gab neue Temperaturlimits für den Fahrbetrieb vor. Es wurden keine Toleranzen mehr gestattet. Natürlich hätte man die Verkleidung mehr öffnen können, doch das hätte einen aerodynamischen Nachteil gebracht. Und den konnte und wollte man sich gegen auf dieser Strecke so starken Williams nicht erlauben.

Im Rückblick hatte das Problem von Montreal auch mit dem Duell zwischen Rosberg und Hamilton zu tun. Die Ingenieure der beiden Crews waren emotional so von dem Zweikampf gefangen, dass sich keiner nur die geringste Blöße geben wollte. Dabei blieb im Eifer des Gefechts die Vorsicht auf der Strecke. Diesmal gab es die klare Ansage an die beiden Mannschaften: "Ihr dürft es nicht mehr übertreiben. Alle Vorgaben sind absolut verbindlich."

Zu viel Laden und Entladen

Interessanterweise schienen die Williams das Problem der Werksautos nicht zu haben. Vermutlich weil sie auf Kosten von Abtrieb besser gekühlt sind. Doch dass die Seuche von Montreal beim Werksteam 14 Tage später zurückkehren würde, das hätten sich auch die Techniker aus Brackley und Brixworth nicht träumen lassen. Es gab auch vorher schon Hitzerennen, und man hatte ja Gegenmaßnahmen eingeleitet.

Inzwischen weiß man, dass die Streckencharakteristik eine Mitschuld trägt, und dass man in Silverstone davon verschont bleiben wird. Und wahrscheinlich auch bei den meisten anderen Strecken im Kalender. Montreal und der Red Bull-Ring haben eine Gemeinsamkeit. Viel Stop-and-Go, viele Passagen, auf denen man volle Power braucht. "Am Red Bull-Ring noch schlimmer als in Montreal", erklärte Niki Lauda.

Es gibt also in kurzer Folge jeweils maximale Ladephasen und maximale Entladephasen. Das belastet das Steuergerät, das den Einsatz der MGU-K koordiniert. Werden sie nicht über das normale Maß hinaus gekühlt, steigen die Temperaturen in einen gefährlichen Bereich. Da das keine Option war, mussten die Fahrer mehr "Lift and coast" betreiben als üblich und durften beim Beschleunigen nicht die volle Elektropower abrufen.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden