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Ist Mercedes ein Titelkandidat?

Engländer träumen von Weltmeister Hamilton

Mercedes - Formel 1 - GP Ungarn 2013 Foto: Wilhelm 28 Bilder

In England ist das Formel 1-Fieber nach dem Sieg von Lewis Hamilton in Budapest neu erwacht. Nicht nur die ehrwürdige Times glaubt, dass der Mercedes-Pilot eine gute Chance hat, Sebastian Vettel noch abzufangen. Bei Licht betrachtet ist Hamilton Vettels gefährlichster WM-Gegner.

03.08.2013 Michael Schmidt

In England ist der Teufel los. Plötzlich reden auf der Insel alle vom Weltmeister Lewis Hamilton. Nach seinem ersten Mercedes-Sieg war der Champion von 2008 wie ausgewechselt. Aufgedreht statt lustlos. Da schien plötzlich auch der private Ärger mit seiner Freundin Nicole Scherzinger vergessen.

"Ich habe ein Blitzen in seinen Augen gesehen", jubelte Times-Redakteur Kevin Eason. "Jenes Blitzen, dass er immer zeigt, wenn er seine Chance wittert." Tatsächlich diktierte Hamilton den Fleetstreet-Reportern am Sonntagabend den Satz in die Notizbücher: "Ja, ich sehe noch eine Chance auf den Titel."

24 Stunden zuvor hatte er nach seiner vierten Pole Position noch niederschlagen zu Protokoll gegeben: "Es wird ein harter Sonntagnachmittag. Ich könnte nicht behaupten, dass ich mich darauf freue." Wie schnell sich Dinge ändern können.

Werden Korea und Indien zum Titel-Joker für Vettel?

Bei Mercedes haben plötzlich alle gemerkt, dass der WM-Titel kein mittelfristiges Projekt sein muss. Es könnte schon dieses Jahr passieren. Hamilton fehlen 48 Punkte auf Sebastian Vettel. Mercedes hat 69 Zähler Rückstand auf Red Bull. Da ist bei neun noch ausstehenden Rennen noch alles drin. Wenn es denn neun Rennen werden. Die Gerüchte verdichten sich, dass sowohl der GP Korea und auch der GP Indien wackeln.

Der eine aus finanziellen Gründen, der andere weil der indische Staat die Teams abkassieren will. Die Formel 1 zählt in Indien zur Unterhaltungsbranche. Deshalb müssen die Entertainer Steuern bezahlen. Zwei Rennen weniger wären ein Geschenk für Vettel und Red Bull. Das nimmt den Verfolgern zwei Möglichkeiten Punkte gutzumachen.

Mercedes-Titel lieber früher als später

Mercedes-Teamchef Ross Brawn schließt einen Titelgewinn nicht mehr aus. Wenn Mercedes auch in Spa und Monza die Reifen in Schuss halten, dann muss sich Red Bull warm anziehen. Der Silberpfeil ist das schnellere Auto. Sieben Pole Positions sprechen für sich.

Bis jetzt war der Red Bull das bessere Auto. Weil es keine Schwächen hatte. Heiß, kalt, schnelle Kurven, langsame Kurven: mit Sebastian Vettel musste man immer rechnen. Bei Mercedes hing alles von der Frage ab: Halten die Reifen durch? Die Siege von Silverstone und Budapest geben Anlass zur Hoffnung, dass die meisten Rätsel rund um die Reifen geklärt sind.

Ross Brawn wird diese Chance nicht verstreichen lassen. Er ist lange genug im Geschäft um zu wissen, dass man nichts auf die lange Bank schieben darf. So wie BMW 2008, als man voll auf 2009 setzte, statt Robert Kubicas kleine Titelchance mit einer Entwicklungsoffensive zu unterstützen.

Brawn bestätigte gegenüber auto motor und sport, dass Mercedes sein Entwicklungstempo weiter hoch halten werde. Erst, wenn der Rückstand auf Vettel und Red Bull zu groß wird, stürzt sich das Technikbüro voll auf das 2014er Projekt.

Rosberg könnte Hamilton Punkte klauen

Red Bull hat die Gefahr erkannt. Dort wird Hamilton jetzt bereits als größere Bedrohung angesehen als Kimi Räikkönen und Fernando Alonso. Weil er meistens vor Vettel startet. Räikkönen und Alonso dagegen müssen im Rennen immer erst einmal den Rückstand aufholen, den ihnen ihre schlechten Startplätze eingebrockt haben.

Für Vettel spricht, dass er unglaublich konstant fährt. Sein schlechtestes Ergebnis ist Platz 4. Ihm kommt auch zugute, dass ihm Teamkollege Mark Webber nur ganz selten in die Quere kommt. Der 2013er Red Bull ist wie das 2011er Modell ein Vettel-Auto. Webber kam kein einziges Mal vor Vettel ins Ziel. Nico Rosberg dagegen hat Hamilton schon sechs Punkte geklaut. Wenn es bei Mercedes keine Stallregie gibt, könnten es mehr werden.

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